Im Alter lässt die Kraft der Augen langsam nach, irgendwann reicht die Länge der Arme nicht mehr zum Zeitungslesen aus und eine neue Brille mit Gleitsichtgläsern muss her. Diese modernen Gläser beinhalten unterschiedliche Brechwerte und ermöglichen somit, mit nur einer Brille Dinge in unterschiedlichen Distanzen scharf zu sehen. Dabei sollte der Übergang zwischen den einzelnen Sehstufen sanft und stufenlos sein und die Brille exakt dem Träger angepasst werden.

Trotzdem haben viele Menschen Probleme bei der Eingewöhnung an die Gläser: Nackenschmerzen wegen der ungewohnten Kopfbewegung, Probleme beim Treppensteigen, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Schwindel. Denn Gleitsichtgläser bergen einen bislang fast ungelösten Konflikt: Durch den progressiven Wirkungsverlauf des Glases tritt einerseits der sogenannte „Schwimmeffekt“ auf, bei dem Ebenen und Linien verzerren, besonders in den Randzonen. Andererseits ist der Sehbereich in der Breite begrenzt. Je breiter der Sehbereich, desto ausgeprägter der Schwimmeffekt. 

 

Fehlerfreies Sehen

Mit diesen Problemen soll nun aufgeräumt werden: Zwar ist der grundsätzliche Kompromiss zwischen der Breite des Sehbereichs und der Ausprägung der Schwimmeffekte bislang noch nicht vollständig gelöst, die Forschung präsentiert jedoch neue Arten von Gleitsichtgläsern, die mit Hilfe einer Reihe von Technologien ein fast fehlerfreies Sehen ermöglichen. 

Dabei wird die Struktur des Glases neu aufgebaut, indem es in winzige Segmente unterteilt wird. Bei der Bearbeitung werden diese einzeln optimiert, so dass am Ende ein sehr homogenes Glas entsteht. Mit diesem Verfahren werden die Schwimmeffekte im Vergleich mit den bisherigen Produkten um 90% reduziert. Um gleichzeitig ein verbreitertes Sichtfeld zu erhalten, nutzen Optiker die neusten augenoptischen Erkenntnisse: Da beide Augen des Menschen nicht die exakt selbe Qualität der Netzhautabbildung leisten, wird der beidäugige Sehbereich und somit auch die Qualität der Sicht mit einer Gleitsichtbrille beeinflusst. Dieser Unterschied wird bei der Produktion neuester Gläser mit einberechnet. Somit verbessert sich das Sehen, vor allem in den seitlichen Bereichen massgeblich: Gläser, welche diese Technologie beinhalten, verfügen über einen bis zu 50% breiteren Sehbereich als andere Gläser. 

Ein unabdingbarer Grundpfeiler beim Kauf einer Gleitsichtbrille ist jedoch nicht nur die Wahl des besten Glases, sondern auch die optimale Beratung durch den Optiker. Eine Gleitsichtbrille sollte immer auf das jeweilige Augenpaar des Trägers massgeschneidert werden.