Sie haben am Abend zu viel und zu schwer gegessen. Jetzt wälzen Sie sich unruhig im Bett herum und können keinen Schlaf finden? Nicht nur unser Ernährungsverhalten, auch Stress im Job oder der Lärm vom Nachbarn rauben uns den geruhsamen Schlaf. Ein weiterer, meist unterschätzter Einflussfaktor für eine erholsame Nachtruhe ist die Qualität der Raumluft .

Wir verbringen rund 90 Prozent unserer Lebenszeit in Räumen und konsumieren dort täglich bis zu 13,5 kg (!) Raumluft – im Gegensatz dazu nur ca. 1,5 kg feste Nahrung und ca. 2,5 kg flüssige Nahrung. Erst wenn uns bewusst wird, dass Luft unser wichtigstes Lebensmittel ist – erst dann werden wir verstehen, welchen Einfluss diese auf Gesundheit, Wohlbefinden und Schlaf hat.

Raumklimafaktoren

Eine gesunde Raumluft sollte frisch, reich an Luftionen, möglichst frei von Schadstoffen sein und die Wohlfühlparameter Temperatur und Luftfeuchtigkeit sollten im idealen Bereich liegen. Herrscht in Wohn- und Schlafräumen zu geringer Luftaustausch, steigt die Schadstoff- und Geruchskonzentration. Dies kann zu entsprechenden körperlichen Auswirkungen wie allergische Reaktionen oder beispielsweise Kopfschmerzen führen.

Führen Sie daher vor dem Schlafengehen einen kompletten Luftwechsel über eine Stoßlüftung durch. Das Fenster während der Nacht gekippt zu lassen, ist nur bedingt zu empfehlen. Hochwertige Luftreinigungsgeräte können alternativ auch während der ganzen Nacht Schadstoffe effizient aus der Raumluft filtern und so für Luftfrische sorgen. Zu beachten ist jedoch der Geräuschpegel des Luftreinigers, sein Energieverbrauch und vor allem die Filterleistung und Luftaustauschrate.

Temperatur

Die Temperatur in Schlafräumen sollte für ein gutes Schlafverhalten – je nach Jahreszeit, Bettwäsche, Bettbekleidung und persönlicher Empfindung – zwischen 16 und 20 Grad liegen. Einer Überhitzung und Austrocknung der Luft kann im Winter mittels Regulierung der Heizung leicht entgegengewirkt werden. In den Sommermonaten gilt es, tagsüber für entsprechende Beschattung und Durchlüftung zu sorgen, um einer Überhitzung vorzubeugen.

Technisch kann der Einsatz einer Klimaanlage oder eines Klimagerätes ebenso für Abkühlung sorgen. Auch hier gilt es, den Geräuschpegel und den Energieverbrauch des Gerätes zu beachten. Der Luftauslass sollte keinesfalls in Richtung des Bettes gerichtet sein, da dies meistens mit Verspannungen und Verkühlungen verbunden ist.

Luftfeuchte

Die Luftfeuchtigkeit in Wohn- und Schlafräumen ist mit 40-60 Prozent ideal. Zu trockene Luft reizt die Schleimhäute, dauerhaft zu feuchte Luft ist mit drohender Schimmelbildung verbunden, was wiederum zu allergischen Reaktionen und Geruchsbelästigung führt. Beides ist schlecht für unser Wohlbefinden, unsere Gesundheit und letztendlich das Schlafverhalten.

Baumaterialien

Wer neu baut oder renoviert, hat schon von Beginn an die Möglichkeit, für ein Wohlfühlklima in Wohn- und Schlafräumen zu sorgen. So bringt eine massive Bauweise mit z.B. Ziegel erhöhte Wärmespeicherkapazität der Wände. Und feuchtigkeitsregulierende Putze wie zum Beispiel Kalkputze gleichen auf natürliche Weise Luftfeuchtigkeitsspitzen aus, sorgen so für ein angenehmeres Raumklima und reduzieren die Gefahr von Schimmelbildung.

Schadstoffe

Bei einer täglichen Schlafdauer von durchschnittlich sieben Stunden, hält sich ein Mensch ungefähr ein Drittel des Tages in seinem Schlafzimmer auf. Umso wichtiger ist es, in diesem Raum nicht nur auf eine entspannende Wohlfühlatmosphäre zu achten, sondern auch auf eine schadstofffreie und luftgesunde Umgebung.