DiabetikerInnen leiden an chronischer Überzuckerung, weil ihnen Insulin fehlt (Typ 1) beziehungsweise dessen Wirkung im Körper zu gering ist (Typ 2). Um den Blutzuckerspiegel mithilfe von Insulin stabil zu halten, haben Betroffene gelernt, diesen mehrmals täglich zu messen. Seit knapp 40 Jahren ist dies mittels Blutzucker-Selbstkontrolle möglich.

Trotz des Zeitaufwandes ist dieses Vorgehen wichtig, um die Werte laufend zu dokumentieren. Nur so können PatientInnen rasch reagieren, damit der Stoffwechsel stets richtig eingestellt ist. Diese Aufzeichnungen dienen außerdem der Arztbesprechung und sind darüber hinaus eine Richtlinie für den Erfolg der Diabetestherapie.

Blutzuckerwerte selber messen und handeln

Um die Blutzuckerwerte eigenständig kontrollieren zu können, wurden spezielle Messgeräte entwickelt. Damit können die Betroffenen selber, zu jeder Zeit und überall ihren aktuellen Blutzuckerwert ermitteln. Auf diese Weise werden zu hohe oder zu tiefe Werte rechtzeitig erkannt und es kann entsprechend gehandelt beziehungsweise die Insulindosis angepasst werden.

Bei einem zu hohem Wert wird dem Körper Insulin zugeführt, bei einem zu niedrigen Wert kann zum Beispiel durch die Einnahme von Traubenzucker gegengesteuert werden.

Aktuelle Blutzuckerwertmessung

Um den Blutzuckerspiegel zu messen, muss für jede Messung ein Teststreifen in das Gerät eingeführt werden. Danach reicht ein minimaler Stich in den Finger mithilfe einer Stechhilfe, um einen Blutstropfen zu gewinnen. Nun wird der Teststreifen in den Blutstropfen gehalten, um die Flüssigkeit aufzunehmen. Durch einen chemischen Prozess zwischen Enzymen und dem Traubenzucker im Blut kann das Messgerät den aktuellen Blutzuckerwert berechnen. Diese werden in der Regel in Milligramm pro Deziliter oder Millimol pro Liter angezeigt.

Genauigkeit der Messung

Es gibt eine Vielzahl von Messgeräten von unterschiedlichen Anbietern. Beim Kauf sollten DiabetikerInnen auf die genormte Messgenauigkeit achten. Außerdem beträgt die Messzeit moderner Geräte üblicherweise nur wenige Sekunden. Auch die Menge an benötigtem Blut, eine einfache Handhabung, ein ausreichend großer interner Speicher und mögliche vorhandene Schnittstellen zu elektronischen Geräten sind Parameter, die es zu berücksichtigen gilt.

Für Diabetiker mit Sehbehinderung mag zudem ein Messgerät mit Sprachausgabe hilfreich sein. Seit einigen Jahren sind neue, mit einem Zucker-Sensor ausgestattete Messgeräte auf dem Markt. Sie kommen ohne Pikser in den Finger, Blutstropfen und Teststreifen aus. Ein Sensor wird unter die Haut gestochen, die Werte werden mittels Scanner abgelesen.

Digitale Messgeräte setzen auf Bluetooth

Lange Zeit wurden die Blutzuckerwerte händisch beziehungsweise am Computer in ein Blutzuckertagebuch eingetragen. Für die PatientInnen war das eine nicht immer einfache Angelegenheit, die Zeit, Energie und Nerven kostete und konstant durchgeführt werden musste.

Heute läuft die Speicherung und Datenverarbeitung mitunter digital ab: Bei Messgeräten, die mit Bluetooth ausgestattet sind, werden die Daten auf speziell entwickelte Apps auf Computer, Smartphone oder Tablet übertragen. In der Folge werden sie ausgewertet und übersichtlich dargestellt. DiabetikerInnen wird es somit erleichtert, ihre Krankheit zu managen und einen flexibleren Lebensstil zu führen.

Nützliche Funktionen erleichtern den Alltag

Moderne Messgeräte haben darüber hinaus eine Vielzahl weiterer nützlicher Funktionen, um DiabetikerInnen den Alltag zu erleichtern. Dazu zählt etwa eine Unterfüllungserkennung oder die Berechnung von Durchschnittswerten. Ebenfalls hilfreich kann eine Markierungsfunktion für Messwerte vor und nach der Einnahme einer Mahlzeit sein. Die akustische Testerinnerung sorgt dafür, dass Betroffene nicht auf die Messung vergessen.