Was ist Uveitis?

Uveitis ist ein Sammelbegriff für Entzündungen des Augeninneren. Man unterscheidet eine vordere, mittlere und hintere Uveitis. In selteneren Fällen ist die gesamte Uvea – Iris, Ziliarkörper und Aderhaut – betroffen. Am häufigsten tritt sie als Entzündung der Regenbogenhaut auf. Von der Uvea ausgehend kann es zu Entzündungen kommen, die auch die Horn- und Netzhaut angreifen. Die Folgen der Erkrankung haben großen Einfluss auf das Sehvermögen bis zur Erblindung. Je später sie erkannt wird, desto stärker kann es irreversibel vermindert werden. Uveitis ist deshalb nach Glaukom – einer fortschreitenden Erkrankung des Sehnervens oft mit Anstieg des Augeninnendruckes – und Makuladegeneration – der degenerativen Veränderung der Netzhaut – die dritthäufigste Ursache für zunehmende Beeinträchtigung des Sehvermögens, gleich der diabetischen Retinopathie.

Wie manifestiert sich die Erkrankung?

Prinzipiell unterscheidet man zwischen einer akuten und einer chronischen Verlaufsform. Erstere äußert sich durch deutliche Rötung rund um die Iris, Schmerzen, Pupillenverengung und gesteigerter Lichtsensibilität. Die chronische Variante ist schwieriger zu erkennen, da sie oft symptomlos beginnt und sich nur durch eine langsame Sehverschlechterung und/oder Glaskörpertrübungen bemerkbar macht. Das wird aber oft lange nicht entdeckt. Wenn man auf einem Auge schlechter sieht, wird das häufig durch das zweite kompensiert. Die Veränderung findet langsam und schleichend statt. Aufmerksam wird man oft erst dann, wenn beide Augen betroffen sind. In vielen Fällen kommt es zu chronischen Entzündungen, die zu Verklebungen zwischen Regenbogenhaut und Linse führen. Weitere mögliche Schäden sind die Eintrübung der Linse, Glaukom und Makulaödeme – Ansammlungen von Wasser in der Netzhaut.

Wodurch entsteht sie?

Die Ursachen sind vielfältig. In manchen Fällen entsteht sie durch Autoimmunerkrankungen, in anderen Fällen wird sie durch eine Infektion oder einen Tumor im Auge selber oder in anderen Regionen des Körpers ausgelöst. Sie kann auch auftreten, wenn Toxine ins Auge gelangen. Häufig tritt sie im Kontext von Morbus Bechterew, Sarkoidose, juvenil idiopathischer Arthritis, Herpes, AIDS, Syphilis und Tuberkulose auf.

Wer ist besonders davon betroffen?

Die chronische Verlaufsform betrifft oftmals Kinder, die an juvenil idiopathischer Arthritis leiden – umgangssprachlich auch als Kinderrheuma bekannt. Diese schleichende Verschlechterung wird von Erwachsenen nicht bemerkt, da das betroffene Auge von außen unauffällig bleibt. Bei Kleinkindern ist das natürlich noch viel schwieriger. PatientInnen mit chronischen Darmerkrankungen sind ebenfalls vor allem von dieser Verlaufsform betroffen. Bei Menschen zwischen zwanzig und vierzig, die an der chronisch entzündlichen rheumatischen Erkrankung Morbus Bechterew – Spondylitis ankylosans – leiden, tritt sie hingegen in ihrer akuten Form auf. Schübe können in aktiven Zeiten zwei- bis dreimal im Jahr entstehen und dauern etwa vier bis sieben Wochen.

Wir verläuft die Behandlung der Krankheit?

Ziel der Behandlung ist die vollständige und rasche Kontrolle der Entzündung, um das Auftreten von Komplikationen zu reduzieren. Zum Beispiel bei einer akuten Regenbogenhautentzündung kommen kortisonhaltige Augentropfen zum Einsatz, häufiger auch pupillenerweiternde Präparate, um Schmerzen zu lindern und ein Verkleben von Iris und Linse zu verhindern. In manchen Fällen sind systemische Therapien mit Steroiden, Immunsuppressiva oder Biologika notwendig. Vor allem diese Fälle erfordern ein interdisziplinäres Management. Der Form ihres Auftretens entsprechend sollten Infektiologen, Rheumatologen, Onkologen, Gastroenterologen, Dermatologen bzw. Neurologen hinzugezogen werden. In manchen Fällen rate ich auch zu einer psychologischen Betreuung, um mit der durch dir Krankheit verursachten Belastung besser umgehen zu können.

An wen können sich Betroffene wenden?

Die Vereinigung österreichischer Augenärzte vermittelt Betroffene oder Angehörige gerne an auf Uveitis spezialisierte ÄrztInnen. Gerade für Kinder gibt es mittlerweile auch sehr engagierte Selbsthilfegruppen.

 

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