Ich weiß nicht, wie Sie zu Kräutern als Heilmittel stehen – ich, Mutter von vier Kindern, behandle unser aller Bauchweh damit. Denn ich bin mit der Kraft heilender Kräuter groß geworden. Schon gegen mein Bauchweh gab’s Kräuter als Tee, Packung, Tinktur, Tropfen, Salbe und Wickel von meiner Großmama, die mir ihr Kräuterwissen vermachte: in Kräuterbeet und Kräuterküche. Und so halte ich auch heute noch bei Völlegefühl, Übelkeit, Sodbrennen oder Bauchweh an Kräutern fest.

Zum Beispiel Bauchweh, das ein Säugling nach dem Stillen hat (mein Gegenkraut: Kümmelsalbe), Bauchweh und Übelkeit, die nach dem Kindergeburtstag einsetzen, weil zu viel und durcheinander gegessen wurde (mein Gegenkraut: Pfefferminztee), Bauchweh, das die bevorstehende Mathearbeit hervorruft (mein Gegenkraut: Fenchel-Anis-Kümmeltee),

Bauchweh und Durchfall, die nach dem Besuch im Schwimmbad aufkommen (mein Gegenkraut: Kamillentee), Bauchweh und Krämpfe, die die Regelblutung mitbringt (mein Gegenkraut: Fenchel-Anis-Kümmeltee) oder Bauchweh, das der Tod des geliebten Haustieres verursacht (mein Gegenkraut: Gewürztee mit Zimt und Süßholzwurzel).

Warum der Bauch auf mehr als nur das Essen reagiert

Dass unser Verdauungstrakt auf ein Zuviel und ein Durcheinander an Lebensmitteln empfindlich reagiert und sich auch beschwert, wenn Lebensmittel unreif, überreif oder gar verdorben sind, ist ein Schutzmechanismus, der automatisch abläuft, weil dort Millionen von Nervenzellen, in etwa so viele wie im Rückenmark, ihren Job machen und das Gegessene und Getrunkene verdauen.

Doch unser Magen-Darm-Trakt pflegt auch eine enge Beziehung zum Kopf. Sie kommt zum Tragen, wenn uns das Leben herausfordert, zum Beispiel beim Bewerbungsgespräch, Reisen oder Daten. Auch dann reagiert unser Bauch mitunter mit den genannten Beschwerden. Als Ursache dafür wurde Stress ausgemacht.

Denn unter Stress zieht der Körper den Sauerstoffträger Blut aus dem Magen-Darm-Trakt ab, der daraufhin seine Verdauungsarbeit unterbricht. Bauchweh und Übelkeit setzen ein, die Verdauung stockt. Schlimmstenfalls folgen Erbrechen oder Durchfall, um die Nahrungsreste schnellstmöglich loszuwerden.

Kräuterhilfe gegen Bauchweh & Co.

Im Kräuterbeet wächst so manches Kraut, das gegen Bauchweh aller Art hilft. Viele Heilkräuter werden auch kombiniert, um ihre Wirkung noch zu verstärken. Die Liste zeigt bekannte Helfer gegen Magen-Darm-Beschwerden:

  • Bittere Schleifenblume fördert die Magen-Darm-Bewegung und hemmt Entzündungen.
  • Arnikawurzel regt die Verdauung an und entspannt die Magen-Darm-Muskulatur.
  • Kümmel wirkt entzündungshemmend und ist stark gegen Blähungen.
  • Kamille entspannt krampfende Magen- und Darmmuskeln.
  • Mariendistel mildert Krämpfe und fördert die Verdauung.
  • Blätter der Melisse beruhigen und entkrampfen. Sie helfen so gegen Blähungen und besitzen eine hohe antioxidative Wirkung.
  • Schöllkraut erhöht die Beweglichkeit des Magen-Darm-Trakts und lindert Krämpfe und Blähungen.
  • Pfefferminzblätter mildern Magenkrämpfe, Blähungen und Übelkeit.
  • Süßholzwurzel entspannt Magen-Darm-Muskeln und schützt die Magenschleimhaut.

Die Wirkung von Kräutern setzt früher oder später ein. Eine Kümmelsalbe braucht nach meiner Erfahrung länger als ein Kümmeltee, der wiederum kaum mit der Turbowirkung einer Kümmelessenz mithalten kann. Deshalb habe ich in der Kräuterapotheke neben einzelnen Kräutern auch Kräutermixe aus Essenzen, die schneller und stärker als ein Einzelkraut wirken. Denn ihre Wirkstoffe sind bereits gelöst und werden so schneller aufgenommen.

Und gerade bei Kindern hilft es mitunter, kraftvolle Kräuter tropfenweise zu verabreichen, wenn sie sich weigern, literweise Tees oder große Kräutertabletten zu schlucken. Gelöst und zugleich konserviert werden Kräuteressenzen häufig in Alkohol, wobei dessen Anteil für Kinder unbedenklich und mit dem vergleichbar ist, der in einem Glas Apfelsaft oder einer Scheibe Roggenbrot steckt.