Univ.-Prof. Dr. med. univ.Christoph W. Faschinger
Stellvertretender Klinikvorstand der Universitäts-Augenklinik Graz

„Studien zufolge lassen sich dadurch im Leistungssport Steigerungen von bis zu 30 Prozent erzielen. Das trifft nicht nur auf Biker oder Läufer zu, sondern auch auf viele andere Sportler. Vor allem im Outdoorbereich sind Brillen Kontaktlinsen weit überlegen,“ erläutert Professor Faschinger.

 

Sichtfelderweiterung

„Gute Sportbrillen erweitern das Sichtfeld und ermöglichen eine gleichmäßige Tiefenwahrnehmung. Zudem unterstützen sie das Kontrastsehen. Vor allem bei  an sich schon schwierigen Untergründen und Sichtverhältnissen, etwa beim Mountainbiking oder Skifahren, ist das der Fall. Damit kann eine gute Brille einem Sportler nicht nur die wichtigen Sekunden schenken, sondern ihm im Zweifelsfall auch vor schweren Stürzen und anderen Verletzungen schützen“, fährt Professor Faschinger fort.

 

Schutzfunktion

„Wer schon einmal einen Ball aufs Auge oder Sand ins Auge gepustet bekommen hat, weiß den Vorteil einer Sportbrille zu schätzen“, beschreibt der Mediziner die zusätzlichen Schutzfunktionen der Brille. Kein Betreten der Squashbox ohne Schutzbrille! Wind lasse das Auge sehr schnell austrocknen, was für Kontaktlinsenträger problematisch sein kann. „Ich kenne Fälle,  dass Sportlern dann die Kontaktlinsen einfach aus den Augen fallen. Wer dann keine Ersatzbrille hat, hat ein Problem“, berichtet er. „Die Brille sollte aus bruchsicherem Material hergestellt sein. Häufig finden so genannte  Polycarbonatgläser Anwendung. Das ist wichtig, denn gerade beim Fußball und anderen Ball- und Kontaktsportarten ist die Gefahr groß, dass normale Brillengläser brechen und Splitter ins Auge geraten.“ 

Wassersportler wissen, wie eine glitzernde reflektierende Wasseroberfläche das Auge irritieren kann. Ähnliche Phänomene haben die Skifahrer im Winter auf der Piste. „Hier ist ein Blendschutz angebracht. Doch darüber hinaus ist für die Augen der Schutz vor den schädlichen UVA- und UVB-Strahlen besonders wichtig. Diese können nicht nur auf der Haut einen Sonnenbrand verursachen, sondern auch in den Augen“, erklärt Professor Faschinger. Den Sonnenbrand merke man meist erst, wenn es schon zu spät ist, das heißt wenn die Augen schon gereizt seien. Zusätzlich fördert UV-Licht die Entwicklung von Linsentrübungen.