Über die eigene Sehkraft wissen die meisten Menschen Bescheid. Man trägt eine Brille oder nicht, hat unterschiedlich viele Dioptrien oder gar keine. Alles bekannt und vollkommen alltäglich. Doch insbesondere beim Sport, egal ob man ihn hobbymäßig oder professionell betreibt, kommt es auf viel mehr als nur auf die Fehlsichtigkeit an.

Noch immer wird die Sehleistung von den meisten Menschen mit Fehlsichtigkeit gleichgesetzt. Dabei stellt die Fehlsichtigkeit lediglich einen Faktor im Prozess der visuellen Verarbeitung dar. Bei sportlichen Aktivitäten kommt es auf das optimale Zusammenspiel beider Augen an.

Auf die Fähigkeit des Gehirns, diese Bilder, die von den Augen geliefert werden, so optimal verarbeiten zu können, dass ein 3D-Eindruck entsteht. Dieser räumliche Seheindruck ist von enormer Bedeutung. Doch jede Sportart stellt diesbezüglich völlig unterschiedliche Anforderungen an den Sportler.

Sehanalyse

Aufgrund dieser unterschiedlichen Anforderungen an das Auge sind im Bereich der Sehanalyse sportartspezifische Erhebungen und eine individuelle Trainingsempfehlung notwendig, um durch optimiertes Sehen noch bessere Leistung bringen zu können.

Doch warum sollte man auf das optimale Sehen eigentlich so viel Wert legen? Eine nicht oder nur unzureichend korrigierte Fehlsichtigkeit oder andersartige Defizite in der Koordination beider Augen verursachen im Gehirn eine permanente Kompensationsnotwendigkeit.

Diese Kompensationsarbeit, um das nicht optimale Sehen auszugleichen, benötigt Energieressourcen, die an anderer Stelle, etwa bei der mentalen Stärke, schnell und schmerzlich abgehen können. Denn wer sich nicht zu 100 Prozent auf seinen Sport konzentrieren kann, reduziert nicht nur seine Leistungsfähigkeit während der Trainings- und Wettkampfzeiten. Auch die Erholungsphasen dazwischen werden so deutlich verkürzt. Ein Teufelskreis.

Anforderungen

Jede Sportart stellt völlig unterschiedliche Anforderungen an das Sehen des jeweiligen Sportlers. Ein Eishockeyspieler etwa benötigt eine hochdynamische Sehleistung, um dem Puck während des Spiels konzentriert folgen zu können. Dabei kommt es auf eine dynamische Sehleistung an.

Zu der alle Komponenten wie Tiefenschärfe, peripheres Sehen, Kontrastsehen und die Fähigkeit zur Kontrolle von Fremd- und Eigenbewegungen zählen. Im Gegensatz dazu verwendet ein Sportschütze im Training wie auch im Wettkampf in den meisten Fällen nur ein Auge. Somit ist er primär abhängig von der Fähigkeit, seinen Fokus möglichst lange und ruhig halten zu können.

Bei allen SportlerInnen und bei nahezu jeder Sportart beeinflusst die Sehleistung aber auch die Qualität der Gleichgewichts- und Bewegungsregulation. Diese Liste würde sich neben all diesen Komponenten noch durch zahlreiche Punkte erweitern lassen, die von optimalem Sehen beeinflusst werden.

Rahmenbedingungen

Unsere Konzentrationsfähigkeit und auch der Ermüdungsgrad sind ganz wesentlich von unserer Art des Sehens abhängig. Je schlechter eine Fehlsichtigkeit, welcher Art auch immer die sein möge, korrigiert wird, desto mehr Aufwand muss im Sehzentrum des Gehirns betrieben werden, um diese immer noch vorhandene Fehlsichtigkeit weiter zu korrigieren.

Das kostet mächtig Energie. Energie, die man während eines Wettkampfes sinnvoller benutzen könnte. Energie, die dem Sportler als goldene Reserve fehlt, um einen Leistungsabfall zu verhindern. Daher ist es essenziell, dass sich die Korrektur einer Fehlsichtigkeit nicht allein auf die Dioptrien beschränkt. Deutlich wichtiger ist das optimale Zusammenspiel beider Augen.

Denn erst wenn dieses Zusammenspiel gewährleistet ist, sprich wenn beide Augen annähernd gleich große, scharfe und kontrastreiche Farbbilder ans Gehirn liefern, kann ein dreidimensionaler, räumlicher Eindruck entstehen. Und zwar ohne das Gehirn übermäßig viel Energie zu kosten, um diesen Eindruck mühsam im Kopf herzustellen.

Durch eine maßgeschneiderte Sportoptik entstehen so ideale Rahmenbedingungen, um jeden Sport noch erfolgreicher ausüben zu können.