Es sollte normal werden zum Urologen zu gehen

Während regelmäßige Termine beim Frauenarzt und Brustkrebsvorsorgeuntersuchungen für Frauen sich schon mehr oder weniger durchgesetzt haben, haben viele Männer immer noch Probleme mit dem Gang zum Urologen bzw. Andrologen. Oft liegt es an einer Unsicherheit und Mann will sich nicht eingestehen, wenn etwas nicht einwandfrei funktioniert da unten.

Wechseljahre bei Männern

„Bei Männern vollziehen sich die Wechseljahre schleichend. Das beginnt relativ früh. Etwa ab dem 25. Lebensjahr sinkt der Testosteronspiegel im Körper und eine Vergrößerung der Prostata tritt auf“, erklärt Dr. Herwig vom Wiener AKH. Mit zunehmendem Alter können zusätzliche Probleme wie Inkontinenz oder Erektionsstörungen auftauchen. Auch das Risiko der Bildung eines Prostata-Karzinoms steigt.

 

Letzteres macht sich nicht durch körperliche Beschwerden bemerkbar und kann nur durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen erkannt werden, bevor es gefährlich wird. Prostata-Krebs ist bekanntlich eine sehr häufige Todesursache bei Männern. Dr. Ralf Herwig ist Facharzt für Urologie und Andrologie am Wiener AKH, außerdem Privatdozent und Assistenzprofessor der Medizinischen Universität Wien.

Vor Prostata-Krebs schützen

Er empfiehlt allen Männern ab vierzig eine einmal jährliche Vorsorgeuntersuchung. „Nur 17 Prozent der Männer gehen zur Vorsorgeuntersuchung. Dabei geht es nur um eine kleine, nicht schmerzhafte Untersuchung und eine Blutuntersuchung. Es gibt überhaupt keinen Grund sich davor zu fürchten oder sich dafür zu schämen.

"Etwa ab dem 25. Lebensjahr sinkt der Testosteronspiegel im Körper und eine vergrößerung der Prostata tritt auf."

Es gibt zahlreiche Lösungen bei Erektionsstörungen

“Viele Männer haben auch Angst über erektile Dysfunktion, besser bekannt als Impotenz, zu sprechen. Sie glauben, sie wären mit dem Problem allein. Das sind sie aber ganz und gar nicht. Dr. Herwig: „Mit steigendem Alter sind davon sehr viele Männer betroff en. Während es bei den 50-jährigen noch 40 Prozent sind, haben rund 70 Prozent der 70-jährigen Erektionsprobleme.“

Ursachen von Erektionsstörungen

Potenzprobleme können manchmal psychisch bedingt sein. Etwa wenn der Mann sich in eine Geschlechterrolle gedrängt fühlt, die mit gewissen Erwartungen verbunden ist, die er nicht erfüllen kann. Eine Sexualtherapie für Paare kann hier helfen. In den meisten Fällen sind Erektionsstörungen jedoch organisch bedingt. Zum Beispiel durch Diabetes, Bluthochdruck, jahrelanges Rauchen oder übermäßigen Alkoholkonsum können Blutgefäße oder Schwellkörper beschädigt werden.

Behandlungsmethoden bei Erektionsstörungen

Dr. Herwig leitet im AKH die Spezialambulanz für Andrologie. Eines seiner Spezialgebiete ist die Behandlung von ebendiesen organisch verursachten Erektionsstörungen. „Man kann mit verschiedenen Medikamenten oder konservativen Methoden behandeln. In ausgesuchten Fällen können operative Eingriffe, zum Beispiel bei Penisverkrümmungen, einem venösen Leck, einer arteriellen Einflussstörung notwendig sein. Bei Versagen aller anderen Methoden kann der Einsatz einer Penisprothese sinnvoll sein.“, erklärt Dr. Herwig.

"Liebe Männer, es gibt keinen Grund sich zu schämen!"

Die Palette an Behandlungsmöglichkeiten sei groß und werde ständig erweitert: „Was auch immer der Auslöser für die Erektionsstörung ist, mit einem patientenadaptiertem, maßgeschneidertem Konzept kann er gefunden und das Problem behoben werden.“