Einschränkungen in der Mobilität, der Lebensqualität, aber auch in der Fähigkeit, Arbeit zu verrichten, stellen eine erhebliche Belastung für die betroffenen Personen und für deren Angehörige dar. Mit diesen Entwicklungen gehen auch ökonomische Faktoren auf der Makroebene einher: Die Kosten für die Behandlung von Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates im Gesundheitssystem steigen.

Achtung der Balance

Die Gründe zur Entstehung der Erkrankungen sind vielfältig. Psychosoziale Faktoren wie Stress oder Belastungen im persönlichen Umfeld, aber auch Bewegungsmangel und Fehlbelastungen können verantwortlich für die Chronifizierung von Rückenschmerzen sein. Das Spektrum orthopädischer Erkrankungen ist mannigfaltig.

Nur 32,4% der 18 bis 60 Jährigen sind mindestens zwei mal Pro Woche ausreichend körperlich aktiv1.

Was können Betroffene tun, um den Kreislauf von Schmerz und zunehmender Beeinträchtigung zu unterbrechen? Die Therapieoptionen variieren im Akutstadium von konservativer Versorgung bis hin zur Operation. Ist eine Rehabilitation, beispielsweise nach einer Operation, notwendig, so lautet das primäre Ziel, PatientInnen dazu anzuleiten, ein möglichst hohes Maß an Selbstständigkeit für die Aktivitäten des täglichen Lebens wiederzuerlangen.

Physiotherapie spielt hierbei eine zentrale Rolle. Sie stellt zudem eine wirksame präventive Maßnahme dar, damit es gar nicht erst zu Dysbalancen in Bewegungsabläufen kommt.

Aktivierung und Bewegung

Rehabilitation fällt in den Bereich der Krankenbehandlung und ist in Österreich den gesetzlich geregelten Gesundheitsberufen vorbehalten, zu denen auch PhysiotherapeutInnen zählen. Durch ein multiprofessionelles Behandlungsteam wird im Rahmen der Rehabilitation unter der Anwendung wissenschaftlich belegter Maßnahmen die Mobilität von PatientInnen rasch wiederhergestellt. Aktivierende Maßnahmen und Bewegungstherapie spielen im Rahmen der physiotherapeutischen Behandlung eine wesentliche Rolle.

Sie basieren auf den Erkenntnissen aus wissenschaftlichen Studien und befähigen den Patienten, alte Bewegungsmuster zu verändern und selbst aktiv an seinem Rehabilitationsprozess mitzuwirken. Dadurch erhöhen sie die Selbstwirksamkeit für eine nachhaltige Verbesserung ihres körperlichen Zustandes. So kann für die Betroffenen eine langfristige und nachhaltige Schmerzreduktion erzielt werden.

Hands on the body

Unterschiedliche Maßnahmen stehen Physiotherapeuten zur Verfügung, wie zum Beispiel Kraft- und Ausdauertraining, Förderung der Koordination, Trainingstherapie – und in Zukunft Maßnahmen der Telerehabilitation. Sogenannte „Hands On“-Techniken wie Manuelle Therapie, Triggerpunkttherapie oder Massagen sind ausnahmslos immer im Zusammenhang mit aktiver Bewegung – konform international gültiger Leitlinien – als wirksam zu erachten.

Die mit Abstand häufigsten dauerhaften Beeinträchtigungen sind Probleme mit der Beweglichkeit.

Sie werden im Verhältnis zum sogenannten aktiven Anteil und zur Vorbereitung der Strukturen, das sind zum Beispiel Muskeln und Gelenke, adäquat angewendet. Der Physiotherapeut leitet in der Therapie an, korrigiert gegebenenfalls und adaptiert das Übungsprogramm, sodass der gesamte Prozess ein individuelles und maßgeschneidertes, partnerschaftlich erarbeitetes Rezept ohne Nebenwirkungen für den Patienten für eine erfolgreiche Rehabilitation ist.

Wesentlich für diesen Erfolg ist neben der therapeutischen Leistung die sogenannte Compliance: die Bereitschaft der betroffenen Person, aktiv am Behandlungsprozess mitzuwirken und gemeinsam mit dem Behandlungsteam Lösungen und Strategien für die Wiederherstellung und Erhaltung der eigenen Gesundheit zu erarbeiten. Schlussendlich ist es der Patient, der im Mittelpunkt steht.

1www.statistik.at