Für die rechtzeitige Erkennung und Diagnose möglicher Augenerkrankungen ist es notwendig, regelmäßige Voruntersuchungen verstärkt zu etablieren. Auch wenn man keine Probleme mit den Augen hat, sollte man ab einem Alter von 40 Jahren einmal im Jahr zur Augen-Vorsorgeuntersuchung gehen.

 

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind empfehlenswert

Die Aufgabe dieser Untersuchung besteht darin, Krankheiten rechtzeitig zu erkennen, diesen vorzubeugen, die Patienten aufzuklären und bei der Erhaltung ihrer Augengesundheit zu unterstützen. Bei dieser Untersuchung werden die Augen in mehreren Schritten fachärztlich begutachtet. Zu den üblichen Verfahren zählen eine exakte Bestimmung der Sehschärfe sowie ein Schielstatus, die Messung des Augeninnendrucks, die exakte Untersuchung aller Augenabschnitte (z.B. Bindehaut, Hornhaut, Linse, Glaskörper) bis hin zur Netzhaut und des Sehnervs. Gegebenenfalls können bei Bedarf die Kontrolle des Gesichtsfeldes sowie weitere Spezialuntersuchungen eingeleitet werden.

 

„Der Augenarzt diagnostiziert nicht nur primäre Augenkrankheiten, sondern erkennt auch zahlreiche Erkrankungen, die nicht das Auge betreffen.“

 

Trotz ihres hohen medizinischen Wertes läuft die Vorsorgeuntersuchung einfach, schmerzlos und unkompliziert ab. Derzeit suchen rund 40 Prozent der Patienten die Augenfacharzt-Ordination mit dem Augenvorsorgegedanken auf. Bei bis zu zehn Prozent dieser Patienten findet man auch tatsächlich eine Augenerkrankung, die behandlungs- oder beobachtungswürdig ist. Die häufigsten Augenerkrankungen sind das Glaukom (Grüner Star), der Katarakt (Grauer Star), die altersbedingte Makuladegeneration (AMD), die Diabetische Retinopathie sowie weitere Netzhauterkrankungen (z.B. Tumore oder Erkrankungen bei hoher Kurzsichtigkeit). 

 

Leistungsspektrum und Rolle des Augenarztes

Der Augenarzt diagnostiziert nicht nur primäre Augenkrankheiten, sondern kann auch zahlreiche Erkrankungen erkennen, die nicht das Auge betreff en, aber an diesem zuerst sichtbar werden. Beispiele für diese Erkrankungen sind: Gutartige und bösartige Tumore (z.B. Gehirntumore, Melanome, Karzinome), Stoffwechselerkrankungen (z.B. Diabetes), Gefäßerkrankungen (z.B. Hypertonie, Schlaganfall, Arteriosklerose), Autoimmunerkrankungen (Störungen des Immunsystems), Multiple Sklerose, Nierenkrankheiten, Skelett- und Bindegewebserkrankungen, endokrine Erkrankungen sowie Infektionen. Wenn eine starke Sehverschlechterung eintritt, ist es in vielen Fällen schon zu spät und der Schaden kann nicht wieder gutgemacht werden. Nur Früherkennung und rechtzeitige Therapien können davor bewahren.

 

Der erste Augenblick gehört dem Arzt

Im augenärztlichen Fach wird nicht nur die Fehlsichtigkeit des Auges korrigiert. Durch die steigende Lebenserwartung treten heute auch oftmals Erkrankungen auf, die der Mensch früher im Regelfall gar nicht mehr erlebt hat. Prävention in der Augenheilkunde war früher weniger bedeutsam, da man ohnehin noch nichts gegen die Erkrankungen tun konnte. Um die Augengesundheit in der Öffentlichkeit ins richtige Blickfeld zu rücken, wurde die Initiative „Augenblick“ ins Leben gerufen. Den Patienten soll bewusst werden, dass der Augenarzt der erste und wichtigste Ansprechpartner sein muss, wenn es um die Gesundheit der Augen geht. Auch wenn sich andere Gesundheitsberufe, die sich mit dem Auge auseinandersetzen etablierten und einen hohen Stellenwert haben, bleibt dennoch Eines wesentlich: der erste Augenblick muss dem Arzt gehören. Als Präsidentin der ÖOG freue ich mich sehr über diese Spezialausgabe „Deine Augen“ und wünsche Ihnen eine interessante Lektüre. Nicht vergessen: Schauen Sie auf sich, schauen Sie auf Ihre Gesundheit und schauen Sie zum Augenarzt!