Andi Knoll
Andi Knoll (42) ist Radio- und Fernsehmoderator. Der gebürtige Tiroler arbeitet seit 1994 beim Radiosender Ö3 und ist seit 1999 regelmäßig auch im TV im Einsatz. Aktuell moderiert Andi Knoll die vierte Staffel von „Die große Chance“ im ORF. © Miriam Primik

Warum unterstützen Sie als Prominenter die Movember-Aktion?

Es gibt noch immer Themen, über die man nicht spricht, weil sie unangenehm oder nicht kontrollierbar sind. Bei vielen Menschen löst allein das Wort „Krebs“ Panik und Angst aus – aber das muss nicht sein! Wenn alle regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung gehen würden, dann wäre das Thema nicht mit so viel Angst besetzt, weil die Sterblichkeitsrate viel geringer wäre.

Genau deswegen versuche ich gerade als Mann darauf aufmerksam zu machen. Uns wird zwar auf der einen Seite immer wieder unterstellt, wehleidig zu sein. Auf der anderen Seite sind wir Männer vielleicht aber auch ein bisschen zu zögerlich, wenn es darum geht, zum Arzt zu gehen. 

 

Was ist Ihre persönliche Motivation, am Movember teilzunehmen?

Als persönlich Betroffener hat mich mein ehemaliger Ö3-Kollege Christian Anderl auf die Movember-Aktion, die es ja im anglo-amerikanischen Raum schon länger gibt, aufmerksam gemacht. Ich habe mich immer wieder gewundert, warum sich im Herbst viele amerikanische Männer einen Schnauzer wachsen lassen. Aber erst durch den persönlichen Anlassfall ist mir bewusst geworden, wie genial die Aktion eigentlich ist. Sich einmal im Jahr einen Schnauzer wachsen zu lassen, sieht zwar genauso blöd aus wie während des restlichen Jahres – nur hat es im November einen guten Hintergrund.

 

Für alle potenziellen Mo Bros und Mo Sistas unter den LeserInnen: Welche Spielregeln gilt es bei der Movember-Aktion zu beachten?

Als Mo Bro startet Mann am 1. November glatt rasiert, lässt sich dann 30 Tage lang einen Schnurrbart für den guten Zweck wachsen und nutzt die Aktion, um Gespräche über Männergesundheit anzuregen. Gleichzeitig können Gelder für die Prostata- und Hodenkrebsforschung gesammelt werden – so können auch Frauen, also Mo Sistas, aktiv werden und die Movember-Aktion unterstützen.

 

Ihr persönlicher Rat: Wie kann man Männern die Angst vor der Untersuchung nehmen und sie zur Vorsorge animieren?

Also wenn man Angst vor dem Zahnarzt hat, verstehe ich das. Aber die Angst vor einer Vorsorgeuntersuchung finde ich unbegründet. Natürlich ist man beim ersten Mal vielleicht peinlich berührt – im wahrsten Sinn des Wortes. Trotzdem: Augen zu und durch! Die Angst vor dem, was einem blühen kann, wenn man nicht hingeht, die sollte größer sein. Denn da kann „zu Tode gefürchtet“ wirklich „gestorben sein“ bedeuten.

 

Wie wichtig ist Ihnen Ihre persönliche Gesundheitsvorsorge?

Sehr wichtig! Das ist wahrscheinlich eine Alterserscheinung. Ich war mit 35 Jahren das erste Mal bei einer Vorsorgeuntersuchung. Jetzt bin ich knapp über 40 und gehe fix davon aus, dass ich irgendwann einmal einen Befund bekomme, der nicht erfreulich sein wird. Nicht weil ich Hypochonder bin, sondern weil das einfach die Statistik sagt. Wir werden immer älter, also steigt auch die Anzahl der Krankheiten. Es geht aber immer darum, in welchem Stadium man Krankheiten erkennen und behandeln kann. Deshalb gehe ich jedes Jahr zur Vorsorgeuntersuchung.

 

„Bei Hodenkrebsfrüherkennung liegt die Heilungsrate in Österreich bei 98 Prozent. Also bitte nicht unnötig diese schöne Statistik gefährden!“

 

Wie werden Sie persönlich Movember promoten und stehen Ihre KollegInnen von Ö3 auch hinter der Aktion?

Ich werde definitiv ein Schnauzbart-Foto auf Facebook posten und werde in allen mir zur Verfügung stehenden Kanälen über die Thematik sprechen. Wie ich haben sich auch einige Kollegen von Ö3 letztes Jahr mit Schnauzbart von Christian Anderl fotografieren lassen. Außerdem berichten wir bei Ö3 regelmäßig von der Movember-Aktion. Jeder der sich davon animiert fühlt, zum Arzt zu gehen, ist dann möglicherweise einer weniger, den es vielleicht nicht treffen wird.

 

Werden Sie die Aktion auch nächstes Jahr wieder unterstützen?

Auf alle Fälle – es hört ja nicht auf! Wenn man einmal im Jahr zur Vorsorgeuntersuchung geht, dann sollte man das auch einmal im Jahr anderen Menschen mitteilen. Es gibt viele Krankheiten, über die man sehr ernste Infokampagnen machen kann. Um wirklich anzukommen, sollte man sich dem Ganzen aber unterhaltsam nähern. Das heißt nicht, dass diese Kampagnen automatisch lustig sind, sondern einfach auffälliger. Sich also zumindest einmal im Jahr einen Schnauzer wachsen zu lassen, um dadurch Männer zur Vorsorge zu bewegen, ist als unterhaltsamer und spielerischer Zugang sicher nachhaltig.