Prostatakrebs erkennen durch Screening

Über 30 Prozent aller Krebserkrankungen fallen in das urologische Fachgebiet. Der Prostatakrebs ist dabei die häufigste Tumorerkrankung des Mannes und die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache. An einem Prostatakarzinom erkranken durchschnittlich 10 bis 15 Prozent aller Männer. Seit der Einführung des PSA-Tests als Tumormarker in den 1980iger Jahren geht die Sterblichkeit an der Erkrankung deutlich zurück, während sich die Anzahl der jährlichen Neuerkrankungen mehr als verdoppelt hat.

In der letzten Zeit ist der PSA-Test häufiger Gegenstand einer öffentlichen und nicht immer sachlich geführten Diskussion. Der Test hat zweifelsohne zu einer Überdiagnostik und mitunter auch Übertherapierung geführt, aber auch bei vielen Patienten eine frühe Heilung ermöglicht. Aktuelle Daten der europaweiten Studie haben eindrucksvoll gezeigt, dass durch PSA-Screening die Sterblichkeit am Prostatakarzinom um 50 Prozent reduziert werden kann.

Interdisziplinäre Sprechstunden bei Prostatakrebs

Bei der Planung und Durchführung der Therapie besteht eine enge Vernetzung von niedergelassenen UrologInnen und den Spitälern. In interdisziplinären Sprechstunden werden mit Betroffenen und ihren Angehörigen die möglichen Behandlungsoptionen diskutiert. Diese beinhalten die offene, laparoskopische und Roboter-assistierte operative Entfernung der Prostata, verschiedene Möglichkeiten der Strahlentherapie, medikamentösen Therapie und aktiven Überwachung.

Alle Tumorpatienten werden in Tumorboards besprochen, wo Experten sämtlicher Fachdisziplinen anwesend sind und so eine individuelle Therapie und Nachsorge nach höchsten internationalen Standards garantieren. Diese sind häufig in Krebszentren oder Organzentren integriert.

Inkontinenz

Harninkontinenz betrifft bis zu 30 Prozent der Frauen und 15 Prozent der Männer. Das Zitat “Harninkontinenz ist nicht gefährlich, aber sie raubt dir das Leben” unterstreicht, dass die Lebensqualität von PatientInnen mit Harninkontinenz deutlich eingeschränkt ist. Trotz der enormen sozialen und psychischen Belastung suchen viele Betroffene erst spät oder gar nicht den Arzt auf. Dabei gibt es für alle Formen der Harninkontinenz mannigfaltige nicht-operative und operative Therapien, die eine schnelle Verbesserung der Beschwerden ermöglichen und häufig sogar zu einer kompletten Heilung führen.

Vor jeder Therapie steht aber eine umfassende Diagnostik, die ebenfalls interdisziplinär erfolgt. Die intelligente Vernetzung der Fachdisziplinen Urologie, Frauenheilkunde, Chirurgie und physikalische Medizin in Beckenbodenzentren ermöglicht diese Betreuung.

Patienten aufklären

Ziel der medizinischen Versorgung ist die optimale Betreuung der PatientInnen nach aktuellen Standards und die kontinuierliche Verbesserung der Versorgungsqualität und damit auch der Patientenzufriedenheit. Forschung, tief greifende, interdisziplinäre Zusammenarbeit und die direkte und respektvolle Integration von gut informierten und aufgeklärten PatientInnen in den Heilungsprozess stehen dabei an oberster Stelle. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen bei der Lektüre dieser Themenzeitung viele neue Informationen und hoffen, zu einem intensiveren Verständnis der Fachdisziplin beizutragen.