Arthrose ist nicht gleich Arthritis

Die Begriffe Arthritis und Arthrose werden sehr häufig verwechselt. Beide beschreiben zwar unter anderem schmerzende Gelenksfehlstellungen, doch sind Ursachen und Verlauf jeweils gänzlich verschieden. Bei Arthritis werden die Gelenksverformungen durch eine Gelenksentzündung verursacht, während bei Arthrose die Hauptursache der Gelenkverschleiß ist – die Abnutzung des Gelenkknorpels durch Fehl- oder Überbelastung.

Auch wenn die Wahrscheinlichkeit für eine Arthrose mit dem Lebensalter steigt, handelt es sich nicht nur um ein Krankheitsbild älterer Menschen. Denn gerade körperlich sehr aktive Menschen können auch in jüngeren Jahren bereits erste Anzeichen einer Arthrose aufweisen.

Die Ursachen können vielfältig sein, doch allen ist gemeinsam, dass das betroffene Gelenk längere Zeit über seine Belastbarkeit hinaus gefordert wird, wodurch Knorpelschäden und in weiterer Folge der Verschleiß der Knorpelsubstanz entstehen.

Gelenkig durch das Leben

Knorpel bilden die Grundlage für einen gleitenden und schmerzfreien Bewegungsablauf im Gelenk. Der Körper kann zwar gewisse Mengen an neuem Knorpelgewebe bilden, jedoch kann durch Verletzungen oder bei stärkerem Knorpelabbau die verlorene Substanz nicht mehr aufgebaut werden.

Die Knorpelschicht wird dünner und kann unter Belastung leicht einreißen oder auch Spalten bilden. Wird das Gelenk weiterhin zu stark beansprucht, verändern sich mit der Zeit auch die Gelenksinnenhaut der Knochen und die Bänder. Es kommt zu schmerzhaften Gelenksverformungen – die Erscheinung des Krankheitsbild Arthrose beginnt.

In den stärksten Belastungszonen verschwindet der Knorpelbelag schließlich gänzlich, der Gelenkspalt verschmälert sich und die Gelenkknochen liegen frei. Um der ungewohnten Belastung Stand zu halten, verdichtet sich das Knochengewebe, wodurch die Anatomie des Gelenks verändert wird.

Hundert Gelenke – hundert Möglichkeiten

Der Mensch besitzt etwa hundert Gelenke und prinzipiell kann jedes Gelenk im Körper betroffen sein. Arthrose im Sprunggelenk, Ellenbogen, Knie, im Daumen, sogar eine Arthrose im Kiefergelenk und „Arthrose-Zehen“ sind möglich. Am häufigsten kommt der Gelenkverschleiß jedoch an den unteren Extremitäten und der Wirbelsäule vor, wo Gelenke viel vom Körpergewicht (er)tragen müssen.

Wer viel Sport treibt, trainiert zwar seinen Körper, doch für die Gelenke bedeutet die intensive Belastung Höchstleistung. Wiederkehrende Schmerzen im Gelenk gelten nicht als Frühwarnung, sondern signalisieren, dass der fortschreitende Abbau des Knorpelgewebes voll im Gange ist.

Durch eine operative Arthrose-Behandlung können Korrekturen der Fehlstellung Schmerzen verhindern und die Gelenke stabilisieren

Eine besonders hohe Gelenkbelastung sind Bewegungsformen, die starke Dreh-, Stoß- oder auch Sprungbewegungen beinhalten. Joggen gilt zwar als gesund, jedoch haben Faktoren wie der Laufuntergrund, die Technik oder das Körpergewicht entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit der Gelenke.

Das Kniegelenk ist bei körperlich aktiven Menschen besonders gefordert, wodurch die Arthrose im Knie besonders häufig auftritt. Heilbar ist Arthrose nicht, jedoch können Sportarten mit sanften Bewegungsabläufen wie Schwimmen das Fortschreiten der Erkrankung verhindern oder zumindestens verlangsamen.

Die Wege der Therapiemöglichkeiten

Für die Arthrose-Behandlung stehen konservative und operative Maßnahmen zur Verfügung, wobei der operative Eingriff oft am Ende einer längeren, konservativen Therapie steht. Verbesserte endoskopische und chirurgische Verfahren können einigen PatientInnen allerdings auch schon früher helfen, weswegen zu Beginn einer Arthrose-Behandlung gut abgewogen werden sollte, welche Therapieoption für den einzelnen Patienten die nützlichste ist.

Die konservative Arthrose-Behandlung soll Schmerzen lindern, Entzündungen bekämpfen und die Muskelkraft und Koordination stärken. Eine operative Arthrose-Behandlung soll durch die Korrektur der Fehlstellung Schmerzen verhindern und die Gelenke stabilisieren. Welche Form der operativen Arthrose-Behandlung am sinnvollsten ist, hängt vom betroffenen Gelenk, dem Krankheitsstadium, Alter und Allgemeinzustand des Patienten sowie dem Behandlungsziel ab.