Antwort: Patienten brauchen keine Angst vor der Behandlung zu haben. Um ihnen diese zu nehmen, müssen sie vorab gut informiert werden.

Für Menschen mit Fehlsichtigkeit gehört es zum Alltag, die Brille aufzusetzen oder die Kontaktlinsen einzusetzen. Ein Leben ohne dieses morgendliche Ritual ist für sie oft gar nicht mehr vorstellbar. „Dabei können Laserbehandlungen bei Kurz- oder Weitsichtigkeit einfach Abhilfe schaffen“, weiß Dr. Siegfried Priglinger, Vorstand der Augenabteilung am AKH Linz.

Was ist möglich?
Grundsätzlich können Sehfehlleistungen behoben werden, wenn das Auge ansonsten gesund ist, der Patient nicht zu trockene Augen hat und über eine intakte verfügt. „Es ist extrem wichtig, dass die Indikationsstellung vor der OP richtig ist“, sagt Dr. Priglinger. Außerdem müssen die Personen gut darüber aufgeklärt werden, was bei dem Eingriff passiert. „Nur so kann man ihnen die Angst nehmen.“ Statistisch gesehen ist die Gefahr größer, dass man sich beim Einsetzen der Kontaktlinsen eine Infektion zuzieht, als dass es bei einer Augenlaserbehandlung zu einem Zwischenfall kommt.
Um behandelt werden zu dürfen, muss man allerdings volljährig sein. Bei 18- bis 22-Jährigen darf sich die Dioptrienzahl über zwei Jahre hinweg nicht verändern, bei älteren Personen muss sie zumindest ein Jahr stabil bleiben. Kurzsichtigkeit kann bis zu einem Grad von zehn Dioptrien korrigiert werden, Weitsichtigkeit bis zu vier Dioptrien. Rund 90 Prozent der Lasereingriffe werden bei Patienten vorgenommen, die kurzsichtig sind.
 

Verschiedene Behandlungsmöglichkeiten

Mittlerweile gibt es verschiedene Möglichkeiten, um die Eingriffe vorzunehmen, die sich in der Vorgehensweise unterscheiden. Die erste Laseroperation am menschlichen Auge wurde bereits 1987 durchgeführt. Grundsätzlich kann zwischen LASEK-, LASIK-, FEMTO-LASIK- und SMILE-Methode unterschieden werden. Was alle vier Behandlungen gemein haben ist, dass sie eine Sehfehlkorrektur an der Hornhaut vornehmen. „Bei der LASEK wird das Epithel abgeschabt, ein Laser trägt eine dünne Schicht der zentralen Hornhaut ab und modelliert das noch vorhandene Hornhautgewebe neu“, erklärt Priglinger. Das Auge wird dabei stark gereizt. Die Patienten haben drei bis fünf Tage Schmerzen und erreichen nach ein bis zwei Wochen wieder ihre Normalsehkraft.

Bei der LASIK- bzw. der FEMTO-LASIK-Methode hingegen wird eine Hornhautlamelle geschnitten und zurückgeklappt. Bei der LASIK kommt ein Mikropräzisionsmesser zum Einsatz und bei der FEMTO-LASIK ein hochpräziser Femtosekundenlaser. Die Veränderung an der Hornhaut wird vorgenommen und die Lamelle anschließend wieder nach vorne geklappt. Dies reizt das Auge weniger und auch die Erholung nach der Operation verläuft schneller.
Die SMILE-Variante (Small Incision Lenticule Extraction) eignet sich besonders gut zur Korrektur von hohen Kurzsichtigkeiten. Im Unterschied zu den anderen Verfahren wird hierbei der Eingriff direkt innerhalb der intakten Hornhaut vorgenommen.
 

Während und nach der OP

Vor der Laserbehandlung wird das Auge mit Tropfen örtlich betäubt. Der Patient kann aber weiterhin sehen und das Auge bewegen. Das ist wichtig, weil er während dem Eingriff in eine Lichtquelle blicken muss, damit das Auge zentriert ist. Eine Feder verhindert allerdings, dass das Auge geschlossen werden kann. „Bei den neusten Verfahren beträgt die Sehkraft bereits am nächsten Tag wieder zwischen 90 und 100 Prozent“, sagt Dr. Priglinger. Schmerzen gibt es eigentlich nicht, nur ein gewisses Fremdkörpergefühl besteht für ein paar Tage. Nach zwei bzw. drei Tagen kann man auch wieder den Arbeitsalltag bestreiten. Sauna, Schmutz und Schwimmen sollten trotzdem eine Zeit lang vermieden werden. Zudem müssen die Augen eine Woche lang intensiv mit Tropfen behandelt werden. Wie lange diese angewendet werden müssen, variiert von Person zu Person. Bei Menschen mit besonders trockenen Augen kann dies einige Monate dauern.