Wenn sich der Durchblick trübt

Beim Grauen Star, auch Katarakt genannt, handelt es sich um eine graue Trübung der Augenlinse. Sie tritt meist in höherem Alter auf und führt zu einem langsamen und schmerzlosen Verlust der Sehschärfe. Es kommt zu verschwommenem Sehen und zunehmender Blendungsempfindlichkeit, da durch die Trübung der Linse eine diffuse Lichtbrechung erzeugt wird. Auch die Wahrnehmung von Kontrasten fällt Betroffenen im fortgeschrittenen Stadium oft schwer, sodass die Umwelt wie durch einen Nebel wahrgenommen wird. 

In Österreich werden jedes Jahr rund 80.000 Operationen zur Entfernung des Grauen Star durchgeführt. Somit handelt es sich dabei um den am häufigsten durchgeführten invasiven, d.h. den körper verletzenden, Eingriff. Während der Katarakt-Operation wird die getrübte Linse mittels Ultraschall zerkleinert, durch einen schmalen Schnitt abgesaugt und mit einem künstlichen Linsenimplantat ersetzt. Somit kann der Patient wieder ohne Einschränkungen sehen. 

 

Der Fortschritt im OP

Im Laufe der Jahre hat die chirurgische Technik jedoch große Fortschritte gemacht. Die Entwicklung faltbarer Kunstlinsen ermöglicht es mittlerweile, die gesamte Operation durch einen Schnitt von nur wenigen Millimetern Länge hindurch auszuführen. Auch eine Betäubungsspritze ist in den meisten Fällen nicht nötig, die Operation häufig dank betäubenden Augentropfen durchgeführt werden.

Bisher wurde der Schnitt am Auge stets von Hand durch den Chirurgen gesetzt, doch ein innovatives Laser-Gerät, das seit kurzem zur Anwendung kommt, nimmt dem Arzt nun quasi das Skalpell aus der Hand. 

 

Schnell, exakt und mit weniger Stress

Der computergesteuerte Laser setzt dabei zwei bis drei kleine Schnitte am Rand des Auges, die wesentlich exakter sind, als die Hand des Chirurgen mit einem Skalpell schneiden könnte. Danach wird die Linsenkapsel durch den Laser mit einem kreisrunden Präzisionsschnitt geöffnet, die trüb gewordene Linse zerkleinert, abgesaugt und die Kunstlinse implantiert. Das operierte Auge zeigt schon direkt danach keine Reizerscheinungen mehr, der Patient kann gleich nach der OP gut sehen. Gleichzeitig ist die Methode für den Patienten auch angenehmer und stressfreier als mit einem Skalpell, weil der Laser praktisch berührungslos arbeitet. Die gesamte Laser-Operation dauert in etwa 20 Minuten. Im Vergleich zur herkömmlichen Operation reduziert sich die Zeit, die der Chirurg am Auge manipulieren muss, um mehr als die Hälfte. Weiters ist der Laser-Eingriff schonender für das Auge und sicherer für den Patienten. 

 

Linsentausch ohne Grauen Star

Es besteht auch die Möglichkeit, diesen Tausch der Linse ebenso durchführen zu lassen, ohne am Grauen Star zu leiden. Etwa, um eine starke Fehlsichtigkeit zu korrigieren. Dabei wird, wie bei der Katarakt-OP, die natürliche Linse gegen eine Kunstlinse ersetzt und auf diesem Weg die Sehschärfe wieder hergestellt. Gleichzeitig kann so die Möglichkeit, künftig an einem Grauen Star zu erkranken, ausgeschlossen werden. Im Falle von Erkrankungen der Netzhaut und anderer Augenkrankheiten, die eine Schwächung der Sehkraft bewirken, kann zwar der Graue Star auf herkömmliche Weise operiert werden, eine Verbesserung der Sehkraft kann jedoch nicht hergestellt werden. 

 

Vorbeugen nur begrenzt möglich

Leider ist es nur sehr begrenzt möglich, einer Katarakt-Erkrankung effektiv vorzubeugen. Ein regelmäßiges Tragen von Sonnenbrillen und Kopfbedeckungen, um die Augen vor zu starker UV-Strahlung zu schützen, gilt als Vorbeugung ebenso wie nicht zu rauchen. Das Hauptrisiko einer Grauen-Star-Erkrankung ist und bleibt jedoch das Alter.