„Da bleibt mir die Luft weg!“ Wie oft haben wir diesen Satz schon gehört. Wer ihn ausspricht, will damit Entsetzen ausdrücken. Diese Redensart spielt darauf an, wie wichtig die Atemluft zum Leben ist. Damit wird der Schwere der Situation Nachdruck verliehen. In der Realität ist es weniger ein Entsetzen als eine Erkrankung der Lunge, die zu Atemproblemen führt.

Wer Atemprobleme hat, dessen Leben ist zumindest deutlich erschwert. In früheren Zeiten konnte das oft zum Tode führen. Heute sind zum Glück sehr viele, auch chronische, Lungenkrankheiten therapierbar geworden. Doch was fällt eigentlich darunter?

Lungenerkrankungen – ein weites Feld

Es ist nicht einfach, in wenigen Worten zusammenzufassen, was alles unter den Begriff Lungenerkrankungen fällt – es gibt sie in vielfältigen Formen. Der Einfachheit halber wollen wir uns an dieser Stelle daher auf jene konzentrieren, die in Krankenhaus und Rehabilitation betreut werden, nämlich COPD und Asthma.

Während COPD eine Gruppe von Krankheiten der Lunge mit Einschränkung der Atemstromstärke darstellt, versteht man unter Asthma eine chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege. Darüber hinaus sind es oft Lungenentzündungen, Lungenkarzinome oder eitrige Rippenfellentzündungen, die, oft nach einer Operation, eine Therapie folgen lassen. Auch Lungenfibrosen spielen für viele PatientInnen eine große Rolle.

Ziel der Therapie

In der Praxis führen solche Erkrankungen zunächst zu Atemnot. Neben der Einschränkung im täglichen Leben kann das auch Beeinträchtigungen bei der Ausübung des Berufs zur Folge haben. In vielen Fällen sind, etwa nach Operationen, noch Schmerzen vorhanden. Ziel einer Therapie ist es, wieder eine verbesserte Funktion der Lunge herzustellen. Der Patient sollte mit seiner chronischen Erkrankung so gut wie möglich leben können, Funktionen sollen, so weit es geht, erhalten werden.

Eine ganz wichtige Rolle nimmt dabei die PatientInnenschulung ein. Dabei lernen PatientInnen, woran sie eigentlich erkrankt sind, welche Folgen ihre Erkrankung hat und wie sie am besten damit umgehen. ExpertInnen bezeichnen diese Aufklärung als wesentlichen Erfolgsfaktor für die Therapie – direkt gefolgt von der Rauchentwöhnung. Gerade bei COPD ist ein sehr enger Zusammenhang mit Rauchen festzustellen, daher nimmt die Entwöhnung hier eine besonders wichtige Stellung ein.

Wesentlich ist jedenfalls die Trainingstherapie. Ihr Ablauf ist sehr genau festgelegt und gut erprobt. Unter Anleitung des behandelnden Arztes werden individuelle Pläne erarbeitet, zu denen Ausdauertraining, Krafttraining und Atemmuskeltraining gehören. Bereits am ersten Aufnahmetag wird eine Funktionsdiagnostik durchgeführt, nach der der Trainingsplan erstellt wird.

PhysiotherapeutInnen helfen, den Trainingsplan einzuhalten und optimal umzusetzen. Dabei wird auch auf Sauerstoffversorgung und Belastbarkeit geachtet. Natürlich wird der Patient ganzheitlich betrachtet. Dazu wird eine sogenannte Spiroergometrie durchgeführt, bei der die Reaktion von Herz, Kreislauf, Atmung und Stoffwechsel sowie die kardiopulmonale Leistungsfähigkeit qualitativ und quantitativ untersucht werden.

Schulungen als Erfolgsfaktor

Begleitend werden laufend Schulungen durchgeführt. Dabei spielt, wie erwähnt, die grundlegende Aufklärung eine große Rolle. Ein weiterer Schwerpunkt sind Medikamentenschulungen. PatientInnen lernen dabei, wie sie die Medikamente richtig einnehmen – das hat unter anderem den Zweck, die Dosierung möglichst gering zu halten, indem die Effizienz gesteigert wird. Auch die Inhalationstechnik wird laufend überprüft und verbessert, damit die Inhalationsgeräte bestmöglich eingesetzt werden.

Recht bald erfahren PatientInnen auch, wie viel Physiotherapie den Atemweg beeinflusst. Auch dieser Teil der Therapie zielt darauf ab, es dem Patienten zu ermöglichen, weitestgehend selbstständig mit seiner Krankheit umzugehen. Bei der Physiotherapie werden Atemtechniken unterrichtet, die dem Patienten helfen, den Beschwerden mit gezielter Atemtechnik zu begegnen und eine verbesserte Atmung und Atemmechanik zu erlernen.

Der multidisziplinäre Ansatz ist, darin sind sich Experten einig, ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Physiotherapie, Atemschulung und Raucherentwöhnung begleiten eine erfolgreiche Therapie – wenn ein Patient sich darauf einlässt, kann ihm heute wirklich geholfen werden.