An die 70 Prozent aller Erwachsenen leiden zumindest einmal im Leben an einer Episode mit Rückenschmerzen. Sport und Wärme können in vielen Fällen helfen, die Beschwerden zu bekämpfen.

 

Wohl so ziemlich jeder kennt das Gefühl: nach einem langen Tag im Büro, wenn man nach Stunden endlich den Schreibtisch verlassen kann, sich aus dem Stuhl erhebt und plötzlich einen Schmerz im Rücken verspürt. Dies ist nur eine Art der Beschwerden, die unter dem Krankheitsbild „Rückenschmerzen“ zusammengefasst sind – von Steifheit im Halswirbelbereich bis zu Muskelverspannungen im unteren Rückenbereich gibt es die verschiedensten Ausprägungen. Meist sind es eingeklemmte Nerven, verschobene Bandscheiben, entzündete oder verspannte Muskeln oder Gelenke, die starke Rückenschmerzen verursachen können.


Viel sitzen und wenig bewegen

 

Oft resultiert das Leiden aus dem eingangs beschriebenen Problem. Eine Großzahl der Arbeitnehmer verbringt acht Stunden oder mehr sitzend vor dem Computer oder einem anderen Arbeitsgerät. In der Freizeit fehlt dann oft die Motivation, um den Mangel an Bewegung durch sportliche Aktivität auszugleichen. Dabei kann durch gezielte Übungen die Rückenmuskulatur gestärkt und damit dazu beigetragen werden, dass Schmerzen erst gar nicht entstehen. Es werden Verspannungen gelöst und durch Bewegung und Dehnen werden Muskelverhärtungen reduziert. Zusätzlich wird durch Sport psychischer Stress abgebaut, der Schmerzen ebenfalls verstärken kann. Neben Sport tragen auch verschiedene Thermobehandlungen in vielen Fällen dazu bei, dass die Beschwerden gemildert werden und im Optimalfall ganz verschwinden.


Wärme als Heilmittel

 

Wärme und Kälte kommen in unterschiedlicher Form gegen Rückenschmerzen zum Einsatz. Sie können eine milde, mittlere oder starke Reizwirkung haben. Wärmebehandlungen zeigen sich dabei als besonders wirksam: warme Bäder und Güsse, Wärmepackungen und - pflaster genauso wie der Besuch von Saunen oder die Verwendung von Infrarotlicht. Da sich die Muskelfasern unter Wärme dehnen und sich so Verkrampfungen lösen, werden die Schmerzen gelindert. Durch den Besuch von Saunen oder Infrarotkabinen kommt es aber auch zu einer psychischen Entspannung, die eine Ablenkung vom stressigen Arbeitsalltag ermöglicht und sich so positiv auf den Gesamtzustand des Körpers auswirkt.


Infrarotlicht zur besseren Durchblutung

 

Infrarotstrahlung, die umgangssprachlich auch oft „Wärmestrahlung“ genannt wird, ist eine natürliche und lebensnotwendige, für das menschliche Auge nicht sichtbare, elektromagnetische Strahlung. Infrarotstrahlen können in unterschiedliche Strahlungsbereiche unterteilt werden und bewegen sich jenseits der Wellenlängen für sichtbares Licht oder UV-Strahlung. Durch die äußere Anwendung von Infrarotstrahlen, meist mittels Rotlichtlampen, wird die Gewebetemperatur erhöht. Dies führt zu einer besseren Durchblutung der Haut. Neue spezielle Infrarotkabinen ermöglichen es, dass die Wärme nicht nur auf die äußerste Hautschicht wirkt, sondern auch die Durchblutung der Muskulatur, der Organe, des Bindegewebes und der Haut entscheidend gesteigert wird. Sie bewirken also, dass die Wärme tiefer und sanfter mit einer größeren Menge auf den gesamten Körper verteilt wird. Dabei herrschen in den Kabinen relativ niedrige Temperaturen zwischen 25 und 35 Grad Celsius. Die Wärmeanwendungen dringen bis zu 40 Zentimeter tief in das Gewebe ein und erzeugen die therapeutische Tiefenwärme. So werden die körpereigenen Heilungsprozesse unterstützt und das Schmerzempfinden gelindert.