„Wie bitte?“ „Was hast du gesagt?“ „Kannst du die Musik bitte eine Spur leiser drehen?“ Viele Menschen in Österreich haben mit Hörschwierigkeiten zu kämpfen. Das bedeutet: Sie können bestimmte Töne nicht mehr wahrnehmen. Oft beginnt die Hörminderung damit, dass besonders hohe oder leise Töne nicht mehr verstanden werden.

Etwa weibliche Stimmen mit hoher Tonlage oder Flüstern. Erst später schwindet auch die Fähigkeit, tiefere Töne zu hören. Irgendwann fällt es Betroffenen sogar schwer, eine ganz normale Unterhaltung zu führen.

Hörverlust ist meistens dauerhaft

Unter bestimmten Umständen können eine Hörminderung beziehungsweise ein Hörverlust vorübergehend auftreten. Etwa nach einem Konzertbesuch mit sehr lauter Musik oder nach einer Ohrenentzündung. In den meisten Fällen ist das Wegbleiben der wahrnehmbaren Geräusche aber dauerhaft und bahnt sich schleichend an – insbesondere bei altersbedingten Hörproblemen.

Das liegt daran, dass die Hörmechanismen irreparabel geschädigt sind. Genauso wie bei einer angeborenen Schwerhörigkeit ist solcher Hörverlust nicht heilbar.

Den Alltag bei Hörproblemen erleichtern

Die großen, sperrigen Hörgeräte von früher gehören längst der Vergangenheit an. Heute muss sich niemand schämen, eine Hörhilfe zu verwenden. Es gibt es technisch ausgeklügelte und wirkungsvolle Hörgeräte, die den Betroffenen das Alltagsleben erleichtern. Das Stichwort lautet: Smart Hearing.

Voraussetzung, um das passende Gerät zu erhalten, ist ein Hörtest. Je nach Hörvermögen und Form des Gehörgangs wird eine passende Hörhilfe empfohlen. Es kommt natürlich auch auf den Lebensstil und die Hörumgebung an, welches Gerät am besten passt. Es macht einen Unterschied, ob man einen stressigen Bürojob mit vielen Meetings und Unterhaltungen hat oder bereits seine Pension genießt und die meiste Zeit in ruhiger Umgebung verbringt.

Smart Hearing setzt auf Technologie

Dank moderner Smart-Hearing-Technologie sind Hörgeräte heute kaum sichtbar und komfortabel zu tragen. Auch die Hörqualität hat sich enorm gesteigert. Das liegt mitunter daran, dass die Geräte nicht mehr analog betrieben werden, sondern digitalisiert sind. Bewährte Technologien sorgen dafür, dass sich Stimmen in lauter Umgebung genau erkennen lassen.

Auf dieser Grundlage stellen sich die Smart-Hearing-Geräte innerhalb kürzester Zeit automatisch auf die aktuell herrschende Geräuschkulisse ein. Für die BenutzerInnen heißt das: Unwichtige Geräusche werden gefiltert, sie können sich auf das Wesentliche konzentrieren und müssen sich weniger anstrengen.

Moderne Smart-Hearing-Hörgeräte sind zwar technisch sehr komplex, aber einfach in der Bedienung. Sie lassen sich mittels Bluetooth-Technologie direkt mit einem Smartphone verbinden. So kann jedes individuelle Hörgerät anhand einer App personalisiert werden. Für den Träger bedeutet das zum Beispiel, dass er die Lautstärke regeln oder auf andere Programme umschalten kann, ohne sich ans Ohr greifen zu müssen.

Ein weiterer Vorteil: Audiosignale aus dem Smartphone wie Musik oder die Stimmen von Anrufern können direkt vom Telefon ins Hörgerät übertragen werden.

Welches Hörgerät passt zu wem?

Die Palette an unterschiedlichen Smart-Hearing-Hörhilfen ist groß. Es gibt zum Beispiel Hörgeräte, bei denen der Hörer direkt im Ohr sitzt. So können besonders hochfrequente Töne wie Kinderstimmen oder Vogelgezwitscher optimal verstärkt werden. Auch fällt es leichter, einzelnen Unterhaltungen in geräuschvoller Umgebung besser folgen zu können.

Bei anderen Modellen ist der Hörer im hinter dem Ohr sitzenden Teil verbaut. Sie werden folglich außerhalb des Außenohrs getragen, sind aber trotzdem kaum sichtbar. Diese Bauweise eignet sich vor allem für Menschen mit schwerem bis hochgradigem Hörverlust, weil sie die größte Verstärkung bieten.

Darüber hinaus sind maßgeschneiderte Hörhilfen am Markt, die exakt an die Ohren des Trägers und an seine persönlichen Anforderungen angepasst sind. Diese sehr kleinen, diskreten Hörsysteme eigenen sich vor allem für Brillenträger oder Menschen, die viel telefonieren müssen.