Viele Patientinnen leiden darunter und schränken aus Scham ihr soziales Leben ein. Doch mit genügend Training und kleinen Helfern kann die Lebensqualität aktiv wiederhergestellt werden.

Vorn im kleinen Becken sitzt die Harnblase, die durch eine dreilagige Muskelschicht gestützt wird. Sie ist gut vernetzt: Von jeder Niere führt ein Harnleiter in die Rückwand der Blase, deren Muskeln dafür sorgen, dass der Harn in die Blase gedrückt wird. Wenn mit fortschreitendem Alter der Beckenbodenmuskel schwächer wird, dann sinkt auch die Kontrolle über die Blase und das Harnlassen sinkt. Eine sensible Blase ist eines der häufigsten Probleme der Blase und weit verbreitet. Ungefähr ein Drittel der Frauen über 35 Jahren sind betroffenkennt das Thema.

Blasenschwäche: immer noch ein Tabu

Bei Problemen mit einer sensiblen Blase haben viele Frauen das Gefühl, urinieren zu müssen, bevor die Blase wirklich voll ist oder es werden unbeabsichtigt einige Tröpfchen Urin abgegeben. Der ungewollte Abgang von Harn hat Folgen auf die Lebensqualität der Mehrzahl der Betroffenen.

Viele sind beschämt, denn das Thema wird in der Gesellschaft trotz der hohen Prävalenz kaum angesprochen und noch immer tabuisiert. In der Folge isolieren sich viele Frauen, gehen ihren Hobbys nicht mehr nach, fahren nicht mehr in den Urlaub oder sehen ihre Freunde und Familie seltener.

Behandlung von Blasenproblemen ist meist erfolgreich

Patientinnen sollten bei einer schwachen Blase unbedingt den Gang zum Hausarzt tun – richtig diagnostiziert können die Probleme oftmals behoben oder reduziert werden. Die Behandlung besteht in der Stärkung beziehungsweise Schonung des Beckenbodens.

Ein starker Beckenboden hilft, den Urin zurückzuhalten, deshalb wird Beckenbodentraining häufig von Krankenkassen in Zusammenarbeit mit Physiotherapeuten, Hebammen oder Kliniken angeboten. Teilweise empfiehlt sich auch ein Blasentraining, welches dafür sorgen soll, das Harnvolumen, das gehalten werden kann, zu vergrößern.

Aktiv trotz sensibler Blase

Damit die Lebensqualität nicht unter der sensiblen Blase leidet und die Betroffenen trotzdem allen gewünschten Aktivitäten nachgehen können, können Binden oder Slipeinlagen verwendet werden. Diese saugen die Flüssigkeit während mehrerer Stunden auf, reduzieren unangenehmen Geruch und bieten Sicherheit vor unangenehmen Zwischenfällen.

Bei der Auswahl des passenden Produktes sollte man auf Saugstärke, Größe und Passform achten. Bei schwereren Fällen können auch externe Lösungen oder Pessare für eine Verbesserung der Lebensqualität sorgen. Wichtig ist auf jeden Fall, das Problem nicht zu verschweigen, denn oftmals führt die Tabuisierung zu einer Verzögerung der Behandlung und zusätzlichem psychischen Druck. Mit gezieltem Beckenbodentraining und einem passenden Schutzprodukt können alle Aktivitäten ohne Einschränkung weiterhin ausgeführt werden.