Seit es Mann und Frau gibt, spukt auch das Thema Verhütung stets im Hinterkopf beider Geschlechter herum. Was gibt es da nicht alles für mehr oder weniger empfehlenswerte Methoden, die Empfängnis zu verhindern. Doch leider sind die meisten davon nicht wirklich sicher. Oder sie sind unangenehm. Oder beides. So können beispielsweise Kondome, immer noch eine der beliebtesten Verhütungsmethoden der Welt, bei bis zu einem Drittel der Männer zu Erektionsstörungen führen.

Zur Verhütung sexuell übertragbarer Krankheiten sind sie zwar ohne Zweifel immer noch die erste Wahl, in längeren, festen Partnerschaften aber eher Hindernis für ein erfülltes Sexualleben. Meist ist das Thema Verhütung auch eine reine Frauensache. Ob Spirale, Pille oder andere Arten, ungewollte Schwangerschaften zu verhindern, es liegt fast immer in den Händen der Frau, wie zuverlässig es funktioniert.

Vasektomie – Was ist das?

Doch auch der Mann kann seinen Teil zur Verhütung beitragen. Mit einer Vasektomie sinkt die Wahrscheinlichkeit für die Frau, auch ohne weitere Verhütungsmethoden schwanger zu werden, gegen Null. Daher zählt die Vasektomie zu den sichersten und erfolgreichsten Verhütungsmethoden überhaupt. Doch was ist das eigentlich? Bei einer Vasektomie wird, vereinfacht ausgedrückt, jeder der beiden Samenleiter des Mannes unterbrochen.

Denn die Samen, die in beiden Hoden gebildet werden, gelangen über diese Samenleiter in die Harnröhre. Dort bilden sie mit Sekreten aus der Prostata und den Samenbläschen das allseits bekannte Ejakulat. Sind beide Samenleiter unterbrochen, können die Spermien nicht an ihren Bestimmungsort transportiert werden, der Samenerguss des Mannes bleibt spermafrei. Somit besteht keine Gefahr einer Schwangerschaft mehr.

Wie wird’s gemacht?

Eine Vasektomie ist keine große Operation, vor der man(n) sich fürchten müsste. Mit heutigen, minimal-invasiven Methoden erfolgt die Freilegung der Samenleiter unter lokaler Betäubung, nicht einmal eine Vollnarkose ist nötig. Liegen die Samenleiter dann frei, werden sie durchtrennt und vernäht. Auch die Möglichkeit, die Samenleiterstümpfe zusätzlich mittels Hitze zu verschließen, besteht.

Diese Methode nennt sich Kauterisation. Zum Ende des Eingriffs werden die Zugänge zum Hodensack wieder verschlossen. Durch die kurze Dauer und die schonende Methode kann der Eingriff ambulant durchgeführt werden. Ein Krankenhausaufenthalt ist nicht notwendig.

Ist es endgültig?

Oder anders gefragt: Kann eine Vasektomie rückgängig gemacht werden? Denn in manchen Fällen, wenn Männer auch Jahre nach einem solchen Eingriff eine neue Partnerin kennenlernen, die vielleicht auch noch deutlich jünger ist als sie selbst, kann diese Frage aufkommen. Eine eindeutige Antwort darauf wäre aber nicht seriös.

Es kann eine sogenannte Refertilisierungsmaßnahme Erfolg haben, muss aber nicht. Daher entscheiden sich primär jene Männer dafür, die ihren ganz persönlichen Kinderwunsch schon abgeschlossen haben oder die in einer langjährigen Partnerschaft leben, in der die Familienplanung abgeschlossen ist.

Ist es sicher?

Die Vasektomie gilt als die sicherste Verhütungsmethode des Mannes. Von 2000 Frauen, die mit einem sterilisierten Mann Sex haben, wird nur eine schwanger. Diese Sicherheit besteht jedoch nicht ab dem ersten Tag der Sterilisation. Erst, wenn zwölf Wochen nach dem Eingriff zwei Ejakulatproben, die im Abstand von sieben bis zehn Tagen abgegeben wurden, als spermienfrei gelten, ist eine Sicherheit gegeben.

Wichtig ist für den Mann auch, in diesen zwölf Wochen bis zu Dreißig mal zu ejakulieren, um die letzten übrig gebliebenen Spermien „im System“ auszuspülen.

Gibt es Nebenwirkungen?

Wenn die Vasektomie von einem erfahrenen Operateur mit modernsten Methoden durchgeführt wird, stellt sie einen sehr sicheren Eingriff dar und geht insgesamt nur sehr selten mit Komplikationen einher. Als häufigstes Risiko einer Vasektomie gilt der neuerliche Kinderwunsch.