Alle wissen es, aber die wenigsten sind in der Lage, etwas daran zu ändern – wir alle sitzen zu viel. Im Auto, im Büro, vor dem Fernseher, beim Essen, vor dem Computer. Der Durchschnitts-Mitteleuropäer drückt sich zwischen sechs und elf Stunden täglich seinen Hintern platt. Und bewegt sich nur einen halben Kilometer. Vor knapp einhundert Jahren legte der Durchschnittsbürger noch zwölf Kilometer zurück.

Täglich, nicht im Monat. Und dieses zu lange Sitzen wirkt sich auch negativ auf unseren Körper aus. Zahlreiche Beschwerden fußen auf zu langem, zu häufigem Sitzen. Von Rückenschmerzen über Übergewicht bis hin zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind zahlreiche Krankheiten auf das Sitzen zurückzuführen. Ein im wahrsten Sinne des Wortes hausgemachtes Problem. Doch es gibt eine Lösung.

Falscher Komfort

Am häufigsten und am längsten sitzen wir im Büro. Und das meist auf semioptimalen Bürostühlen. Denn diese Bürostühle, man mag es kaum glauben, sind zu komfortabel. Mit starren Sitzflächen, üppigen Rückenlehnen und zwei Armstützen gaukeln diese Bürosessel Ergonomie vor, bewirken aber genau das Gegenteil. Denn ein Körper, der über längere Zeit übermäßig geschont wird, bleibt nicht gesund, sondern baut sukzessive an Funktion und Muskelmasse ab.

Diese Unbeweglichkeit der Bürostühle führt auch zu Fehlhaltungen all jener, die darauf sitzen. Durchbrechen lässt sich dieser Teufelskreis nur – wer hätte es gedacht – mit Bewegung. Wer sich häufiger und mehr bewegt, ist weniger müde, wird weniger krank und ist allgemein fitter. Die meisten Bürojobs lassen Bewegung aber meist nicht zu, denn Sitzen gehört zum Job wie Telefonieren oder das Bedienen des Computers.

Ständige Bewegung

Also sollte man beim Bürostuhl ansetzen, um die Situation zu verbessern. Der starre Bürostuhl müsste verschwinden und durch einen beweglichen Stuhl ersetzt werden, der den Körper dazu bringt, sich auch beim Sitzen bewegen zu müssen – und wenn es geht sogar zu schwingen. Besonders wirkungsvoll ist dabei eine 3D-Mechanik, die den Sitz in einem labilen Gleichgewicht hält, das während des Sitzens ständig durch kleine und größere Bewegungen neugefunden werden muss.

Diese ständige Bewegung aktiviert zahlreiche Muskeln und sorgt dafür, dass Körper und Geist während des Sitzens aktiv und damit fit bleiben. Liegt der Bewegungspunkt des Stuhls nah am Boden und kann er von dort aus den individuellen Bewegungen des Menschen folgen, sitzt man automatisch häufiger aufrecht und rückenschonend bewegt.

Man lässt sich „nicht hängen“ und sitzt sich auch nicht „den Buckel krumm“. Durch die ständige Bewegung wird die Durchblutung des Körpers gefördert und Muskelpartien im Becken und am Rücken werden trainiert, von denen der durchschnittliche Büroangestellte gar nicht wusste, dass er sie hat. 

Positive Effekte

Mehr als Dreiviertel der Betroffenen, die von einem starren Bürostuhl auf einen mit beweglicher Aufhängung umgestiegen sind, konnten eine deutliche Verbesserung der Rückenschmerzen nach dem Sitzen feststellen. Auch Hüftleiden und schmerzhafte Beschwerden in den Beinen verbessern sich deutlich. Es kann also durchaus Sinn machen, den klassischen Bürostuhl zu entsorgen und sich für mehr Bewegung im Büro zu entscheiden. Der Gesundheit zuliebe.