Gibt es eine gewisse Kern- bzw. Altersgruppe, die ihre Hauptklientel darstellt?

Was verjüngende Maßnahmen anbelangt, würde ich sagen, sind es im Kern Frauen schon ab Ende 30 bis Mitte 50. Man möchte heute eher der Alterung vorbeugen und früher mit Behandlungen beginnen. Gewünscht ist, so zu bleiben, wie man ist und nicht mit einer Operation plötzlich wieder ganz jung auszusehen.

Es geht also darum, das natürliche Aussehen zu behalten?

Auf jeden Fall. Meine Patientinnen wollen natürlich und gesund aussehen, nicht „aufgespritzt, da gibt es viele Negativbeispiele. Heute stehen uns eine Menge individueller Möglichkeiten zur Verfügung, um das Aussehen sehr lange trotz Alterungsprozess zu bewahren.

Welche Behandlungen werden besonders gewünscht?

In erster Linie ästhetische Behandlungen ohne gesellschaftliche Ausfallszeit, die mit Botox oder Hyaluronsäurefillern Falten aufpolstern. Im Trend liegen auch neue Zellregenerationsverfahren wie das Plasmalifting. Dabei führen körpereigene Reparaturstoffe zu einer Verjüngung der Haut und haben heilende Wirkung.

Auch Behandlungen mit Eigenfettgewebe stellen eine sehr schonende Möglichkeit dar, Volumen aufzufüllen und die Hautqualität nachhaltig zu verbessern. Zwei Trends also,  die wissenschaftlich fundiert sind und keine Nebenwirkungen haben.

Studien belegen, dass man sich auch deshalb oft im mittleren und höheren Lebensalter für eine Schönheits-OP entscheidet, weil die Partnersuche wieder ein Thema ist. Was sagen Sie dazu?

Natürlich spielt das eine Rolle. Man will immer so aussehen, wie man sich gerade fühlt. Heute hat niemand mit 50 mit seinem Aussehen abgeschlossen. Das Äußere spielt immer auch eine Rolle für die Seele. Und wer das Äußere verbessert, fühlt sich auch besser, bekommt positiveres Feedback und hebt damit sein Selbstwertgefühl. Wir sehen heute sicher alle jünger aus, als noch die Menschen in den 60er- oder 70er-Jahren, aber man muss auch etwas dafür tun.

Welche Körperregionen werden am häufigsten korrigiert?

Brust und Gesicht sind weltweit die wichtigsten Regionen der ästhetischen Chirurgie. Ästhetische Behandlungen zur Hautverjüngung liegen im Spitzenfeld. Durch die vermehrte Gewichtszunahme vieler Menschen werden auch Körperstraffungen immer häufiger gewünscht.

Die demografische Entwicklung zeigt, dass die Gesellschaft immer älter wird. Hat das auch Einfluss auf unser ästhetisches Empfinden?

Generell haben sich die Lebensphasen nach hinten verschoben. Wir wollen alle länger frisch und jung aussehen, das zeigt sich auch am Kleidungsstil. Deshalb sehen die 40-Jährigen heute so aus, wie früher die 30-Jährigen. Frauen bekommen später Kinder und wollen als Mütter nicht alt aussehen. Das hat sicher Einfluss auf unser Empfinden für Schönheit. Und: früher gab es zur Verjüngung in der Schönheitschirugie nur das Lifting, heute finden ästhetische Korrekturen viel subtiler statt.  

Wie würden sie Ihre Tätigkeit umschreiben: verhelfen sie Klienten zu mehr äußerlicher Schönheit oder ist es auch eine Stärkung der Persönlichkeit?

Es ist immer beides. Es ist sehr schön zu sehen wie sich Menschen nach einer ästhetischen Behandlung freuen. Im Grunde schaffe ich mehr Lebensqualität. Und man erfreut sich daran die Natur ein bisschen auszutricksen. Oft erzählen meine Klienten nicht einmal ihren Partnern etwas davon...

Was sind die schönsten Momente in Ihrem Beruf?

Es ist eine sehr intime Tätigkeit und man bekommt viele persönliche Dinge anvertraut. Zudem ist es ein hoher Vertrauensvorschuss, den ich von meinen PatientInnen bekomme. Das ist schon etwas ganz Besonderes.