Gerade für Kinder ist es sehr schwer, mit einer Beeinträchtigung leben und aufwachsen zu müssen. Denn unsere Kleinen wollen doch die Welt erkunden. Müssen eigene Erfahrungen machen, wollen spielen und toben, wollen Freunde finden und ganze Tage im Freien verbringen. Und einfach aufwachsen wie jedes andere Kind auch.

Das fällt Kindern mit Beeinträchtigung aber deutlich schwerer. Daher ist es besonders wichtig, sich um ihre Bedürfnisse zu kümmern und mit maßgeschneiderten Hilfsmitteln aus Profihand mitzuhelfen, das Leben auch für beeinträchtigte Kinder so lebenswert wie möglich werden zu lassen. Doch welche Möglichkeiten bestehen eigentlich und wo bekommt man die Hilfe, die man benötigt?

Der Start in den Tag

Der Tag beginnt oft im Badezimmer. Duschen, Zähne putzen, ein verstohlener Blick in den Spiegel. Eigentlich ganz normale Tätigkeiten, die völlig automatisiert ablaufen. Für Eltern mit einem beeinträchtigten Kind und das betroffene Kind selbst sieht die Realität dabei aber ganz anders aus. Schon auf der Toilette beginnen die ersten Herausforderungen des Tages, die in der Dusche oder Badewanne und beim Waschbecken nicht weniger werden.

Mit geeigneten Badeliegen, Dusch- und Toilettenstühlen oder Hubhilfen wird es für Eltern leichter möglich, den Start in den Tag für das eigene Kind so angenehm wie möglich zu gestalten.

Begegnung auf Augenhöhe

Nicht nur im Kindergarten oder in der Schule ist es auch für beeinträchtigte Kinder wichtig, Betreuern, Lehrern und anderen Kindern auf Augenhöhe begegnen zu können. Denn der Blick in die Augen ist die eindeutigste und für viele Kinder auch die einzige Möglichkeit, mit dem Gegenüber zu kommunizieren. Auch das gemeinsame Sitzen am Tisch, sei es bei Spielen oder beim Essen, ist nicht nur wichtig für beeinträchtigte Kinder, sondern fördert auch den Gruppenzusammenhalt.

Für diese Zwecke bestehen zahlreiche Möglichkeiten der Unterstützung. Von unterschiedlich adaptierbaren Untergestellen und Rollstühlen über modulare Sitzsysteme bis hin zu speziell auf die Beeinträchtigung zugeschnittene Therapiesitze stehen zahlreiche Optionen zur Verfügung, um dem Kind ein gemeinsames Sitzen mit seinen Freunden zu ermöglichen.

Die Natur aktiv erleben

Gerade für Kinder ist es ganz wichtig, sich mit Spiel, Sport und Spaß im Freien aufzuhalten. Ob es Radfahren, Wandern, Laufen oder einfach nur Spazierengehen ist, spielt da keine große Rolle. Und natürlich ist es schön, wenn auch beeinträchtigte Kinder mitmachen oder zumindest mit dabei sein können.

Gut, dass es zahlreiche Hilfsmittel gibt, die es möglich machen, die Natur gemeinsam aktiv zu erleben. Von Crossbuggies über spezielle Fahrräder und Fahrrad-Anhänger bis hin zu Laufhilfen gibt es beinahe nichts, was es nicht gibt. Denn gemeinsame Aktivitäten in freier Natur stärken nicht nur Körper und Geist, sondern auch den Zusammenhalt innerhalb der Familie.

Lernen durch Erfolge

Das gesamte Leben des Menschen ist von Geburt an geprägt von ständigen Lernprozessen. Und gerade in der Kindheit ist es besonders wichtig, diese Lernprozesse so gut wie möglich zu unterstützen. Im Idealfall ohne den Kindern die Möglichkeit zu nehmen, etwas selbst zu erfahren und eigene Erfahrungen machen zu können.

Ob es jetzt Krabbeln, freies Stehen, Gehen, Sprechen oder feinmotorische Bewegungen sind, spielt da keine große Rolle. Das Erlernen dieser Fähigkeiten trägt auch einen erheblichen Teil zum Selbstwertgefühl des Kindes bei. Dabei ist es irrelevant, ob dafür technische Hilfsmittel nötig waren, um diese kleinen Ziele des Alltags zu erreichen oder nicht. Primär geht es um das Gefühl, etwas allein geschafft zu haben, ohne auf andere angewiesen zu sein.

Leistungen der Krankenkassen

Wer sich jetzt die Frage stellt, wie all diese Hilfsmittel bezahlt werden sollen, kann sich in den meisten Fällen beruhigt zurücklehnen. Denn in Österreich hat jedes betroffene Kind mit entsprechender Beeinträchtigung von Gesetz wegen Anspruch auf diverse Leistungen der Krankenkasse. Betroffenen Kindern und ihren Familien steht jeweils ein geeignetes Hilfsmittel für die alltäglichen Situationen im Leben zu.

Eines zum Baden oder Duschen in Form einer Duschliege oder eines Duschsessels, eines für's Gehen wie beispielsweise ein Rollator oder Gehtrainer, eines für's Sitzen wie ein Rollstuhl mit Sitzschale oder ein Reha-Kinderwagen, eines für's Stehen in Form eines Stehständers oder Aufstehrollstuhls und wenn nötig auch fürs Liegen und Positionieren des Kindes.

Natürlich hört es damit aber noch lange nicht auf. Zahlreiche andere Hilfsmittel wie Beatmungsgeräte oder Antidekubitusauflagen tragen ihren Teil dazu bei, den Alltag beeinträchtigter Kinder noch lebenswerter zu machen.

Bei aller Freude darf man jedoch nicht vergessen, dass einige wichtige Dinge nicht von den Krankenkassen übernommen werden. Beispielweise Auto-Reha-Kindersitze oder Therapiefahrräder müssen bei gewissen Krankenkassen selbst finanziert werden.