Prim. Univ.-Prof. Dr. Th. Michael Radda
Präsident der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft

Durch Errungenschaften der Augenheilkunde, wie hoch entwickelte mikrochirurgische Operationsmethoden und moderne Medikamente, kann dieses Ziel bei vielen Patienten erreicht werden.

Der Grundstein für gutes Sehen bis ins hohe Alter wird schon in der Kindheit gelegt. Kinder sollten bereits im ersten Lebensjahr beim Augenarzt untersucht werden, vor allem dann, wenn Auffälligkeiten, wie z.B. Schielen, vorliegen. Das Schielen ist nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern kann auch Ursache für die Entstehung einer Schwachsichtigkeit sein. Dieses Handicap bleibt dann dem Betroffenen ein Leben lang erhalten. Das Tragen von Sonnenbrillen mit UV-Schutz ist besonders bei Kindern von augenärztlicher Seite zu empfehlen.
 


Pflegen Sie Ihre Augen

In der modernen Augenheilkunde gibt es nicht nur gefährliche Augenerkrankungen zu erkennen und zu behandeln, wie etwa den Grauen Star, Netzhautverkalkung und Netzhautveränderungen bei Zuckerkrankheit, sondern auch Befindlichkeitsstörungen, die etwa durch trockene Augen verursacht werden. Es gibt heute eine Vielzahl von Augentropfen, die z. B. Hyaluronsäure enthalten und die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit imitieren und so die Beschwerden deutlich reduzieren können. Wichtig ist, dass diese Tropfen keine Konservierungsmittel enthalten, da diese erneut zur Schädigung des Tränenfilmes führen können.
 

Viele Erkrankungen sind heilbar

In der modernen Augenchirurgie sind heute viele Erkrankungen heilbar, die früher mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Sehverschlechterung oder Erblindung geführt haben. Die altersbedingte Netzhautverkalkung war vor einigen Jahren noch nicht wirksam behandelbar. Heute kann man durch Medikamenteninjektionen in den Glaskörper-raum des Auges ein Fortschreiten des Krankheitsprozesses verhindern und in vielen Fällen sogar eine Sehverbesserung erreichen.

 

„Wie überall in der Medizin gilt auch in der Augenheilkunde „vorsorgen ist besser als heilen“. Man sollte auch ohne Beschwerden den Augenarzt aufsuchen, damit Erkrankungen rechtzeitig erkannt werden.“


Bei zuckerkranken Patienten kommt es häufig zu Veränderungen der Netzhaut, die im Extremfall zur Erblindung führen können.  Das Gefährliche am Grünen Star ist, dass die Patienten in den ersten Jahren der Erkrankung keine Beschwerden haben. Der erhöhte Augendruck führt aber schlussendlich zu einer Schädigung des Sehnervs, wodurch es sogar bis zur Erblindung kommen kann. Deshalb ist es wichtig, dass Patienten zumindest ab dem 40. Lebensjahr einmal jährlich zum Augenarzt gehen, der die entsprechenden Vorsorgeuntersuchungen mit Augendruckmessen und Untersuchungen der Sehnerven durchführt.
 

Refraktive Laserchirurgie

Die refraktive Laserchirurgie hat sich durchgesetzt. Ich selbst habe vor 20 Jahren die Laseroperation der Kurzsichtigkeit in Österreich erstmals durchgeführt. Es gibt verschiedene Methoden der Laserchirurgie, der Fehlsichtigkeit, nämlich Lasik, Lasek, Epilasik, PRK und andere. Der Augenchirurg entscheidet individuell, nach genauer Untersuchung der Augen (Hornhautdicke, etc.), welche Methode für den Betroffenen die Beste ist.
Die Operation des Grauen Stars (getrübte Augenlinse) ist die häufigste Operation überhaupt in der Medizin. In Österreich werden ca. 70.000 Menschen jährlich operiert. Die Operation, für die nur mehr ein 2–3 mm langer Schnitt notwendig ist, ist so ausgereift, dass sich heute niemand mehr davor fürchten muss.
 

Sehhilfen

Auch wenn es bei einem Patienten trotz moderner Behandlungsmethoden zu einer bleibenden Sehverschlechterung bzw. Erblindung gekommen ist, gibt es noch Rehabilitationsmöglichkeiten für die Betroffenen. Auch bei starker Reduktion der Sehfähigkeit kann durch spezielle Brillengläser (Kantenfiltergläser) und vergrößernde Sehhilfen eine gewisse Sehfunktion erhalten werden.