Herbert Grönemeyer beschreibt in diesem Lied eigentlich sehr gut die männliche Seele. Hin- und hergerissen von Stärke und Schwäche, von Rücksichtslosigkeit und Demut und von testosterongetriebener innerer Unsicherheit stürzen sich viele Männer in diverse Abenteuer, es darf keine Schwäche gezeigt werden. Aber warum denn eigentlich nicht? Ist es ein gesellschaftspolitisches Problem? Ist es das wert, dass Männer eine um fünf Jahre kürzere Lebenserwartung haben?

Statistisch gesehen beträgt die Lebenserwartung der Männer im Jahr 2016 79.1 Jahre , die der Frauen 84 Jahre (Quelle Statistik Austria). Warum gehen dann die Männer nicht zur regelmäßigen Voruntersuchung?

Typische männliche Erkrankungen umfassen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die Atmungsorgane und den Verdauungstrakt. Natürlich sind auch die geschlechtsspezifischen Erkrankungen zu berücksichtigen, wie Erkrankungen der Prostata (gutartig oder bösartig), Libidoprobleme, Probleme beim Wasserlassen und Erektionsprobleme, ein Symptom, das statistisch gesehen jeder 5.

Mann ab dem 50. Lebensjahr hat. Aber warum werden diese Probleme einfach ignoriert? Ist es falsche Scham, die die Männer nicht zum Urologen gehen lässt?

Probleme beim Wasserlassen

Welcher Mann ab dem 50. Lebensjahr kennt diese Beschwerden nicht?

  • häufiger Harndrang
  • Harndrang nachts und Miktion in der Nacht mit Schlafstörungen
  • nachträufeln
  • das Gefühl der unvollständigen Blasenentleerung

Diese Symptome sind bei Männern ab dem 50. Lebensjahr sehr häufig und bedürfen einer Abklärung. Diese Beschwerden können einerseits durch internistische Erkrankungen (Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus), aber auch durch die gutartige Vergrößerung der Prostata verursacht sein. Das gilt es evaluieren, zumal ja auch die Therapie eine komplett andere ist.

Die Abklärung umfasst:

  • die Erhebung der Krankengeschichte
  • die Bestandsaufnahme der laufenden Medikation (Tipp: Führen Sie doch einfach eine Medikamentenliste mit sich oder fotografieren sie Ihre Medikamente mit dem Handy ab)
  • eine Harnuntersuchung bzw. Harnstrahlmessung
  • eine Untersuchung des äußeren Genitales
  • eine Ultraschalluntersuchung der Niere und der Blase
  • eine Größenbestimmung der Prostata
  • eine Tastuntersuchung der Prostata
  • die Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (Tumormarker der Prostata-PSA).

Aufgrund dieser Erhebungen ist es möglich, den Männern eine Therapie anzubieten und so die Lebensqualität drastisch zu steigern.

Häufig gehen mit den Problemen bei der Miktion Potenzprobleme einher, auch diese bedürfen einer umfassenden Abklärung, zumal  diese erste Vorboten einer koronaren Herzkrankheit bzw. eines Schlaganfalls sein können. Man sagt ja nicht umsonst , dass "der Penis die Antenne des Herzens" ist.

Im Penis sind vier kleine Arterien (das sind die Blutgefäße, die das Blut ins Gewebe transportieren). Diese Arterien sind sehr klein und somit für Gefäßverkalkungen sehr anfällig. Somit können internistische Erkrankungen wie Atherosklerose, Bluthochdruck oder Diabetes mellitus zu diesen Problemen führen und nicht entdeckt führen sie zu dramatischen, ja auch lebensbedrohenden Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Die Voruntersuchung hilft, die Lebensqualität zu verbessern und Leben zu retten, und davon haben Sie mal nur eines!