Es ist verständlich, dass Mann sich schämt, wenn nach dem Pinkeln der Urin unkontrolliert tropft. Dennoch darf das Symptom nicht ignoriert werden. Denn unbehandelt verschlimmern sich die Beschwerden meist nur: Der Harnstrahl wird mit der Zeit schwächer, später kann der Betroffene nur noch Wasserlassen, wenn er dazu stark presst. Der Toilettengang bereitet ihm mitunter Schmerzen und hinterlässt das stete Gefühl, dass die Blase nicht ganz leer ist. Ein sogenannter Harndrang entwickelt sich, der den Mann vor allem nachts aus dem Schlaf reißt. Immer und immer wieder.

Die schwache Blase beeinträchtigt das Leben Betroffener zunehmend. Sie sorgt für Unwohlsein und Angst. Angst davor, dass Familie oder Kollegen buchstäblich Wind davon bekommen könnten, weil der ständig tropfende Urin eine unangenehme Geruchsmarke hinterlässt. Angst davor, dass Partner sich ekeln könnten und deshalb auf Nähe verzichten wollen.

Infolge der Angst meiden die Männer den Kontakt mit anderen, nicht selten isolieren sie sich ganz.

Da die Ursache der Probleme häufig die normale und unvermeidbare Alterung des Körpers ist, ist angesichts der Symptome Scham fehl am Platz. Mann sollte wissen, dass die Prostata, also die Vorsteherdrüse des Mannes, die normalerweise etwa so groß wie eine Kastanie ist, sich mit dem Alter vergrößert. Das Phänomen der gutartigen Vergrößerung heißt auch benigne Prostatahyperplasie (BPH). Die größere Prostata verengt die Harnröhre und verursacht so die geschilderten Probleme.

Wer damit rechtzeitig zum Arzt geht, dem kann bei leichten bis mittelschweren Beschwerden gut geholfen werden. Neben verschreibungspflichtigen Medikamenten gibt es pflanzliche Präparate, die erfahrungsgemäß mildernd wirken. Auch Sport und gezieltes Beckenbodentraining lindern häufig die Probleme mit dem Pinkeln spürbar.