Kopfschmerzen und Rückenbeschwerden gehören zu den meistverbreiteten Gesundheitsproblemen in Österreich. Die oft damit verbundenen chronischen Schmerzen können unbehandelt die Lebensqualität sowie das Sozial- und Arbeitsleben der Betroffenen deutlich einschränken.

Ein chronischer Rückenschmerz wird sehr häufig durch Fehlhaltung, Überbelastung oder Verschleißerscheinung ausgelöst. Allein in Österreich werden im Sozialsystem für Krankenstandtage bei chronischen Rückenschmerzen etwa 400 Millionen Euro verbucht. Knapp 6.000 PatientInnenen – die Hälfte davon, welche seit Jahren an chronischen Rückenschmerzen leiden, gehen sogar frühzeitig in Pension.

Alarmierende Zahlen, welche die Bedeutung der Vorsorge und der optimalen Versorgungspfade unterstreichen. Eine ärztliche Abklärung der Ursache sowie ein gut abgestimmter, begleitender Therapieplan können helfen, den Rücken optimal zu stärken und somit auch die Schmerzintensität zu lindern.

Wenn der Rücken schmerzt

Ob sich hinter einem scheinbar unspezifischen Schmerz eine ernsthafte Erkrankung verbirgt, können Ärzte anhand der Diagnose feststellen. Grundsätzlich bestimmt die Ursache des Rückenschmerzes den weiteren Behandlungsplan.

Liegt beispielsweise eine chronisch entzündliche Erkrankung der Wirbelsäule vor, wird die Therapie von einem Rheumatologen vorgegeben, da diese durch Autoimmunreaktionen Entzündungen hervorrufen, welche den Wirbelkörper bzw. die Bandscheiben – das Gleitmittel zwischen den Wirbelkörper – selbst angreifen. Es kommt zu einer Veränderung der Wirbelsäule, welche auch die stützenden Muskeln und Sehnen betreffen.

Schmerzvoller Zustand

Jedoch kann auch der Alterungsprozess für degenerative Erkrankungen im Rückenbereich verantwortlich sein. Die qualitative und quantitative Rückbildung des Binde-, Knorpel und Knochengewebes gilt als normaler Vorgang im zunehmenden Alter. Allerdings können diese degenerativen Erscheinungen frühzeitig und in ausgeprägter Form auftreten und so zu entsprechenden Beschwerden führen.

Zunächst sind meist einzelne Bandscheiben betroffen, während im weiteren Verlauf regelmäßig auch die Wirbelgelenke einbezogen werden. Am häufigsten betroffen sind die unteren Abschnitte der Lendenwirbelsäule. Werden bei der Diagnose die entsprechenden Indikationen dafür festgestellt, liegt der weitere Behandlungspfad im Fachgebiet der Orthopädie. Eine begleitende Therapie wird immer interdisziplinär mit verschiedenen Fachbereichen wie der Physio-oder Osteopathie abgestimmt.

Vom Rücken zum Kopf

Nach Rückenschmerzen sind Kopfschmerzen die zweithäufigste Schmerzform und treten bei Erwachsenen wie auch Kindern auf. Leichte, vorübergehende Kopfschmerzen lassen sich mit Hausmitteln oder einfachen Schmerzmitteln behandeln.Migräne und schwere chronische Schmerzen erfordern jedoch eine spezielle Therapie.

Und mitunter sind die Kopfschmerzen ein Warnsignal für zugrundeliegende ernste Erkrankungen. Primäre Kopfschmerzen sind auf keine erkennbare Ursache zurückzuführen und gelten selbst als die Krankheit. Die sekundären Kopfschmerzen treten aufgrund einer anderen Störung im Körper auf und gelten als Begleiterscheinung der tatsächlichen Erkrankung.

Ein Kopf – 220 verschiedene Schmerzarten

Die häufigsten Kopfschmerzen sind die gelegentlich auftretenden Spannungskopfschmerzen bei rund 90 Prozent der Betroffenen. Die Migräne ist die zweithäufigste Form und beide Arten fallen in die Klasse der primären Kopfschmerzen. Deutlich seltener kommt es zu sekundären Kopfschmerzen, zum Beispiel aufgrund von Medikamentennebenwirkungen oder als Begleitsymptom einer anderen Krankheit.

Die internationale Klassifikation unterscheidet über 220 Kopfschmerzarten, von denen die meisten mit einer bestimmten Grunderkrankung zusammenhängen und somit der sekundären Klasse zuordenbar sind.

Blitz & Donner

Viele PatientInnen vergleichen die Kopfschmerzen einer Migräneattacke als eine Art Gewitter im Kopf. Während die Spannungskopfschmerzen eher selten vorkommen, können Migräneanfälle Betroffene ein bis sechsmal pro Monat treffen. Dieser beginnt allmählich mit einseitigen Kopfschmerzen, der später auch die Kopfhälfte wechseln kann und durchschnittlich 4 bis 72 Stunden dauern kann. Die Migräne verursacht pulsierende, meist mäßig bis starke Kopfschmerzen mit Begleiterscheinungen wie starker Übelkeit, Lärm- oder Lichtempfindlichkeit.

Ruhe vor dem Sturm

Migräneattacken können durch externe Faktoren ausgelöst werden, wie Alkohol oder auch übermäßigen Stress. Gerade für MigränepatientInnen ist das Lifestyle-Management mit geregelten Alltagsabläufen, gesunder Ernährung und Bewegung essenziell. Auch wenn die nächste Attacke nicht vorhersehbar ist, so kann Vorsorge die beste Nachsorge für die Ruhe vor dem Sturm sein.