Was ist Osteoporose?

Osteoporose ist ein Verlust an Knochen in seiner Masse, in seiner Qualität und in seinen Materialeigenschaften, was zu einer verminderten Festigkeit des Knochens führt und dadurch vermehrt Frakturen (Knochenbrüche) entstehen lässt. Schon bei geringsten Traumen kommt es zu sogenannten Spontanfrakturen.

Wie entsteht sie?

Nach wie vor ist die Menopause der Frau und damit der Abfall ihres Östrogenspiegels eine mögliche Ursache. Östrogen ist sozusagen der Polizist des Knochens: solange es in ausreichender Konzentration vorhanden ist, passt es auf, dass Kalzium im Knochen gebunden bleibt. Auch die genetische Disposition kann Auslöser sein, wobei wir aber leider bislang nur ein Genmosaik aus sogenannten „Kandidatengenen“ kennen, die den Knochen prädispositionieren. Zudem kann die Ernährung einen großen Anteil am Risiko haben. Vor allem sehr schlanke Personen mit Essstörungen sind gefährdet, Frakturen zu erleiden, was nicht heißt, dass besonders dicke Menschen nachweislich davor geschützt sind. Lebensstilfaktoren wie Rauchen oder Alkohol spielen außerdem eine große Rolle für das Osteoporose-Risiko.

Sogenannte sekundäre Osteoporosen entstehen entweder medikamentenbedingt, beispielsweise durch Kortison, Säureblocker, Blutgerinnungshemmer, Epilepsie- und onkologische Medikamente, oder durch Erkrankungen selbst, wie chronisch-entzündliche Erkrankungen (Rheuma, Arthritis) und chronische Lungen- oder Nierenerkrankungen.

Erkranken auch jüngere Menschen an Osteoporose?

Die Summe der Risikofaktoren lässt bislang nur eine wahrscheinliche Krankheitserwartung prognostizieren. Auch das Auftreten eines Knochenbruches mit ganz geringer Ursache (Stolpern usw.) ist oft ein Signal für die Erkrankung an Osteoporose im späteren Leben. Dies, Essstörungen und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen oder offensichtlich genetische Dispositionen sind die Gründe, warum auch jüngere Menschen auf der osteologischen Station behandelt werden.

Wie wird die Krankheit erkannt?

Die Feststellung erfolgt einerseits über die Knochendichtemessung, andererseits über Röntgenaufnahmen, wo man die Knochenstrukter sehen kann. In einem Bluttest können außerdem Knochenabbaumarker festgestellt werden, sogenannte Kollagenbruchstücke. Man muss sich das Knochengewebe wie ein Fischernetz vorstellen, in dessen Maschen Kalziumhydroxyapatit gelagert wird. Die Maschen, also das Kollagengerüst, wird bei Knochenabbau brüchig und diese Bruchteile, Beta-CrossLaps und P1NP, können im Blut gemessen werden. Außerdem kann im Blut der Gehalt an Vitamin D ermittelt werden, von dem wir wissen, dass es 50 Prozent der Menschheit generell daran mangelt.

Welche Behandlung ist üblich?

An erster Stelle steht die Gabe von Kalzium und Vitamin D in einer Standard-Dosierung als Basistherapie. Diese Ko-Mineralisationsfaktoren bedingen, dass der Körper auf andere Therapien überhaupt ansprechen kann. Diese umfassen dann Medikamente, die entweder den Knochenabbau hemmen, also indirekt den Knochen stabilisieren, oder direkt die Knochenneubildung anregen.

Wie spürt man Osteoporose?

Leider nur bei der Fraktur, also erst dann, wenn es zu spät ist. Selbst bei einer Mikrofraktur zerreißt Material und erzeugt Schmerzen. Bei bestimmten Formen der Osteoporose kommt es zu einer verzögerten Frakturheilung, bei der es bis zur dreifachen Zeit dauern kann, bis ein Knochen wieder zusammengewachsen ist.

Gibt es alternative Therapien?

Es werden Magnetfelder eingesetzt, gewisse Ernährungsformen vorgeschlagen, auch mit Bewegung kann man drei Prozent an Knochenmasse zulegen. Diese Maßnahmen genügen aber allesamt nur im Frühstadium, nicht bei der ausgeprägten Osteoporose.

Was kann man vorbeugend tun?

Kalzium- und Vitamin D-reiche Ernährung und Bewegung wie Gehen, Joggen, Nordic Walking sind das Konzept zur Vorbeugung von Osteoporose. Bewegung meint dabei mindestens vier bis fünf Stunden Bewegung pro Woche – das Geheimnis liegt in der Regelmäßigkeit.