Univ.-Prof. Dr. Andreas Wedrich
Vorstand der Universitäts-Augenklinik Graz

Wir benutzen sie jeden Tag und sind von ihnen abhängig, um uns in der Welt zurechtzufinden. Deshalb sollten wir uns gut um unsere Augen kümmern. Univ.- Prof. Dr. Andreas Wedrich ist Vorstand der Universitäts- Augenklinik in Graz.

Er hält Vorsorgeuntersuchungen schon bei Kindern für sehr wichtig: „Wenn Sehbehinderungen wie Kurz- bzw. Weitsichtigkeit oder eine Hornhautverkrümmung schon im Kleinkindalter erkannt und behandelt werden, kann man eine bleibende Sehschwäche verhindern. Auch wenn solche Probleme im späteren Leben auftreten, heißt die Devise: Untersuchung beim Augenarzt!“

 

Trockene Augen

Mit zunehmendem Alter haben viele Menschen mit trockenen Augen zu kämpfen. Dafür gibt es viele Ursachen. „Zum Beispiel eine Fehlfunktion der Fettdrüsen des Augenlids, eine Entzündung oder eine Hormonstörung. Je nach Ursache kann man das entsprechend behandeln. Wenn der Auslöser ständiges, angestrengtes Schauen auf einen Computerbildschirm ist, reicht es oft schon, wenn man sich regelmäßiges Zwinkern antrainiert, um die Augen zu befeuchten“, erklärt Dr. Wedrich.

 

Grüner Star

Bei 40- bis 50-jährigen steigt das Risiko vom grünen Star heimgesucht zu werden stark an. Dabei handelt es sich um eine Sehnervenerkrankung, bei der Nervenfasern absterben. Dadurch kommt es zu Ausfällen im Gesichtsfeld, die bis zur Erblindung führen können. „Den grünen Star kann man mit Augentropfen gut behandeln. Wenn die Krankheit schon fortgeschritten ist, muss mittels Laser oder einer Augenoperation eingegriffen werden“, so Dr. Wedrich.

 

Grauer Star

Er ist die weltweit häufigste Erblindungsursache. Meist ab einem Alter von etwa 65 Jahren kommt es zu einer Trübung der Augenlinse, die langsam zunimmt und man die Welt immer mehr durch einen grauen Schleier sieht. Dr. Wedrich: „Beim grauen Star hilft nur eine Operation, bei der die Augenlinse durch ein Kunststoffimplantat ersetzt wird. Das Risiko bei dieser OP ist vergleichsweise gering.“

 

„Noch immer könnten viele Erblindungen durch frühzeitige Diagnose und Behandlung beim Augenarzt vermieden werden.“

 

Diabetische Retinopathie 

Von dieser Netzhauterkrankung sind ausschließlich Diabetiker betroffen. Sie verläuft schleichend, weil oft sehr lange keine Beschwerden auftauchen. Laut Dr. Wedrich ist die beste Vorbeugung eine optimale Therapie der Zuckerkrankheit. Durch regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt könne man bedrohliche Veränderungen frühzeitig erkennen und behandeln.

 

Makuladegeneration

Bei dieser Krankheit wird durch das Absterben von Netzhautzellen der sogenannte „gelbe Fleck“ (Makula lutea) beeinträchtigt. An dieser Stelle hat die Netzhaut die höchste Dichte an Sehzellen. Die Makuladegeneration ist in den Industriestaaten die häufigste Erblindungsursache bei älteren Menschen. „Es gibt zwei Formen der Makuladegeneration: Die trockene und die feuchte. Diese erfordern unterschiedliche Behandlungsarten.

Beide machen sich durch erschwertes Lesen, bis hin zum Ausfall des Sehens in der Mitte des Gesichtsfeldes bemerkbar. Wenn das auftritt, sollte man schnell einen Augenarzt aufsuchen“, empfiehlt Dr. Wedrich. Gutes Sehvermögen ist nicht selbstverständlich, aber dank der Möglichkeiten der modernen Medizin können Augenprobleme heutzutage gut behandelt werden. Damit wir unser ganzes Leben lang klar sehen.