Jeder Mensch blinzelt etwa alle vier bis sechs Sekunden, um den sogenannten Tränenfilm zu erhalten, der die Hornhaut benetzt. So wird das Auge vor Austrocknung geschützt und kann scharf sehen. Zudem putzt das Lid beim Blinzeln feine Partikel weg, die auf's Auge gelangt sind.

Warum das Blinzeln schmerzt

Der Tränenfilm ist dreischichtig: Direkt auf der Hornhaut ist eine Schleimschicht, die von der Bindehaut produziert wird. Darauf sitzt eine wässrige Schicht, die die Tränendrüse liefert. Es folgt eine Fettschicht, die die Meibomschen Drüsen verantworten. So weit so gut, alles ganz normal – und vor allem: schmerzlos.

Ist die schützende Fettschicht der Tränen dünn oder löchrig, reißt der Tränenfilm eher auf und verdunstet schneller. Seine keimtötende Wirkung lässt nach. Die Meibom-Drüsen, die das Fett bilden und an den Lidrändern abscheiden, können sich entzünden, so dass sie zu viel oder zu wenig Fett produzieren. Oder sie liefern es der falschen Mixtur. So kommt es zu Verstopfungen der Transportwege für das Fett. Infolgedessen trocknet das Auge. Betroffene spüren dann jeden Lidschlag und leiden schmerzlich an trockenen Augen.

Woran man trockene Augen erkennt

Neben dem erwähnten Sandpapier- oder Fremdkörpergefühl sind trockene Augen häufig gerötet. Sie kratzen. Und jucken. Und brennen. Nicht selten sind Betroffene extrem lichtscheu. Zeigen sich diese Symptome, ist ein Arztbesuch ratsam, um eine eindeutige Diagnose zu bekommen.

Was trockene Augen verursacht

Es gibt eine Reihe von Ursachen, die die Augen trockener werden lassen: Zum Beispiel wird nicht mehr ausreichend Tränenflüssigkeit produziert. Oder die Zusammensetzung der Tränen hat sich verändert. Beides kann Folge einer Krankheit sein. Relativ neu ist die Erkenntnis, dass auch eine entzündete Oberfläche des Auges trockene Augen verursachen kann.

Trockene Augen sind aber ebenso Nebenwirkung von Krankheiten wie Rheuma, Diabetes oder Schilddrüsenerkrankungen. Auch viele Frauen klagen nach den Wechseljahren häufig über trockene Augen. Darüber hinaus sorgen Umwelteinflüsse wie Rauch von Zigaretten, Autoabgase, Klimaanlagen oder trockene Heizungsluft für ein schnelleres Verdunsten der Tränenflüssigkeit. Nicht zu vergessen: Bildschirmarbeit hat zur Folge, dass man seltener blinzelt.

Wenn Augen chronisch trocken bleiben

Ständig trockene Augen erhöhen das Risiko einer chronischen Bindehaut- und Hornhautentzündung. Ein chronisch trockenes Auge ist eine Art Teufelskreis, denn die Symptome und die Entzündung verstärken einander schlimmstenfalls. Ganz gleich, ob sich der Entzündungsherd von einer entzündeten Tränendrüse auf das Auge ausbreitet oder eine aus welchen Gründen auch immer verringerte Tränenflüssigkeit ursächlich dafür ist, dass sich Erreger auf das Auge setzen und dort eine Entzündung hervorrufen – am Ende schließt sich der Kreis: die Tränendrüsen geben weniger Flüssigkeit ab und das Auge bleibt trocken oder wird noch trockener.

Wer gegen chronisch trockene Augen mit entsprechenden Augentropfen, -gels oder -sprays vorgeht, sollte dringend darauf achten, dass diese Mittel keine Konservierungsstoffe enthalten. Denn während diese einerseits einen Infektionsschutz bieten, können sie andererseits, insbesondere häufig und andauernd verwendet, das Auge schädigen.