Das Sonderfach Orthopädie und Orthopädische Chirurgie befasst sich mit dem gesamten Bewegungssystem, ist also zuständig für alle Beschwerden und Krankheiten von Kopf bis Fuß, von Jung bis Alt, welche anlagebedingt, erworben oder krankheitsbedingt an Gelenken und Muskeln auftreten. In Österreich hat jeder fünfte Patient, welcher ein Krankenhaus aufsucht, eine Diagnose aus dem Bereich der Orthopädie.

Prophylaxe & Behandlung

Man sollte also einen Facharzt für Orthopädie dann aufsuchen, wenn Fehlstellungen, abnorme Entwicklungen, Schmerzen und Störungen am Bewegungssystem auftreten, um eventuell frühzeitig eine konservative, das heißt nichtchirurgische Therapie oder eine operative Therapie zur Vermeidung weiterer Schäden oder Behebung der Schmerzen und Symptome durchführen zu lassen.

38% der ÖsterreicherInnen haben Probleme mit dem Bewegungsapparat

Die leichteste Vorsorge zur Vermeidung von Gelenksproblemen ist ein gesunder Lebensstil und ausreichend Bewegung, also Aktivität. Übergewicht und Bewegungsarmut fördern die frühzeitige Abnutzung der Gelenke (Arthrose) und das Auftreten von Bewegungsschmerzen.

Therapie & Aktivität

8,3% der Männer in Österreich haben Arthrose

Nach adäquater Diagnostik der Probleme kann ein Therapieplan entwickelt werden, um PatientInnen aus der Chronifizierung ihrer Beschwerden wieder herauszuführen. Hierbei können konservative Therapien, wie Physiotherapie, orthopädische Hilfsmittel, Manuelle Medizin, Schmerztherapie und Psychologie angewendet werden, oder sinnvolle operative Interventionen, wie Arthroskopien und künstliche Gelenke, zum Erfolg führen.

Schmerzen führen bei Chronifizierung zu weiterer Immobilität und nachfolgend zu psychischen Problemen (Depression), wodurch sich insbesondere bei Wirbelsäulenschmerzen ein Teufelskreis entwickelt. Chronische Wirbelsäulenschmerzen sind in ihrer Häufigkeit die Volkskrankheit Nummer eins geworden.

25% der Frauen in Österreich haben chronische Rückenschmerzen

Insbesondere bei Wirbelsäulenschmerzen sind eine frühzeitige Diagnostik und adäquate Therapie wichtig, um eine Chronifizierung zu vermeiden. In diesem Bereich setzen sich aktive Therapieformen zunehmend durch, das heißt, dass PatientInnen durch Übungen und Aktivität ihre Wirbelsäule in den Griff bekommen. Bei chronischen Verlaufsformen können multimodale Therapiekonzepte in 70 Prozent der Fälle PatientInnen wieder hin zum normalen Alltag führen.

Ausbildung & Beratung

Das Gesundheitssystem steht im Umbruch und die österreichische Orthopädie bildet nun zusammen mit der Unfallchirurgie einen neuen Facharzt für Orthopädie und Traumatologie aus. Bei dieser Zusammenführung zweier in Österreich bestens entwickelten Fächer legen wir höchstes Augenmerk auf die Ausbildung der KollegInnen, damit insbesondere die große Tradition der konservativen Behandlung weitergegeben wird und unnötige Operationen vermieden werden.

22,7% der Frauen in Österreich haben chronische Nackenschmerzen

PatientInnen rate ich, dass sie vor großen Eingriffen zwar sehr wohl Vertrauen in ihren Behandler haben sollen, doch in so manchen Fällen eine zweite Meinung doch mehr Sicherheit bringt, ob der einzuschlagende Weg der richtige ist. In jedem Fall stehen Orthopäden hierbei immer Rat gebend zur Seite.