Doch was verbirgt sich hinter diesem Begriff? Er bezeichnet die Verknüpfung von sensorischen und motorischen Leistungen, also die Steuerung und Kontrolle der Bewegungen von Lebewesen im Zusammenspiel mit Sinnesrückmeldungen. Speziell in der Neurowissenschaft werden diese Zusammenhänge von Gehirn- und Nervenaktivitäten sowie Bewegungsabläufen untersucht und analysiert.

Aber auch die Sportwissenschaft arbeitet verstärkt mit dem Konzept der Sensomotorik. Dieses dient gleichermaßen der Bewegungsschulung sowie der Bewegungsverbesserung sowohl einzelner Bewegungen wie auch ganzer Bewegungsmuster.

Sensomotorische Analysen bieten AthletInnen sowohl im Spitzen- wie auch im Breitensportbereich die Möglichkeit, ihre motorischen Defizite zu erkennen, diese zu verbessern und damit ihre sportliche Leistungsfähigkeit zu steigern.

Motorische Defizite messen und analysieren

Praktisch jede/r Sporttreibende hat zumindest kleine motorische Defizite, etwa aufgrund von muskulären Asymmetrien. Diese können nicht nur die sportliche Leistungsfähigkeit beeinträchtigen, sondern auch Schmerzen beim Ausüben von Sport hervorrufen, häufig etwa in den Knien oder im Rücken. Das Ziel von sensomotorischen Messungen und Analysen ist es, genau diese Asymmetrien und Schwächen in der Muskulatur festzustellen.

Dabei werden sowohl Dynamik als auch Statik des Körpers untersucht, SportlerInnen werden mit den Messgeräten „verkabelt” und die Bewegungsabläufe beim Laufen und Springen untersucht. Diese Messungen und Analysen können nicht nur in sportmotorischen Zentren durchgeführt werden, sondern dank moderner Messtechnik auch direkt vor Ort, etwa in der Sporthalle oder am Trainingsplatz.

Verbesserung durch Muskeltraining und Bewegungssteuerung

Um die Muskelsymmetrie nachhaltig zu verbessern, müssen die betroffenen Muskeln aktiviert und stimuliert werden. Da die meisten Sportarten mit Bodenkontakt zu tun haben, lässt sich das etwa durch individuell angepasste, sensomotorische Sportschuheinlagen besonders wirkungsvoll erreichen.

Mittels sensomotorischen Messungen und Analysen ist es möglich auch kleine Asymmetrien und Schwächen in der Muskulatur festzustellen.

High-Tech-Sportaktivsohlen reizen zielgerichtet die Muskulatur und betreiben so ein aktives Muskeltraining und eine gezielte Bewegungssteuerung, indem sie die sensomotorische Intelligenz des menschlichen Körpers nutzen. Durch das Einwirken auf die Muskelkette wird die gesamte Körperhaltung beeinflusst und verbessert. Dadurch kommt es zu einer Bewegungsoptimierung und in weiterer Folge zu einer Leistungssteigerung.

Da die sensomotorische Informationsverarbeitung durch das autonome Nervensystem erfolgt, können sich SportlerInnen aber weiterhin auf das Wesentliche konzentrieren: das eigene sportliche Ziel! Will man auch beim Radfahren seine Leistung steigern, sollte man das Sportgerät optimal auf die eigenen Bedürfnisse abstimmen. Das Zauberwort heißt hier „Bikefitting”!

„Bikefitting” gegen Schmerzen und unnötige Belastung

Egal, ob Citybike, Rennrad oder Mountainbike, die optimale, individuelle Einstellung des Fahrrads auf BikerInnen ist immens wichtig. Denn ein nicht gut abgestimmtes Fahrrad kann schnell unangenehme Folgen hervorrufen und zu Schmerzen führen.

Händekribbeln, Schmerzen in Rücken und Gesäß sowie taube Zehen sind klassische Anzeichen dafür, dass das Fahrrad nicht optimal auf den Fahrer und dessen Anforderungen abgestimmt ist. Bei einem professionellen „Bikefitting” werden mittels sensorischer Messungen die anatomische Druckverteilung am Sattel sowie die Belastung der Arme am Lenker festgestellt und analysiert.

Die richtige Druckverteilung ist entscheidend

Durch die sensorischen Messungen, die während des Fahrens durchgeführt werden können, ergibt sich ein großes Optimierungspotenzial, speziell für die Sitzposition auf dem Fahrrad. Bereits geringfügige Änderungen der Radeinstellung führen zu einer größeren Unterstützung im hinteren Sattelbereich und zu einer Druckentlastung an der Sattelnase.

Elektronische Sensoren liefern bei der Analyse ein graphisches Profil der Druckverteilung auf dem Sattel und weisen so die perfekte Sitzposition. Darauf aufbauend kann ein individueller Maßsattel angefertigt werden, der die Druckverteilung und den gesamten Bewegungsablauf optimiert.

So können Schmerzen beim Radfahren gelindert oder zur Gänze eliminiert werden, an die Stelle eines Taubheitsgefühls treten Komfort, Wohlbefinden und Leistungssteigerung.