Die urologische Onkologie ist auch einer dieser Bereiche, dessen Bedeutung in den letzten Jahren stark gewachsen ist. Dies begründet sich nicht nur in den zunehmenden Zahlen an Krebserkrankungen, von denen mehr als ein Drittel urologische Organe betreffen, sondern auch im rasanten medizinischen Fortschritt. Durch die noch immer steigende Lebenserwartung wird die Betreuung älterer Menschen immer bedeutsamer, die Urogeriatrie gehört dabei zu den wesentlichen Aufgaben.

Gerade ältere Menschen sind häufig von Blasenfunktionsstörungen und Harninkontinenz betroffen. Am anderen Ende des Lebens steht der unerfüllte Kinderwunsch, der aus verschiedenen Gründen ebenfalls häufiger wird. Und für Männer, deren Familienplanung abgeschlossen ist, steht die Vasektomie als die sicherste Verhütungsmethode zur Verfügung, die jahrelange Einnahme von Hormonpräparaten verhindern kann.

Wachsende Anforderungen

Die technologischen Errungenschaften und neue Medikamente ermöglichen eine individuelle Therapieplanung und immer öfter die Vermeidung von großen, die Lebensqualität einschränkenden Eingriffen. Allerdings bedarf es dazu der Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen und einer guten Kommunikation, sowohl zwischen den Ärzten als auch mit den betroffenen PatientInnen.

Und weil diese neuen Verfahren entsprechend den hohen Ansprüchen an Qualität und Sicherheit oft sehr kostenintensiv sind, ist ein grundlegender, möglichst breiter Konsens über die Aufteilung der vorhandenen Ressourcen und finanziellen Mittel erforderlich. Ebenso wird die medizinische Versorgung in den nächsten Jahren ein großes Thema werden, zumal durch den Kostendruck die Zahl der Spitalsbetten reduziert und die ambulante Versorgung entsprechend gesteigert werden muss.

Seitens der Mitarbeiter im Gesundheitswesen ist ein höheres Maß an Kommunikation, Flexibilität und Kooperationsbereitschaft erforderlich, um diesen großen Herausforderungen gewachsen zu sein. Von den betroffenen PatientInnen wird künftig ein wesentlich höheres Ausmaß an Selbstverantwortung und Information erwartet. Nur so wird man sich im größer werdenden Dschungel der Möglichkeiten und der komplexen Abläufe zurechtfinden können.

Da das selbst für Experten manchmal alles andere als einfach ist, werden die Menschen wohl oder übel die heute schon verfügbaren, elektronischen „Helferlein“ benötigen. Die EDV wird also gerade im Gesundheitsbereich enorme Fortschritte und Zuwächse verzeichnen, denn anders können solche hohen Anforderungen nicht erreicht werden.

Mediale Kampagnen

Gerade in der Urologie gibt es zahlreiche Beispiele, die zeigen, dass der Einsatz neuer Medien erfolgversprechend ist. Mit der gemeinsamen Kampagne „Loose Tie – Lockere Krawatte“ haben die Österreichische Krebshilfe, die Österreichische Gesellschaft für Urologie und Andrologie sowie der Berufsverband der Österreichischen Urologen heuer erstmals diesen Weg beschritten, die Idee der Prostatavorsorge online unter die Menschen zu bringen.

Und man ist dabei auf eine enorme Resonanz bei den Menschen gestoßen. Tausende haben sich auf der „Social Wall“ ihr Konterfei mit dem Krawattensymbol geschmückt und damit die Unterstützung der Idee bekundet. Es sind Applikationen für das Handy entwickelt worden, die an regelmäßige Vorsorgeuntersuchung erinnern, Tipps für Bewegung und Ernährung bereithalten und mit deren Hilfe Verlauf und Trend von Vitalparametern und Blutwerten gespeichert und abgelesen werden können.

Neue Wege wurden auch beim sogenannten „Crowd funding“, also dem öffentlichen Sammeln von Geldern für die Forschung mit Unterstützung des Internets beschritten. Mit der mittlerweile weltweit erfolgreichen Kampagne „Movember“ zeigen vor allem junge Männer ihre Unterstützung der Männergesundheitsforschung durch das Tragen eines Schnauzbartes im November.

Diese neuen Wege der Information und Beteiligung von Menschen an Gesundheitsthemen haben sich also bewährt und werden daher auch in den genannten anderen Bereichen der Urologie zum Einsatz kommen.

Bei allem Enthusiasmus für elektronische Medien braucht es jedoch ganz offenbar noch immer eine solide, gedruckte Informationsquelle, die Ihnen, geschätzte Leserinnen und Leser, hoffentlich hiermit eine spannende, urologische Lektüre bietet.