Wie entsteht der Grüne Star?

Der Grüne Star ist eine altersbedingte Erkrankung. Es gibt aber auch andere Faktoren, die für manche Menschen ein größeres Risiko bedeuten. Einer der wichtigsten ist der Augendruck. Liegt trotz normalem Augendruck der Grüne Star vor, spielen oft vaskuläre beziehungsweise Durchblutungsfaktoren eine Rolle. Ein weiteres Risiko besteht dann, wenn man nicht zum Augenarzt geht – das muss man ganz klar sagen. Ungefähr 60 Prozent aller Menschen, die Grünen Star haben, wissen es gar nicht.

Besteht die Möglichkeit einer Selbstdiagnose?

Nein. Es gibt leider nichts, das einen auf die Idee bringen könnte, dass man betroffen ist und Schmerzen durch zu hohen Augendruck treten nur sehr selten auf. Beim Grünen Star können Sie schon über 90 Prozent der Nervenfasern des Sehnervs verloren haben, es aber immer noch nicht bemerken, da Sie in der Mitte ihres Gesichtsfelds immer noch 100 Prozent Sehschärfe besitzen.

Unser Gehirn ist sehr schlau und interpoliert die schwarzen Flecken rundherum einfach aus. Wir empfehlen deshalb dringend, spätestens ab dem 40. Lebensjahr zur Vorsorge zu gehen. Es gibt auch genetische Veranlagungen. Personen, die Fälle innerhalb der Familie haben, sollten unbedingt schon früher zur Vorsorge gehen.

Wie kann man den Grünen Star behandeln?

Den Grünen Star behandelt man durch eine Senkung des Augendrucks. Die klassische und häufigste Methode hierfür wäre mit Augentropfen. Es gibt aber auch Menschen, die diese Tropftherapie nicht gut vertragen oder bei denen sie nicht wirkt. Hier muss man dann zu einem chirurgischen Verfahren wechseln, um den Augendruck mittels Operation zu senken.

Dabei handelt es sich momentan um jenes Gebiet der Augenheilkunde, in dem am meisten entwickelt wird, wobei der Trend grundsätzlich dahin geht, die Eingriffe so minimalinvasiv wie möglich zu gestalten. Was wir tun, um den Augendruck zu senken, ist, einen künstlichen Abfluss aus dem Auge zu erzeugen, damit die Flüssigkeit, die das Auge produziert, leicht abrinnen kann, wodurch der Druck sinkt.

Die Schwierigkeit besteht darin, dass diese Öffnungen und Kanäle, die man anlegt, einfach wieder vom Körper geheilt werden. Entsprechend versucht man durch Implantate, diese Wege offen zu halten, beispielsweise durch Röhrchen oder Platten.

Welchen Methode bevorzugen Sie?

Wir haben in Salzburg gemeinsam mit einem Kalifornischen Start-up eine minimalinvasive Form der Chirurgie entwickelt, bei der im Wesentlichen ein kleines Röhrchen von innen nach außen implantiert wird. Man verlegt sozusagen eine Leitung und über die fließt dann die Augenflüssigkeit aus der Vorderkammer des Auges unter die Bindehaut ab.

Die Flüssigkeit bleibt somit im Körper. Das Röhrchen selbst ist aus einer Gelatine gemacht, die sehr weich und gut verträglich ist. Wir bezeichnen es deshalb auch als Gummibärchen fürs Auge. Es erzeugt beinahe keine Abstoßungsreaktion und der Patient bemerkt es kaum.

Welche Vorteile hat diese Methode gegenüber anderen?

Die Operation ist für den Chirurgen nicht trivial aber sie ist wenig zerstörend. Durch die minimale Invasivität kann der Patient noch am gleichen Tag oder am spätestens am nächsten wieder nach Hause gehen. Interessant bei minimalinvasiven Techniken ist auch die hohe Sicherheit bei Eingriffen. Invasivere Operationen sind mit mehr Komplikationen behaftet, dafür können sie oft den Druck besser senken. Das ist bei unserem Implantat nun anders. Wir bieten sowohl hohe Sicherheit als auch hohe Effizienz bei der Augendrucksenkung.