Intermittierender Selbstkatheterismus (ISK) – was genau versteht man darunter?

Wenn man an einer Blasenentleerungsstörung leidet, die Blase also nicht oder nicht ausreichend zu entleeren in der Lage ist, kann man mehrmals täglich selbst einen Katheter über die Harnröhre einführen. Das hat den Vorteil, dass man keinen Dauerkatheder braucht und deutlich weniger Komplikationen hat. Dieser „Intermittierende Selbstkatheterismus“ ist heute der Goldstandard zur Entleerung der neurogen gestörten Blase.

Wie kann man sich das als Patient vorstellen?

Der Patient wird natürlich genau instruiert und angelernt. Er verwendet einen speziellen Katheter, der entweder beschichtet ist, sodass er gut gleitet, oder man bringt vorher ein steriles Gleitgel in die Harnröhre. Aus der Hülle heraus wird der Katheter vorsichtig über die Harnröhre in die Blase vorgeschoben. Dieses Manöver wird dann drei bis fünf mal täglich vollzogen. Das muss dem Patienten einmal beigebracht werden, dann schafft er es selbstständig.

Wer kommt für diese Möglichkeit in Frage?

Prinzipiell jeder Patient, der seine Blase selbstständig nicht völlig entleeren kann. Das sind in erster Linie Patienten mit Störungen der Harnblase. Gründe dafür können eine Blasenentleerungsstörung bei Querschnittlähmung, Multipler Sklerose, Diabetes oder anderen Nerven- oder Stoffwechselerkrankungen sein. Für die Patienten bedeutet der ISK jedenfalls immer bessere Lebensqualität als mit Dauerkatheter und hat sich auch zur Langzeit-Blasenentleerung bewährt.