Herr Rafreider, warum setzen Sie sich als Prominenter für die Vorsorgeuntersuchung bei Prostatakrebs ein?

Das Thema Vorsorge ist mir ein persönliches Anliegen. Ich sehe das ganz simpel: Wenn man mit der Sensibilisierung der Öffentlichkeit einen Beitrag dazu leisten kann, dass nur ein Mann mehr bewusst zur Prostatakrebs-Vorsorgeuntersuchung geht und dadurch vielleicht Erkrankungen rechtzeitig erkannt werden können, hat sich das Engagement schon gelohnt.

Roman Rafreider
Der studierte Politikwissenschaftler und ORF-Journalist ist Hauptanchor der ZIB 20 und moderiert auch die ZIB 24. Rafreider treibt regelmäßig Sport, ist sehr gesundheitsbewusst und engagiert sich für mehr Gesundheit im Alltag.

Gehen auch Sie persönlich regelmäßig zur Prostatakrebs Vorsorgeuntersuchung?

Logisch! Das Thema Männervorsorge war und ist auch für mich wichtig, der regelmäßige, prophylaktische Besuch beim Urologen meines Vertrauens Pflicht. Zumindest jedes zweite Jahr, nun bereits seit mindestens 15 Jahren. Wer den Servicetermin für sein Auto im Kopf hat, sollte sich auch um einen Servicetermin für den eigenen Körper kümmern. Denn wenn mir irgendwann ein Arzt erzählt, dass man eine Krankheit leichter hätte heilen können, wenn sie früher entdeckt worden wäre, würde mich das extrem ärgern.

Was glauben Sie, warum lassen sich Männer so schwer zu Vorsogeuntersuchungen bewegen?

Offenbar ticke ich da anders als die Mehrheit meiner Geschlechtsgenossen. Der Glaube, dass alles in Ordnung ist, solange nichts weh tut, dürfte immer noch vorherrschen. Ich glaube aber nicht, dass es Angst ist, die viele Männer zurückhält, sondern der Irrglaube, dass man gesund ist, wenn nichts weh tut. Prostatakrebs spürt man lange Zeit gar nicht und wenn es dann wehzutun beginnt, ist es für eine Heilung oft schon zu spät. Frauen sind da sensibler, wenn es um den eigenen Körper und die eigene Gesundheit geht. Wir müssen daher alle gemeinsam versuchen, Männer zu sensibilisieren und  wachzurütteln. Wenn ich dazu einen kleinen Beitrag leisten kann, mache ich das sehr gerne.

Wie könnte man Männern die Scheu vor dem Gang zum Urologen nehmen?

Durch recht einfache Dinge, glaube ich. Wenn Männer beispielsweise sehen, dass andere Männer gar nichts Befremdliches an einer Prostata-Vorsorgeuntersuchung finden und dass es selbstverständlich ist, regelmäßig zur Vorsorge zu gehen, kann das sicherlich ein wenig die Scheu vorm Urologen nehmen. Erreichen kann man das aber nur, wenn man durch unterschiedliche Aktionen und Initiativen darauf aufmerksam macht. Denn dadurch wird aus etwas Außergewöhnlichem, das man vermeintlich gar nicht nötig hat, etwas ganz Selbstverständliches und dann geht’s.

„Die regelmäßige Prostatakrebs-Vorsorge ist ein kleiner Schritt, der großes Drama leicht verhindern kann.“

Aber wenn man in die Vergangenheit blickt, sieht man, dass sich ja schon viel bewegt hat. Unsere Väter sind mit dem Thema Vorsorgeuntersuchungen und Checks beim Urologen noch viel lascher umgegangen als wir das heute machen. Es bewegt sich da schon was. Aber zaghaft.

Was versteht man eigentlich unter der Movember-Aktion?

Das ist eine gezielte kleine Provokation, um Betroffene aufzurütteln. Bekannte Frauen und Männer, von denen man das nicht erwartet hätte, tragen in der Öffentlichkeit einen aufgeklebten Schnurrbart und erregen so natürlich Aufmerksamkeit. Die dann genau auf eben das Thema Prostatakrebs und die Vorsorgeuntersuchung beim Urologen gelenkt wird. Wichtig ist uns, einen Impuls zu geben und aufzuzeigen, dass es da etwas gibt, das man leicht machen kann, um großen Ärger zu verhindern.

Werden Sie auch heuer wieder bei Movember mitmachen?

Natürlich! Wenn man mich denn fragt, dann gern. Schließlich ist mir das Thema ein großes Anliegen, auch persönlich.

Haben Sie für unsere Leser einen Tipp zum Thema Vorsorgeuntersuchung und Prostatakrebs?

Wichtig ist, nicht groß darüber nachzudenken, ob man es denn nun braucht oder nicht. Anstatt lange zu überlegen, sollte man es einfach tun. Im besten Fall ist sowieso alles in Ordnung und im schlechtesten Fall erreicht man dadurch, dass nach einer erfolgten, rechtzeitigen Behandlung der Schaden begrenzt ist. Daher mein Appell an alle Männer: Nicht lange zaudern, sondern einfach tun. Auch weil es nun wirklich absolut keinen Grund der Welt gibt, davor eine Scheu oder gar Angst zu haben. Denn die ist ganz sicher fehl am Platz.