Von mehr als 100 unter Rheuma zusammengefassten Erkrankungen ist die rheumatoide Arthritis (RA) bzw. chronische Polyarthritis (CP) die häufigste Gelenkentzündung. Typischerweise entzündet sich bei der Erkrankung die Innenhaut von Gelenken, Sehnenscheiden und Schleimbeuteln.

Auch wenn die Ursache der rheumatoiden Arthritis noch unbekannt ist, weiß man, dass das Immunsystem entscheidend am Entstehen der Autoimmunkrankheit mitwirkt. Mit der Gelenkentzündung reagiert das Immunsystem auf eine Fehlerkennung, da es körpereigene nicht von körperfremden Substanzen zu unterscheiden vermag.

Anzeichen

Anfangs zeigt sich die chronische Gelenkentzündung untypisch: Die Betroffenen sind müde, schlapp, erschöpft, appetitlos und verlieren Gewicht. Leichtes Fieber bis 38 Grad Celsius kommt auf. Während sich die Symptome bei den einen plötzlich zeigen, schleichen sie sich bei anderen ein.

Zugleich spüren PatientInnen steife und schmerzende Gelenke, vorwiegend die der Finger, insbesondere am Morgen (Morgensteifigkeit). Die Greifkraft der Hände lässt nach, schon das Aufdrehen eines Honigglases ist mühe- und schmerzvoll. Die Beschwerden halten meist über Stunden an. Oft schwellen zunächst Fingergrund- und -mittelgelenke, Handgelenke und Zehengrundgelenke an, schmerzen und röten sich.

Dann entzünden sich weitere Gelenke, daher der Name Polyarthritis. Im Verlauf führt die Erkrankung zu stark schmerzenden Gelenkschäden, infolge derer sich die Gelenke verformen und unbeweglicher werden. Typisch sind außerdem Sehnenscheidenentzündungen, vor allem an Hand- und Sprunggelenken, in deren Folge Fehlstellungen auftreten. Viele Betroffene klagen über nächtliche Schmerzen (Ruheschmerzen).

Diagnose und Therapie

Eine frühzeitige Diagnose birgt gute Aussicht darauf, die Gelenkzerstörung zu hemmen, allerdings erschweren die anfangs eher untypischen Symptome die eindeutige Diagnose. Ein Verdacht auf rheumatoide Arthritis lässt sich im Gespräch mit einem Rheumaspezialisten über den Krankheitsverlauf und mit Bluttests (Nachweis des sogenannten Rheumafaktors) sowie bildgebenden Verfahren wie Ultraschall (Sonographie), Magnetresonanztomographie (MRT) und Röntgen erhärten.

Die Ziele einer unbedingt ganzheitlichen Therapie sind die rheumatoide Gelenkentzündung zu hemmen, die Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit und Kraft der Gelenke zu bewahren. Daher setzt man auf Medikamente zur Einnahme oder Injektion ebenso wie auf Physiotherapie und Ergotherapie. Auch operative Verfahren wie Synovektomie kommen zum Einsatz.    

5 Fakten zur rheumatoiden Arthritis

  • 0,5 bis 2 Prozent der ÖsterreicherInnen leiden an rheumatoider Arthritis.
  • RA kann jederzeit auftreten, häufig zeigt sie sich im Alter zwischen 40 und 60.
  • Auf einen männlichen kommen drei weibliche Patienten.
  • Typisches Anzeichen einer fortgeschrittenen RA sind „Rheumaknoten“ unter der Haut, vor allem an der Streckseite der Ellenbogengelenke.
  • Fast jeder zweite RA-Patient in Österreich ist in einer Interessen- oder Selbsthilfegruppe vernetzt.