Worauf sollte man bei der Klinik, die man für solch einen Eingriff auswählt, achten?

Es macht immer Sinn sich das Institut vor Ort anzusehen. Wichtig ist, dass man Vertrauen zu dem Arzt hat und dass es ein und derselbe Arzt ist, der die Untersuchungen sowie die Operation durchführt. In Acht nehmen sollte man sich vor Billiganbietern, denn gespart werden kann nur im qualitativen Bereich. Und natürlich ist es auch wichtig wie viele Operationen der Arzt bereits durchgeführt hat, denn der Erfolg steigt mit der Erfahrung des Chirurgen.

 

Für Altersweitsichtigkeit ist refraktive Chirurgie ungeeignet. Stimmt das?

Das stimmt, ja. Es gibt zwar schon die ersten Ansätze mit dem Laser, diese Methode wird sich jedoch erst in den nächsten fünf Jahren zum Standard entwickelt haben. Momentan kann Alterssichtigkeit operativ nur behandelt werden, indem im Austausch die eigene Linse durch eine Multifokallinse ersetzt wird, die den Vorteil hat, dass man sowohl in der Ferne als auch in der Nähe gut sieht. Die Methode hat jedoch nach wie vor den Nachteil, dass die Patienten durch die spezielle Art dieser implantierten Linse in der Nacht unter Umständen Blendungen haben, das heißt: Lichthöfe rund um Lichtquellen sehen. Manchen Patienten macht das nichts, für andere ist es jedoch belastend. Deshalb würde man zum Beispiel einem Berufsfahrer, eine solche Linse nicht einsetzen.

 

Welche Verfahren eignen sich für welche Korrekturen?

Die Laserchirurgie ist von 1 bis zu 7 Dioptrien Kurzsichtigkeit bzw. bis zu 4 Dioptrien Weitsichtigkeit in den meisten Fällen die Methode der Wahl. Bis auf Ausnahmen wird bei Dioptrie-Werten darüber mit der Implantation von Linsen behandelt. Dabei wird nicht die eigene Linse ausgetauscht, sondern es wird zur eigenen Linse eine zusätzliche Kunstlinse implantiert. Die neuesten Linsenimplantate haben darüber hinaus den Vorteil, dass Sie auch wieder entfernt werden können. Das bedeutet, die Korrektur einer Fehlsichtigkeit mittels Implantation einer Linse der neuesten Generation ist im Vergleich zu einer Laserbehandlung in den meisten Fällen praktisch gänzlich reversibel.

 

Mit welchem Kostenaufwand muss man als Patient in etwa rechnen?

 

Lasern kostet in renommierten Kliniken mit höchstem Standard zwischen 4000 und 5000 Euro für beide Augen gemeinsam. Bei Linsenimplantaten liegt der Betrag zwischen 5000 und 7000 Euro für beide Augen. Da es keine einheitlichen Regelungen der Krankenkassen gibt ist es meist so, dass Patienten nichts refundiert bekommen.

 

Was sind die Risiken, denen man sich bewusst werden muss?

Bei gründlicher Voruntersuchung besteht generell ein sehr geringes Restrisiko. Unter Umständen werden keine Null Dioptrien erreicht und es muss nachoperiert werden, was aber keinen dauerhaften Nachteil für den Patienten bedeutet. Weiters besteht bei jeder Operation ein Infektionsrisiko, das man jedoch durch antibiotische Augentropfen stark minimieren kann. Was manchmal vorkommt, wenn die Hornhaut für eine Laseroperation zu dünn war, ist eine so genannte Keratektasie. Das bedeutet: Durch den Augendruck wird die zu dünne Hornhaut ausgestülpt und führt zu Astigmatismus. Das kann unter Umständen damit enden, dass der Patient dauerhaft einen Nachteil hat. Dies sollte jedoch durch eine genaue Voruntersuchung vermieden werden.