Mathias Kovacev
Strength and Conditioning Coach Raiffeisen Vikings American Football Club

Sport ist Kopfsache

„Sportler zu sein, ist mehr als nur gewisse körperliche Fähigkeiten zu haben. Sport passiert im Kopf“, sagte einmal der deutsche TV-Entertainer Stefan Raab. Der ehemalige Fußball-Weltmeister Klaus Augenthaler wollte eher nicht auf tatsächliche Geschlechterunterschiede hinweisen, als er sagte, Bundesliga sei kein „Mädchensport“. Ihm ging es eher um in seinen Augen mimosenhaftes Verhalten einzelner Fußballprofis.

Jeder Mensch hat seinem Charakter entsprechend andere Bedürfnisse und unterschiedliche Motivationsgründe, Sport zu treiben. Die meisten Frauen treiben anders Sport als Männer – und das ist gut so.

Frauen haben andere körperliche Voraussetzungen als Männer und oft auch eine andere Motivation, warum sie sich sportlich betätigen. Ein wenig abnehmen, attraktiv, beweglich, fit und gesund bleiben – das sind häufige Gründe für Frauen, sich sportlich zu betätigen. Meist zählt weniger der Wettkampf als die Freude an der Sache.

Gute Vorbereitung ist das A und O. Je besser der Körper eingestimmt ist, desto effektiver ist das Training. Dafür gibt es neben Laufband und Crosstrainer noch viele andere Möglichkeiten – gerade Profis schätzen heute „dynamic warm up“, eine individuelle Abfolge von Übungen.

 

Ausdauer- und Krafttraining

Oft genügen schon wenige Übungen pro Tag - schnell, effektiv und unkompliziert sollten sie sein, gerade bei Einsteigerinnen. Bei einer kurzen Trainingszeit ist das Ergebnis trotzdem beachtlich. Wichtig ist die Ausgewogenheit: Frauen tendieren gern zu Ausdauersport, vergessen aber oft das Krafttraining. Das wiederum verbessert die Haltung, steigert die Knochendichte und führt zu einem höheren Kalorienverbrauch, wodurch überschüssiges Körperfett leichter abgebaut wird. Man kann nicht nur Dehnen, nur Laufen oder nur Gewichte heben – der ganze Körper muss gleichermaßen trainiert werden.

 

„Jeder Mensch hat seinem Charakter entsprechend andere Bedürfnisse und unterschiedliche Motivationsgründe, Sport zu treiben “

 

Heute gilt: “Stark ist das neue sexy” – und das stimmt. Frauen müssen sich nicht vor größeren Gewichten fürchten. Unter fachlicher Anleitung ist auch das Training mit schweren Gewichten sicher – und effektiver als viele denken. Gerade zwischen den Übungen sollten dabei regelmäßige Ruhepausen eingelegt werden. In dieser Zeit kann sich der Körper erholen und die folgende Belastung besser meistern.

Bevor aber ein neuer Sport begonnen wird, ist ein Check-up beim Hausarzt gerade für diejenigen sinnvoll, die bisher keinen oder wenig Sport getrieben haben. Der Arzt prüft, ob Herz, Kreislauf und Gelenke in Ordnung sind und berät bei der Wahl der Sportart. Gerade auf lange Sicht ist das umso sinnvoller. In vielen Fällen ist Sport für Patienten nach einem Schlaganfall oder mit einer Erkrankung der Herzkranzgefäße mindestens ebenso wirksam wie der Einsatz von Medikamenten. Auch gegen Alzheimer und andere Formen der Demenz wirkt Sport vorbeugend, da Bewegung das Gehirn jung hält und wichtige Regionen vor dem Schrumpfen bewahrt.
 

Die Figur steht oft im Vordergrund

Zunächst ist es aber bei vielen Frauen ihre Figur, die im Zentrum der Bemühungen steht. Fragt man eine Frau, ob sie mit ihrem Körper zufrieden ist, kommt in der Regel ein klares ‚Nein‘. Eine schlanke Taille, wohlgeformte Oberschenkel oder ein flacher Bauch, auch den eigenen Körper im Spiegel bewundern zu können, stehen auf der Wunschliste.

Das Training darf aber niemals zu einer Selbstquälerei verkommen. Im Zentrum muss immer der Fun-Faktor stehen, denn erst der Spaß lässt ein gut abgestimmtes Sportprogramm den gewünschten Erfolg bringen: Einem gesunden Körper gemeinsam mit einer gelungenen Work-Life-Balance steht dann nichts mehr im Wege.