Die natürliche Haltung des Menschen ist Stehen, die natürliche Bewegung ist Gehen. Über das Stehen und Gehen wird die Skelettmuskulatur angesteuert. Deshalb gibt es diverse Stepper in den Fitnessstudios dieser Welt oder sie befinden sich als Hometrainer in den Kellern österreichischer Einfamilienhäuser.

Die Nähe zum Fahrrad ist beim Stepper freilich unverkennbar, beim Steppen erbringt Mensch mit der gleichen Anstrengung sogar eine höhere Leistung als beim Radfahren. Aber kann man beim Steppen auch vorwärtskommen wie mit besagtem verschwistertem Gefährt? Man kann! Es braucht „nur“ eine kluge Verbindung beider Trainingsgeräte.

Seit mittlerweile mehr als zehn Jahren erobert diese ingenieurstechnische Erfinderleistung nunmehr Trainingshallen und Rad- oder Waldwege.

Technik

Das Steppfahrrad ist technisch gesehen ein Fahrrad, das anstelle der Tretkurbel zwei voneinander unabhängige Stepp-Pedale aufweist. Der Dreh- und Angelpunkt bei einem derartigen Gefährt ist die Getriebetechnik: Die beiden Stepp-Pedale übertragen ihre Hubbewegung über eine Freilaufeinheit unabhängig voneinander auf eine Antriebswelle, auf welcher die Kettenblätter befestigt sind.

Die Kraftübertragung von diesen Kettenblättern auf das Hinterrad erfolgt mit einer herkömmlichen Fahrradkette und mit einer Kettenschaltung mit 9 oder 30 Gängen.

Die Stepp-Pedale werden von je einer Rückholfeder nach oben gezogen und folgen der Bewegung des jeweiligen Beines bzw. Fußes, wobei die Hubhöhe und die Tretfrequenz nicht vorgegeben sind, sondern vom Fahrer bzw. vom Fahrstil des Fahrers bestimmt werden. Im Leerlauf sinken beide Pedale nach unten, was zu einem entspannten Bergabrollen führt.

Eigenschaften

Neu ist bei diesem Gefährt, dass es keinen Sattel gibt. Der Fahrer fährt im Stehen. Das ist in den ersten Minuten gewöhnungsbedürftig, aber sobald man erst einmal „im Tritt“ ist, geht alles wie von allein. Durch die aufrechte Haltung und die stoßfreien Stepbewegungen ist das Stepprad dem Fahrrad wie allen Laufsportarten aus gesundheitlicher Sicht weit überlegen.

Es ist die gesündere und gelenkschonendere Art der Fortbewegung.

Zahlreiche Muskeln werden beim Steppfahren trainiert. Besser Stehen als Sitzen – das ist auch für die Wirbelsäule von großem Vorteil. Viele Sportler haben das Steppfahrrad schon für sich entdeckt. In Vorbereitung auf Wettkämpfe und Marathons nutzen sie es als Trainingsgerät zum Ausdauertraining und zur Koordination der Muskeln. Schick ist das Teil auch noch dazu. Beide Modelle gibt es in den Farben weiß-grün oder schwarz-grün.

Rücken

Der Oberkörper bleibt beim Fahren aufgerichtet und ist ständig in Bewegung, um das Gleichgewicht zu halten. Das trainiert die tiefliegenden Muskeln rund um die Wirbelsäule, die entscheidend für einen gesunden, schmerzfreien Rücken sind. Zusätzlich stärkt das Fahren mit einem Stepperfahrrad auch viele andere Muskelgruppen des Körpers.

Dadurch ist die Fahrt auch ein gutes Ausdauer- und Krafttraining für den gesamten Körper. Ebenso werden die koordinativen Fähigkeiten geschult und der Gleichgewichtssinn verbessert.

Obwohl Steppräder für alle bewegungsfreudigen Menschen gedacht sind, haben Menschen mit gesundheitlichen Problemen ganz besondere Vorteile durch dieses Trainingsgerät. Personen, die beim Laufen oder Radfahren Schmerzen haben, profitieren von therapeutischen Effekten. Trainer, Sportler, Physiotherapeuten und Orthopäden bestätigen die Effektivität des Gefährtes bei Rücken- oder Gelenksproblemen.

Ausstattung

Das Stepperfahrrad gibt es in zwei Varianten: einer leichteren für befestigte Straßen in ebenem Gelände und einer schwereren mit höherer Steigfähigkeit für Forststraßen, Waldwege und Single Trails. Die Gangschaltungen sind für beide Modelle entsprechend verschieden und auch der Durchmesser der Laufräder unterscheidet sich in Berücksichtigung der zu erwartenden Verwendung. Damit kann das Training auch individuell auf die einzelnen Bedürfnisse angepasst werden.

Ein Bremssystem aus beispielsweise mechanischen V-Brakes oder hydraulischen Scheibenbremsen für Vorder- und Hinterrad sorgt für die nötige Sicherheit und Zusatzausstattung wie Klingel, Licht und Reflektoren macht das Stepper-Fahrrad für die Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr zulässig.

Beide Modelle wurden aufgrund ihrer gesundheitsfördernden Wirkungsweise mit dem AGR-Gütesiegel ausgezeichnet. Ärzte und Therapeuten sind sich einig: Streetsteppen stärkt die Stützmuskulatur, schont die Gelenke und schult Koordination und Gleichgewicht.