Wer rastet, der rostet

Sport ist als Ausdruck bewegten Lebens ein wichtiger Faktor geworden, sowohl als Freizeitgestaltung und Wohlfühlquelle im Breitensport quer durch alle Gesellschaftsschichten, als auch im Spitzen- und Leistungssport, wo wir gerade jetzt bei der Olympiade in Rio wieder erleben durften, auf welchen Niveau und mit welcher Perfektion Sport betrieben werden kann.

Neben dieser Gruppe von Ausnahmesportlern ist im Gesellschaftsgefüge der Breitensport jedoch von größerer Bedeutung für die Volksgesundheit, denn Übergewicht, Bewegungsmangel und ungesunder Lebensstil gehören zu den größten Krankmachern.

Prävention am Bewegungsapparat

Ein großes Anliegen der Orthopädie ist eine entsprechende Prävention zu betreiben. Die Sportmedizin zum Beispiel die Aufrufe zur täglichen Turnstunde, um zumindest einen gewissen Anreiz geben zu können, vorgeschlagene Bewegungsinhalte systematisch und standardisiert durchführen zu können und bewegungsfernen Kindern zu einer positiven Entwicklung zu verhelfen.

In der Jugend sollten die Grundlagen gesetzt werden, um sogenannte Lifetime-Sportarten aufzugreifen. Hierzu zählen unter anderem Bergwandern, Radfahren, Laufen und Schwimmen, aber auch Golf und Tennis, da diese meist bis ins hohe Alter betrieben werden können und einen wichtigen Faktor in der Gewichtsregulierung darstellen können, aber auch für Herzkreislauferkrankungen, Bluthochdruck und Diabetes präventiv sind.

Anstrengung & Alter

Ab dem vierten Lebensdezenium zeigen die meisten Menschen erste Alterserscheinungen. Während die Muskel und das Herz-Kreislaufsystem beim gesunden Menschen meist problemlos trainierbar sind, wird durch Überlastungen und Verletzungen des Bewegungsapparates die Sportfähigkeit limitiert. Prinzipiell kann der Bewegungsapparat in gleicher Weise wie das Herz-Kreislaufsystem trainiert werden, nur reagiert er wesentlich langsamer mit einer Anpassung der Belastbarkeit.

Vorallem Überlastung und Übermüdung sind häufige Ursachen von Sportverletzungen und Sportschäden.

Somit entstehen beim Sportler Überlastungsschmerzen an Muskel-Sehnenübergängen und Sehnenansätzen. Ein systematisches Aufbautraining hilft, den Bewegungsapparat an den Sport zu gewöhnen und die Leistung kontinuierlich zu steigern. Bei zu rascher Steigerung des Trainings kommt es zu schmerzhaften Überlastungsproblemen wie Muskelkater, Muskelverletzungen oder Sehnenschmerzen, z.B. an der Achillessehne.

Sportarten müssen richtig erklärt und gelernt sein; die richtige Technik ist Voraussetzung für eine gesunde Belastung und auch den sportlichen Erfolg. Sportarten wie Schifahren oder Golfen brauchen viel Übung, aber auch Laufen oder Schwimmen müssen richtig erlernt werden, werden sie falsch ausgeführt kommt es zu Schmerzproblemen, die in der Sportmedizin schon oft nach der Sportart in der sie auftreten benannt sind, wie Golfer- oder Tennisellenbogen, Schwimmerschulter, Springerknie oder Fußballerknöchel.

Sportverletzungen und Sportschäden

Überlastung und Übermüdung sind die häufigsten Ursachen von Sportverletzungen und Sportschäden. Die richtige Selbsteinschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit ist ein wichtiger Aspekt im Sport. Dies gilt einerseits für die Dauer und Intensität der Belastung, aber auch für die Unfallgefahr und die Risikoabschätzung. Besonders in Sportarten wie z.B. Skifahren hat sich durch Verbesserung der Pistenpräparierung und auch der Skitechnik (Carving-Ski) die Geschwindigkeit beim Skifahren und damit auch die Verletzungsgefahr deutlich erhöht.

In Österreich sind viele ÄrzteInnen mit der Sportmedizin befasst und Mitglied der Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (ÖGSMP) oder in der Gesellschaft für Orthopädische und Traumatologische Sportmedizin (GOTS), die sich mit den Problemen des Bewegungsapparates befasst und mit Deutschland, Schweiz und Österreich überregional organisiert ist.

Hier werden viele Fortbildungsveranstaltungen durchgeführt und wird vor allem direkte Betreuung von Sportlern auf allen Leistungsstufen betrieben. Damit unterstützen sie gesundes Bewegen und helfen, den positiven Nutzen von Sport zu fördern und vor Schäden und Verletzungen zu schützen: Denn Bewegen ist Leben… und die Sportmedizin hilft dabei!