Der Volksmund spricht vom „Glasauge“, wenn Augenprothesen zur Sprache kommen. Doch diese Zeiten sind schon lange vorbei, wo jemandem mit einer Verletzung einfach ein rundes Stück Glas in die Augenhöhle gestopft wurde. Heute sind Augenprothesen hochqualitative Produkte, die mit höchster Präzision für jeden Träger individuell angepasst werden.

Nicht nur, was die Passgenauigkeit angeht. Auch in Sachen Optik wird von spezialisierten Betrieben kein Aufwand gescheut, um die Prothese so realistisch wirken zu lassen wie noch nie. Doch worauf kommt es im Alltag an, wenn es eine Augenprothese sein muss?

Warum?

Etwa 8000 Menschen in Österreich tragen eine Augenprothese? Warum eigentlich? Die Gründe für das Tragen einer Augenprothese könnten unterschiedlicher nicht sein. Bei Babys und Kleinkindern sind es meist angeborene Fehlbildungen des Auges, die dafür sorgen, dass eine Augenprothese notwendig wird.

Schon ab der dritten Lebenswoche können solche Prothesen angepasst werden. Bei erwachsenen Menschen hingegen gibt es zwei dominierende Gründe für das Tragen einer solchen Prothese. Zum einen sind es Tumore im Kopf oder am Auge selbst, die eine Entfernung eines Augapfels notwendig machen. In den meisten Fällen kann die Augenhöhle erhalten werden. Oder es sind Verletzungen aller Art, die ein Auge zerstören. In beiden Fällen kommt eine Prothese zum Einsatz.

Wozu?

Doch warum eigentlich eine Augenprothese? Bei Babys und Kleinkindern dient eine Augenprothese auch dazu, die leere Augenhöhle mitsamt dem Augenlid im Wachstumsprozess des Kopfes mit zu dehnen. Das beugt Fehlbildungen aufgrund des fehlenden Auges vor und sorgt in weiterer Folge für ein ideales Umfeld, um im Erwachsenenalter eine Augenprothese zu tragen.

Und bei Erwachsenen? Die Zeiten, als eine Augenklappe nach Vorbild eines Piratenkapitäns in Mode war, sind schon lange vorbei. Die meisten Betroffenen möchten im Alltag nicht komisch angeschaut werden, weil jeder sofort sieht, dass etwas mit einem Auge nicht stimmt. Hinzu kommt die psychologische Komponente.

Beim Blick in den Spiegel sieht man gern eine attraktive Erscheinung. Kein entstelltes Gesicht. Da hilft eine passgenau auf den Träger abgestimmte Augenprothese, das Selbstvertrauen des Trägers wieder aufzubauen. Denn auf den ersten Blick wird niemand sehen, dass nur ein Auge „echt“ ist.

Wie?

Doch wie kommt man zu einer perfekt passenden Augenprothese? Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Prothesen für das menschliche Auge. Die klassische Variante aus Glas und eine Kunststoff-Lösung. In jedem Fall muss die Prothese vom Profi optimal angepasst werden, um in weiterer Folge auch perfekt zu passen und nicht zu stören.

Jede Variante hat ihre Vor- und Nachteile, im Idealfall probiert der Träger die für sich beste Lösung einfach aus. Je nach Einsatzbereich der Prothese empfehlen sich andere Werkstoffe. Denn Glas beispielsweise könnte bei sportlichen Aktivitäten brechen. Und so gilt auch hier, was eigentlich immer gilt: Wer Qualität will, muss beim Profi kaufen. Denn wer billig kauft, kauft mindestens zweimal.