Angefangen bei Bauchschmerzen und Übelkeit über Kopfschmerzen bis hin zu Kreislaufproblemen: Gluten löst bei vielen Menschen oft sehr unspezifische Beschwerden aus. In Österreich sind ca. 8.000 Personen als Zöliakiebetroffene diagnostiziert – man rechnet aber mit rund 76.000 Menschen, die hierzulande an dieser Form der Glutenunverträglichkeit leiden. Bereits geringste Mengen Gluten lösen eine chronische Entzündung der Dünndarmschleimhaut aus.

Die Weizenallergie ist deutlich seltener und kommt vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern vor. Symptome wie Durchfall und Blähungen treten dabei sehr schnell nach der Nahrungsaufnahme auf. Häufigkeit und Diagnoseerstellung einer Gluten-/Weizensensitivität werden derzeit erst erforscht.

Eines haben alle drei Formen der Glutenunverträglichkeit gemein: Der Verzicht auf glutenhaltige Nahrungsmittel führt zu einer Besserung der Symptome. Für Menschen mit Zöliakie bedeutet das einen lebenslangen Verzicht auf Gluten.

Was ist glutenhaltig und was nicht?

Zu den glutenhaltigen Lebensmitteln zählen die Getreidesorten Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Grünkern, Dinkel, Kamut und Einkorn. Auch alle daraus hergestellten Lebensmittel wie Mehl, Müsli oder Teigwaren enthalten Gluten. Das gilt ebenso für verarbeitete Produkte wie Brot und Gebäck, Pizza, Nudeln, Paniertes, Knödel, Kuchen, Torten und Kekse, Knabbergebäck und Bier.

Auf der anderen Seite gibt es auch glutenfreie Getreidesorten. Dazu zählen neben den gängigen Sorten Reis, Mais, Hirse und Buchweizen auch die vielleicht weniger gängigen Getreide Amaranth, Quinoa, Teff, Johannisbrotkernmehl, Tapioka und Maniok. Viele Produkte sind von Natur aus glutenfrei und können von Betroffenen ohne Bedenken verzehrt werden.

Gleiches gilt sowohl für alle Obst- und Gemüsesorten als auch für Milch, Butter, Käse, Eier, Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte. Auch Zucker, Honig, Nüsse sowie reine Gewürze und reine Pflanzenöle sind glutenfrei.

Viele Produkte sind mit Vorsicht zu genießen

Ungeachtet dessen muss bei so einigen Lebensmitteln in Bezug auf Gluten aufpasst werden. Denn in ihnen kann Gluten versteckt sein, wenn glutenhaltige Zutaten während des Verarbeitungsprozesses hinzugefügt werden. Diese müssen bei verpackten Produkten auf der Zutatenliste gekennzeichnet sein.

Entsprechende Lebensmittel sind etwa Pommes Frites, Kroketten, Chips oder Kartoffelpuffer sowie Süßes wie Eis, Schokolade, Pudding und Marzipan. Auch bei Fertiggerichten, Saucen und Suppen sollte man unbedingt auf die Zutatenliste achten!

Spezielle Lebensmittel auf dem Vormarsch

Auf Gluten zu verzichten bedeutet aber nicht zwangsläufig, Produkte wie Brot, Nudeln oder Süßigkeiten völlig aus seinem Speiseplan verbannen zu müssen. Zum einen gibt es die bereits genannten glutenfreien Getreidesorten, andererseits lässt sich das Gluten durch andere Zusatzstoffe ersetzen.

Betroffene greifen daher immer häufiger zu jenen speziellen Lebensmitteln, die für Menschen mit entsprechenden Unverträglichkeiten produziert werden. Die Hersteller arbeiten kontinuierlich daran, ihre Produktpalette zu erweitern und möglichst unterschiedliche und hochwertige Lebensmittel anbieten zu können.