Mehr als die Hälfte aller Männer über 50 hat Probleme mit dem Wasserlassen. Ursache ist in der Regel eine gutartige Vergrößerung der Prostata, genannt benigne Prostatahyperplasie (BPH). Diese altersbedingte Vergrößerung geht mit häufigem und nächtlichem Harndrang, unvollständiger Blasenentleerung und Inkontinenzproblemen einher. Sie tritt ab dem 50.

Lebensjahr bei rund der Hälfte aller Männer auf, die Häufigkeit steigt sogar bis über 90 Prozent bei Männern über 80 Jahren. Als Ursachen hierfür werden das Alter, unsere westliche Ernährungsweise und androgene Umwelteinflüsse der Industriegesellschaft gesehen. Auch das Prostatitis-Syndrom und Miktionsstörungen gehören zu den Gefährdungen des unteren Harntrakts des Mannes.

Beim Prostatakarzinom treten Symptome in der Regel erst dann auf, wenn der Tumor bereits so weit gewachsen ist, dass er in umliegende Organe und Gewebe einwächst bzw. Metastasen gebildet hat. Es ist in den westlichen Industrienationen die häufigste Krebserkrankung des Mannes.

Risikofaktoren sind hierbei familiäre Prädisposition, Kadmiumbelastungen und die westliche Ernährungsweise mit zu vielen tierischen Fetten und damit der Gefahr des Übergewichts.

Vitale Prophylaxe

Wichtigste Maßnahme zur rechtzeitigen Erkennung des Prostatakarzinoms und anderer pathologischer Veränderungen von Blase und Prostata ist die jährliche Vorsorgeuntersuchung ab dem 45. Lebensjahr. Der Gang zum Urologen sollte also trotz aller Angst und Scham zur Gewohnheit werden.

In der Prävention spielen außerdem Ernährung und Bewegung eine entscheidende Rolle. BPH bzw. vorwiegend irritativen Beschwerden von Prostata und Blase wirkt regelmäßiger Ausdauersport entgegen, weil Bewegungen der Beckenbodenmuskulatur die betreffenden Organe auf natürlichem Wege massieren, was einer Größenzunahme und Inkontinenz vorbeugt.

Dreimal pro Woche Laufen, Schwimmen oder Radfahren wirken schon Wunder. Außerdem können Präparate aus der Phytotherapie in der sogenannten Reizbehandlung für Stärkung und Unterstützung der Organfunktionen sorgen.

Heilsame Nahrung

In Asien erkranken wesentlich weniger Männer an BPH, was man der grundlegend anderen Ernährungsweise zuschreibt. Phytoöstrogene aus Sojaerzeugnissen und grünem Tee behindern übermäßiges Zellwachstum. Aber auch die mediterrane Küche bietet prostataschonende Nahrung: Fisch, Tomaten, Knoblauch, Zwiebeln und Olivenöl enthalten zahlreiche Bioaktivstoffe, die entzündungshemmende Wirkung besitzen.

Extrakte aus Kürbissamen, Brennesselwurzeln, Roggenpollen oder Sägepalmfrüchten greifen an einer der Hauptursachen der Prostatavergrößerung an. In ihnen stecken sekundäre Pflanzenstoffe, die in den männlichen Hormonhaushalt eingreifenund bei leichten Beschwerden, also im Anfangsstadium einer BPH, helfen können.

Bei den Kürbiskernen sind es vor allem die fettfreien Anteile, also nicht das wohlschmeckende Öl, die eine positive Wirkung auf Reizblase und Prostata entfalten. Sie enthalten nicht nur reichlich ungesättigte Fettsäuren, Vitamin E und Beta-Carotin, sondern liefern auch Lignane, L-Arginin, Magnesium, Zink und Selen.

Antioxidantien aus Säften von Tomaten, roten Trauben und Granatäpfeln bieten wirkvollen Zellschutz zur Prävention von Prostatakrebs. All diesen pflanzlichen Heilkräften sind neben ihren vielfältigen Wirkungsmechanismen geringe bis fehlende Nebenwirkungen eigen; sie stellen außerdem eine sehr kostengünstige Therapieform dar.