„Beim 800 Meter Zieleinlauf konnte ich die Zeittafel nicht erkennen“, erinnert sich der Ausnahmeathlet Günther Matzinger an seinen bislang größten Triumph. „Erst nachdem ich von einem Journalisten auf die 1:51,82 hingewiesen wurde, habe ich den Weltrekord bei den Paralympics in London 2012 wirklich realisiert. Und er fügt verschmitzt an, „entschloss ich mich zukünftig auch beim Sport eine Brille zu tragen.“ 

Eine ganze Zeit lang hatte der Athlet, der jüngst zum Leichtathletik-Botschafter des Jahres ernannt wurde, ohne Sehhilfe seinen Sport ausgeübt, schließlich konnte er genug sehen und beim Laufen „konzentriert man sich eh auf die Strecke oder die Bahn, nur in den Kurven achtet man eher darauf, dass man seinen Idealweg nicht verlässt.“ 

 

Leistungssport: Augen werden vernachlässigt

Ärzte sind nicht sehr überrascht, wenn man ihnen die Geschichte von Günther Matzinger erzählt. Untersuchungen haben ergeben, dass jeder dritte Leistungssportler mit beeinträchtigtem Sehvermögen seine Fehlsichtigkeit beim Sport gar nicht oder nur unzureichend korrigiert.

Von Experten ist zu vernehmen, dass den Augen viel zu wenig Beachtung geschenkt wird, wobei gutes Sehen für die meisten Sportarten eine wichtige Voraussetzung ist, die sowohl die Leistung als auch die Sicherheit des Athleten betreffen. „Ständig werden neue Windkanalgeformte Sportartikel oder High-Tech-Kleidung vorgestellt, dem Augen wird nur wenig Beachtung geschenkt. Den Augen – einem der wesentlichsten Faktoren beim Sport – wird nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt.“ 

 

„Bin auf gutes Sehen angewiesen“

Hannes Slavik, der österreichische BMX und MTB 4x Racing Profi kann das nur bestätigen. Er trägt schon länger eine Sportbrille und ist in seinem Sport auf eine derartige Sehhilfe angewiesen.  Schon im zarten Alter von drei Jahren hat er sich das Fahrradfahren beigebracht und wie er selbst berichtet ist er „einige Male gegen die Hausmauern und Zäune diverser Nachbarn gedonnert“, was ihm nicht vom Biken abhielt. Im Alter von acht Jahren landete er bei BMX Club Vösendorf, wo er nicht nur national, sondern Dank seiner Eltern, auch international unterwegs sein konnte.  Seit 2008 startet der 24jährige auch im MTB 4 Cross.

Sein Gesicht und seine Augen sind während der gesamten Rennen stark auf den Boden fokussiert, doch ohne Brille kann der kurzsichtige Athlet, das unwegsame Gelände oder auch die Griffigkeit des Bodens nicht erkennen. „Und schließlich kommt es bei unseren Sprüngen teilweise auf Zentimeter-Genauigkeit an“, erläutert Slavik. 

 

Schutzfunktion

Wie wichtig eine Sehhilfe beim Sport ist, macht die Tatsache deutlich, dass bereits bei einer Stärke von einer Dioptrie man nur noch innerhalb eines Meters scharf sieht, gerade bei einer schnellen Sportart – ist die richtige Sehhilfe überlebenswichtig. Hinzu kommen wechselndes Licht, Wind, Staub, Sonne und Insekten, die die Augen gefährden können. Kontaktlinsen sind in solchen Fällen kein guter Ersatz, da sie austrocknen können und die Augen beispielweise gegen Wind oder unterschiedliche Lichtverhältnisse nicht ausreichend geschützt sind. 

Wichtig, meint Hannes Slavik, sei vor allem die Passform der Brille. „Sie kann halt nur dann schützen, wenn sie zur Gesichtsform passt. Die Gläser müssen perfekt abschließen, ein zu schmales Gestell verursacht Druckstellen, ein zu breites kann wegrutschen,“ erläutert der Sportprofi bei der richtigen Wahl der Brille. 

Nicht nur für Spitzensportler sind Spezialbrillen und individuell angepasste Brillen wichtig. Brillenträger mit einem aktiven Lebensstil sind auf jeden Fall auf modernes Material angewiesen. Schließlich fordert die Bandbreite an Anforderungen des Lebens auch Innovationen im Bereich modernster Sehhilfen.