Wenn wir an den Heiligen Abend denken, dann haben wir recht genaue Vorstellungen vor Augen. Im Wohnzimmer steht ein schön geschmückter Christbaum, überall brennen Kerzen oder Lichterketten, wohliger Duft erfüllt den Raum – es ist ein Bild der Harmonie und des romantischen Zaubers. Was gibt es dann noch Schöneres, als in die funkelnden Augen eines Kindes, der Partnerin oder der Lieblingstante zu blicken und zu sehen, wie sehr sie sich im Geschenk wiedererkennen?

Der Irrtum bei der Geschenkwahl

Nicht selten spielen Tiere dabei eine besondere Rolle. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn das Bild eines Hundewelpen, mit dem die Kinder sofort zu spielen beginnen, erfüllt doch jeden mit Herzenswärme. Doch genau hier liegt der Fallstrick verborgen: Zu Weihnachten Haustiere zu verschenken, ist leider nicht immer ein guter Einfall.

Eine Entscheidung mit Folgen

Spätestens am nächsten Tag in der Früh tauchen die ersten Probleme auf. Da wird festgestellt, dass kein passendes Futter für das Tier im Hause ist, das Tier nicht im Käfig bleiben wollte und irgendwelche Schäden in der Wohnung hinterlassen hat. Parkett zerkratzt, Polsterbezüge zerrissen, Kot am Küchentisch – es gibt da so einiges, das schiefgehen kann. Spätestens dann fragt man sich, ob das wirklich die beste Entscheidung war.

Aber noch viel tragischer ist es, wenn sich das Geschenk als gar nicht so gut gewählt herausstellt – wenn das beschenkte Kind eigentlich keinen Hund wollte, sondern eine Katze. Da sind Tränen und viele Probleme vorprogrammiert, und wer vergessen hat, an Allergien zu denken, hat die Katastrophe möglicherweise schon am Heiligen Abend produziert.

Auch für das Tier belastend

Und was ist mit dem Tier selbst? Vergessen wir nicht: Wir sprechen hier von einem Lebewesen, das man nicht ohne weiteres von einem Lebensraum in den anderen versetzen kann. Auch sie brauchen einige Tage Zeit, sich an das neue Umfeld zu gewöhnen. Ob sich ausgerechnet die Weihnachtsfeiertage dafür eignen, die oft mit viel familiärem Trubel gefüllt sind, darf bezweifelt werden.

Landschildkröten werden für den Weihnachtsverkauf sogar von ihrem Winterschlaf abgehalten. Sensible Hunde oder Katzen werden durch den Weihnachtstrubel verschreckt. Das ist jedenfalls nicht tiergerecht und kann in manchen Fällen für alle Beteiligten sehr unangenehm werden.

Wer kümmert sich?

Auch die Betreuungsfrage will geklärt sein. Wer kümmert sich denn nachher um das Tier? Ein achtjähriges Kind kann schlecht mit einem Hund Gassigehen geschickt werden, das bleibt garantiert an den Eltern hängen. Gleiches gilt, wenn das Kind nach einiger Zeit keine Lust mehr hat, den Hamster täglich zu füttern.

Womit wir schon beim nächsten Punkt wären: Wer ist alles betroffen? Eines ist klar: Es beschränkt sich nicht nur auf den oder die Beschenkte. Keine Katze oder kein Hund der Welt hält sich nur in jenen Teilen des Zuhauses auf, die eindeutig seinem Besitzer zugeordnet sind. Natürlich, ein Hamster im Käfig ist da weniger problematisch als ein großer Hund, aber letzten Endes betrifft ein Haustier immer die gesamte Familie – und die sollte auch dahinterstehen.

Menschliche Trauer – tierisches Leid

Ein Tier ist kein Spielzeug, das man einfach wieder umtauschen kann.

Tut sie das nicht, sind die Konsequenzen unangenehm. Viele Tierhandlungen nehmen die Tiere nicht zurück. Was dann? Jedes Jahr zu Weihnachten werden unzählige Tiere unbedacht gekauft. Sie werden ein paar Tage fröhlich bespielt und landen dann im Tierheim – sofern die Besitzer sie nicht gleich aussetzen.

Für die Tiere bedeutet das oft einen grausamen Tod auf der Autobahnraststätte. Ein Tod, der zu verhindern wäre, indem man das Tier nicht in der emotionalen Weihnachtsstimmung kauft, sondern wohlüberlegt und in Ruhe nach den Feiertagen.