Was macht einen Mann heute zum Mann?

Ein Mann ist heute viel mehr als derjenige, der das Geld nach Hause bringt. Für mich zeichnet einen Mann aus, dass er ein Mensch ist, der auch Gefühle zeigen und über seine Gefühle sprechen kann.

 Sind Sie gerne ein Mann?

Ja!

Was zeichnet Sie als Mann aus?

Ich bin ein Mann, der Fehler zugeben kann. Das hängt natürlich auch immer davon ab, wer mein Gegenüber ist, aber grundsätzlich empfinde ich es als meine Stärke, auch Schwächen zeigen zu können.

Welche männliche Rolle würden Sie gerne ausfüllen?

Es mag langweilig klingen, aber ich träume davon, Familienvater zu sein. Eine gute, glückliche Familie, das ist für mich Lebensinhalt. Schön wäre dazu beruflicher Erfolg, aber der vergeht in meiner Branche mitunter so schnell, wie er kommt. Umso wichtiger ist für mich die Familie, die mir Rückhalt gibt.

Wie viele Kinder wünschen Sie sich?

Ein, zwei kann ich mir sehr gut vorstellen. Aber das hängt ja auch von der Mutter meiner Kinder ab.

Was für ein Vater wären Sie gern?

Offenheit ist mir wichtig. Ich wäre gern ein Vater, zu dem die Kinder mit allem kommen, was sie bewegt. Ich wäre ihnen gerne ein Freund und Berater.

Wer hat Ihre Männlichkeit geprägt?

Mein Vater, mein Opa, meine Freunde. Es sind zig Mosaiksteinchen, die sich zu meinem heutigen Ich zusammengefügt haben. Mein Opa beispielweise hat mir den festen Händedruck beigebracht. Meinem Vater war es wichtig, mir gutes Benehmen als Wert weiterzureichen.

Was würden Sie einem Sohn mit auf den Weg in sein Leben als Mann geben?

Ich fände es schön, wenn mein Sohn offen und freundlich auf die Menschen zuginge, ohne sich dabei ungesund zu verbiegen. Bei meinen eigenen Begegnungen mit Menschen ist mir wichtig, dass ich gerade denjenigen, die für mich arbeiten, zum Beispiel einer Kellnerin im Restaurant, meinen Respekt zeige und mich nicht arrogant verhalte.

Welche Männerrolle lehnen Sie ab?

Die Machorolle. Die kann ich zwar spielen, wenn sie gefragt ist (lacht) … aber in meinem Naturell liegt sie nicht.

Ist es anstrengend, 2016 ein Mann zu sein – noch dazu einer, der in der Öffentlichkeit steht?

Ich bin mir dessen wohl bewusst, dass ich durch meinen Job mitunter anders beäugt werde. Aber damit habe ich umzugehen gelernt. Es kam der Moment, da wusste ich: Das bin ich! Andreas Moravec! Wenn ich zu mir stehe, bin ich echt! Egal, was die anderen sagen. Anstrengend? Nein, anstrengend ist das nicht.

Wo geraten Sie im Alltag in Stress?

So ein Fernsehdreh, zwölf Stunden am Set mit wechselnden Szenen und Drehorten, ist schon stressig. Aber da ist auch immer Spaß dabei.

Woran merken Sie Stress?

Der meldet sich bei mir immer mit Rückenschmerzen.

Was tun Sie dagegen?

Ich treibe seit einigen Jahren regelmäßig Sport. Je größer der Stress wird, desto intensiver gestalte ich mein Sportprogramm. Ich gehe ins Fitnessstudio, spiele Tennis und laufe. Seit zwei Jahren habe ich beim Joggen eine Partnerin: meine Labradorhündin Haily. Das Zusammensein mit ihr entspannt mich.

Welche Rolle spielen Ernährung, Gesundheit und Fitness?

Auf gesunder Ernährung und Sport fußt meine Gesundheit. Als ich mit dem Sport anfing, habe ich auch meine Ernährung anders ausgerichtet. Es ist gerade in meinem Job nicht immer leicht, gesund zu essen. Aber mitunter koche ich mir auch mal was vor und nehme es mit, um mich nicht immer von Snacks zu ernähren.

Wie wichtig ist das Aussehen?

Für meinen Job ist Aussehen wichtig. Dafür muss ich was tun. Körperliche Gesundheit bringt immer auch Schönheit mit sich. Heute, mit 34, denke ich schon mal daran, wie ich mit 40 aussehen möchte. Mein Vater hatte mit 40 ein Bierbäuchlein … Das will ich auf keinen Fall!

Männern sagt man nach, sie kümmerten sich weniger um ihre Gesundheit als Frauen, schöben beispielsweise Arztbesuche hinaus. Wie wichtig ist Ihnen Gesundheit?

In Sachen Gesundheit bin ich dann wohl total unmännlich (lacht). Aber durch meinen Zivildienst beim Roten Kreuz habe ich eines gelernt: Je früher man zum Arzt geht, desto größer ist die Chance auf eine vollständige Heilung. Daran halte ich mich: Wenn sich bei mir irgendwas auffällig verändert, und sei es nur ein kleines Muttermal, dann gehe ich zum Arzt. Ich verschleppe nichts. Mein Opa hat das getan. Hämorrhoiden. Er starb dann an Darmkrebs. Ich habe auch meine Eltern dazu bewegt, sich regelmäßig checken zu lassen. Die machen das inzwischen ganz brav.

Machen Sie sich Sorgen um Ihre Gesundheit im Alter?

Nicht täglich, nicht konkret. Aber ich baue gerade ein Haus. Und bei der Wahl der Stiegen habe ich mich schon gefragt, ob ich die wohl mit 70 noch werde steigen können.

Gehen Sie zur Vorsorge?

Wenn ich die Gelegenheit dazu habe, zum Beispiel an einer Vorsorgeuntersuchung teilzunehmen, die mein Sender einmal im Jahr anbietet, dann bin ich dabei.

Sie haben für die Sendereihe „Andi Extrem“ 2011 Ihre Gesundheit riskiert. Würden Sie das heute auch wieder tun?

Nein. Vor allem das Paragliding habe ich schon damals nur unter Protest gemacht. Ich verbuche das unter „Lehrjahre“. Heute weiß meine Redaktion von meiner Höhenangst. Und ich stehe dazu und lehne „Jobangebote mit Höhe“ ab. Dass ich mir das heute leisten kann, habe ich mir erarbeitet.

Reden Männer 2016 über Gesundheit?

Ich hatte bisher keinen konkreten Anlass – aber ich bin mir sicher, ich könnte und würde jederzeit mit meinen Freunden sprechen, wenn ich da etwas zu besprechen hätte.