Was uns so normal scheint, dass es beinah klischeehaft wirkt, hat jedoch einen medizinischen Hintergrund.  Muss man nämlich öfter als zwei Mal pro Nacht, spricht man von Nykturie. Das gilt auch, wenn mehr als ein Drittel der gesamten täglichen Harnmenge nachts ausgeschieden wird. Je älter man wird, desto eher ist man betroffen. Ab 40 wird Nykturie für viele zum Problem. Bei den über 60-Jährigen zählt die Statistik bereits gut ein Drittel, ab 70 mehr als 40 Prozent. Frauen sind übrigens um die Hälfte öfter betroffen als Männer. In Summe dürften ungefähr 800.000 Österreicher am verstärkten Harndrang leiden. 

 

Lebensqualität

Nicht wenigen macht die Nykturie die Nacht zur Qual. Sie sind gut beraten, einen Arzt aufzusuchen, denn der übermäßige nächtliche Harndrang kann unangenehme Folgen haben. Die gestörte Nachtruhe führt zwangsläufig zu einer starken Beeinträchtigung der Lebensqualität und Gesundheit. Nykturie-Patienten leiden etwa doppelt so häufig unter Depressionen, Stimmungsschwankungen, Tagesmüdigkeit und Konzentrationsschwäche wie Menschen ohne Nykturie. 

 

Gesundheitsrisiko

Durch den gestörten Schlaf erhöht sich beispielsweise auch das Risiko für Herzkrankheiten; bei älteren Menschen verdoppelt sich das nächtliche Sturzrisiko, wodurch auch die Gefahr einer gefürchteten Schenkelhalsfraktur drastisch ansteigt. Um weniger häufig aufzuwachen, schränken viele ihre Flüssigkeitszufuhr ein. Damit riskieren sie aber, dass der Körper austrocknet.

Ursache der Nykturie könnte durchaus eine Krankheit sein. So kann der Harndrang die Folge einer Zuckerkrankheit sein. Herzmuskelschwäche, Nierenschwäche oder Prostataleiden gehören ebenfalls zu den potentiellen Auslösern.  Daher sollte, wer bei sich selbst erhöhten nächtlichen Harndrang feststellt, Maßnahmen auf jeden Fall mit einem Arzt abklären.