Dr. Evelyn Walter
Gesch.ftsführerin des durchführenden Instituts

Wichtige Lücke geschlossen 

Mit der Untersuchung haben die Gesundheitsökonomen eine wichtige Lücke geschlossen, denn Literatur zur Epidemiologie der Blindheit und die mit diesem Krankheitsbild verbundenen ökonomischen Auswirkungen sind selten. Zumindest für Österreich ist diese Forschungslücke geschlossen und die gesamten wirtschaftlichen Auswirkungen der Blindheit für die österreichische Gesellschaft basierend auf den jährlichen Neuerblindungen errechnet. „Dabei wurden direkte und indirekte Kosten eingeschlossen,“ erläutert Dr. Walter.

Die direkten Kosten würden direkte medizinische Aufwendungen, welche durch die Behandlung: Arztkonsultationen, Behandlungskosten, Hilfsmittel, Depressionskosten, stationäre Kosten entstehen, umfassen. Die direkten nicht-medizinischen Kosten sind finanzielle Aufwendungen, die etwa durch die Adaptierung der Wohnung anfallen und die durch die Folgen der Erkrankung entstehen. Das Pflegegeld, der Arbeitsausfall und Kosten für Heime, etwa beim betreuten Wohnen, fanden als indirekte Kosten Berücksichtigung.

 

Berechnungsgrundlagen

Die Berechnungen erfolgten für alle Ursachen von Blindheit. Dazu zählen die altersbedingte Makuladegeneration, das Glaukom, die Diabetische Retinopathie, die Opticusatrophie, also der Schwund des Sehnervs als Folge von Krankheiten wie Grüner Star, Vergiftungen, Geschwülsten oder Verletzungen, die Katarakt sowie andere Ursachen. 

 

„Die durchschnittlichen Kosten pro erblindeten erwachsenen Patienten von Diagnosestellung bis zum Tod über alle Altersgruppen belaufen sich auf 90.191,54 EUR “

 

Gesamtkosten

Die Gesamtkosten aller 1.160 blinden Österreicher belaufen sich auf 105 Mio. EUR, wobei die direkten Kosten 3 Prozent und die indirekten Kosten 97 Prozent ausmachen. Folgekosten groß Betrachtet man die Blindheitsursachen gesondert, so zeigt sich Folgendes: die höchsten Blindheitskosten werden durch „nicht näher definierte“ Ursachen (56 Mio. EUR), durch die Opticusatrophie mit 16 Mio. EUR, gefolgt von diabetischer Retinopathie mit rund 15 Mio. EUR, durch AMD mit Blindheitskosten in Höhe von 11,4 Mio. EUR, durch Glaukom mit Kosten der Blindheit von 4,3 Mio. EUR sowie durch Katarakt (2,8 Mio. EUR) verursacht. Die jüngsten Blinden (Altersgruppe 18-39 Jahre) sind die teuersten mit Blindheitsursachen, die nicht näher definiert sind (wie beispielsweise Unfälle) in Höhe von 53 Mio. EUR, gefolgt von der Blindheitsursache Opticusatrophie mit Kosten in Höhe von 12 Mio. EUR.

Es zeigt sich, dass die Folgekosten der Blindheit immens sind. Kostensteigerung durch Demografischen Wandel Die Studienautoren Christine Brennig und Vera Schöllbauer weisen auf den demografischen Wandel hin, bei dem mit einer Zunahme von Blindheit gerade in der Gruppe der älteren Menschen zu rechnen ist. „Eine Vielzahl der Ursachen von Blindheit trifft in erster Linie ältere Menschen. Die demografische Entwicklung wird zu einer steigenden Zahl von blinden Personen führen und somit zu einem kostspieligen Public Health Problem. Mit dem Verlust der Sehkraft sind nicht nur enorme Kosten verbunden, sondern auch die Lebensqualität der Betroffenen wird dadurch maßgeblich beeinflusst.“