Häufige Beschwerden der Atemwege treten durch Umweltfaktoren ein: Zu den medizinisch häufigsten Beschwerden und Erkrankungen zählen die Infekte, welche  durch Personenkontakte entstehen. Virusinfekte sind bei Kindern sehr häufig und treten auch bei Erwachsenen mehrmals pro Jahr auf.

Bakterielle Superinfekte können sich dann bis zur Lungenentzündung oder anderen Komplikationen ausweiten. So ist die Influenza, eine häufige, und durch Impfung vermeidbare Viruserkrankung ein klassischer Wegbereiter für eine nachfolgende bakterielle Lungenentzündung. Die Tuberkulose ist andererseits heute in unseren Breiten kaum mehr ein relevantes Thema.

Überreaktionen des Atemtraktes

Von Allergien im Atmungstrakt (allergische Rhinitis, Asthma bronchiale, aber auch Konjunktivitis) sind über 20 Prozent der Bevölkerung betroffen, sie entstehen durch meidbare oder fast unvermeidbare Auslöser. Das Allergenspektrum umfasst nicht nur Pollen (Gräser-, Baum-, und Kräuterpollen, im Besonderen in manchen Regionen das besonders aggressive Ragweed), sondern auch Hausstaubmilben, Haustiere, Schimmelpilze oder auch seltenere Allergene wie den Ficus Benjaminus, Kunstseide, Berufsallergene u.a.

Lungenerkrankungen sind nicht nur mannigfaltig in der Zahl und Genese, sondern haben auch große volkswirtschaftliche Bedeutung.

Vieles davon wäre vermeidbar bzw lässt sich im Erkrankungsfall in der Expositionsprophylaxe reduzieren. Das Wissen über einen möglichen Etagenwechsel von der Nase zu den Bronchien lässt sich für eine frühzeitige, effiziente Therapie ebenso nutzen, wie der Einsatz spezifischer Immuntherapien, wofür heute sehr gut entwickelte „Gräsertabletten“ oder „Milbentabletten“ zu Verfügung stehen.

Störenfriede in der Atemluft

Ein großes Thema bei Atemwegs- und Lungenerkrankungen stellt der Bereich der Luftverschmutzung dar. Auch hier sind viele Ursachen selbstverschuldet, von der bedeutensten selbst verursachten, dem Rauchen, bis hin zu mehr oder weniger fremdverschuldeten, sogenannten Umweltverschmutzungen, vom eigenen Hausbrand bis zum „bösen“ Diesel oder dem Allgemeinthema Feinstaub.

Die dadurch ausgelösten Beschwerden und Erkrankungen sind ebenso vielfältig: von einer banalen Bronchitis, über Allergien, Asthma bronchiale, COPD, Emphysem bis hin zum Lungenkrebs. Das richtige Erkennen der Symptome von einfachen bis komplizierten oder selteneren Lungenerkrankungen, wie des Lungenhochdrucks, ist entscheidend für eine frühzeitige Diagnostik und hilfreiche Therapie.

Volkswirtschaftliche Bedeutung entsteht einerseits durch die häufigen Erkrankungen, eben die Infekte, andererseits durch schwere Erkrankungen wie Asthma bronchiale und besonders COPD.

Behandlungen der Atemwege

Therapeutische Maßnahmen bei Atemwegs- und Lungenerkrankungen stehen heute in zunehmendem und differenzierterem Ausmaß als früher zu Verfügung. Große Fortschritte wurden in der Therapie beim Asthma bronchiale und bei der COPD gemacht. In manchen Bereichen, allen voran beim Asthma bronchiale, stehen neue Antikörpertherapien zu Verfügung, und selbst bei den selteneren Lungenerkrankungen gibt es viele neue, wirksame Therapieansätze.

Gesundes Leben bedeutet in einem hohen Maße auch gesundes Atmen und sollte nicht übersehen werden.

Auch beim Lungenkrebs gibt es mittlerweile Hoffnung auf eine effizientere Therapie, das Schlagwort „personalisierte Krebstherapie“ trifft auf immer mehr PatientInnen auch wirklich zu. Die Kostenentwicklung ist in diesem Bereich aber auch gewaltig und stellt ebensolche Herausforderungen an unser Gesundheitssystem dar.

Gerade beim Thema Rauchen, welches in über 90 Prozent der Fälle für das Entstehen eines Lungenkrebses oder auch einer COPD verantwortlich gemacht werden kann, wäre ein radikales Umdenken noch mehr gefordert.

Vorbeugen für einen langen Atem

Daneben sollen aber nicht immer nur der reparative Ansatz angesprochen werden, großer Wert steckt in sämtlichen Maßnahmen der Prophylaxe, des Impfens, der Rehabilitation und der Lebensstiländerung. Nachhaltige Verbesserung der Lebensqualität besteht in der Primärprävention, wenngleich bei vielen Lungenerkrankungen erst die Sekundärprävention zum Tragen kommt. Viele Maßnahmen sind einfach und selbst zu ergreifen.

Tägliche Bewegung, zum Beispiel mehr als 6000 Schritte, regelmäßiger Sport (2-4 Mal pro Woche), gesunde, vitaminreiche Ernährung, ausreichendes Trinken, Meiden von Rauchen und anderen Luftschadstoffen, ausreichender Schlaf oder Impfung gegen Influenza, Pneumokokken und Keuchhusten kosten fast nichts im Vergleich zum Lebensqualitätsverlust bei Erkrankung. Gesundes Leben bedeutet in einem hohen Maße auch gesundes Atmen und sollte nicht übersehen werden.